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Komisch, nachdenklich und tiefsinning: Alle Gäste am Freitag

LVZ-Autorenarena 2016 Komisch, nachdenklich und tiefsinning: Alle Gäste am Freitag

Dank jeder Menge bekannter Autoren bietet der Messefreitag ein abwechslungsreiches Programm. Heinz Strunk stellt seinen Roman "Der goldene Handschuh" vor, der das Leben des Frauenmörders Fritz Honka erzählt. Frank Goosen liest aus "Förster, mein Förster", ein Lesevergnügen für alle, die einfach mal weg wollen. Und die Vorsitzende der Partei DIE LINKE Katja Kipping erörtert in "Wer flüchtet schon freiwillig?" Fluchtursachen und Gründe, warum sich unsere Gesellschaft neu erfinden muss.

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Einige der Autoren, die am Freitag in der LVZ-Autorenarena zu Gast sind: Katja Kipping, Jaroslav Rudis, Birgit Vanderbeke, Frank Goosen, Siegfried Suckut und Heinz Strunk.

Quelle: Anke Illing - www.photocultur.de, Petr Hlousek, dpa, Andreas Döring, privat, Dennis Dirksen

11 Uhr: Ronja von Rönne
"Wir kommen"
Roman, Aufbau
In Noras Heimatdorf gehört es sich, den Nachbarn zu grüßen, den Rasen zu mähen und am Ende des Lebens zu sterben. Dass sich plötzlich ausgerechnet Maja, Noras beste Freundin aus Kindheitstagen, an diese althergebrachten Regeln hält und einfach stirbt, kann Nora nicht glauben. Für eine Beerdigung hat Nora ohnehin keine Zeit. Und dann fährt auch noch ihr Therapeut in Urlaub. Bis zu seiner Rückkehr soll Nora ihre Tage in einem Tagebuch dokumentieren. „Wir kommen“ ist ein radikales Buch, rasend komisch in seiner Verzweiflung und poetisch in seiner Grausamkeit.
Moderation: Nadine Marquardt

11.30 Uhr: Birgit Vanderbeke
"Ich freue mich, dass ich geboren bin"
Roman, Piper
Abhauen, das haben alle aus der Familie gemacht. Die einen sind aus dem Osten, die anderen aus dem Westen Europas abgehauen. Getroffen haben sie sich zufällig irgendwo in Ostdeutschland, und zu guter Letzt sind sie auch von dort wieder geflohen. Nach diversen Flüchtlingslagern landen sie in einer Dreizimmerwohnung in Westdeutschland, im Land der Verheißung, von dem alle geträumt haben. Für das Kind ist es ein übler Ort, eine drastische, gewalttätige Gegenwart. Kraftvoll, zornig erzählt Birgit Vanderbeke die Geschichte ihrer Familie und die Flucht eines Mädchens aus Ostdeutschland zu sich selbst.
Moderation: Armin Görtz

12 Uhr: Katja Kipping
"Wer flüchtet schon freiwillig? Die Verantwortung des Westens"
Sachbuch, Westend
Die Parteivorsitzende der Partei DIE LINKE beschreibt prägnant und eindeutig Fluchtursachen und plädiert für ein Europa der Einwanderung. Die täglich hier ankommenden Geflüchteten fallen in die bis dato vermeintlich heile Welt des Merkel’schen Biedermeiers. Sie führen uns unsere Mitverantwortung am Zustand dieser Welt vor Augen. Ihre Botschaft lautet: So wie wir wirtschaften und handeln, wie wir arbeiten, konsumieren und Politik machen – so kann es nicht weitergehen. Katja Kipping beschreibt, wie dem zunehmenden Rassismus zu begegnen ist, was zu tun ist, und entwirft ein Mut machendes Bild für die Zukunft.
Moderation: Anika Kecke

12.30 Uhr: Erwin Berner
"Erinnerungen an Schulzenhof"
Aufbau
Der Sohn Erwin Strittmatters heißt Erwin wie sein Vater, seinen Familiennamen hat er längst abgelegt. Im Jahr 2001 beginnt er, in Briefen von seiner Kindheit und Jugend zu erzählen: Wie auch seine Brüder wurde er schon als Kleinkind der Großmutter in Obhut gegeben. Bei den Besuchen und als er später dort lebte, musste er sich dem strengen „System Schulzenhof“ des Vaters fügen, der alles seinem Werk unterordnete. Mal hart, mal heiter schildert Berner, wie zerrissen die Mutter zwischen der Liebe zu ihren Söhnen und der Bewunderung für den Mann war. Während er sich nun erinnert, rücken ihm die alten Konflikte und Verletzungen schmerzlich nah. Er hält es aus, er verändert sich, er differenziert, streitet und findet endlich die innere Freiheit, die Eltern zu akzeptieren, wie sie waren.
Moderation: Karim Saab

13 Uhr: Frank Goosen
"Förster, mein Förster"
Roman, KiWi
Ein Mann kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag. Zwei Freunde, die sich seit vierzig Jahren kennen und streiten. Eine greise Saxofonspielerin mit Post aus der Vergangenheit, ein Hamster namens Edward Cullen und ein Trip ans Meer. Frank Goosens neuer Roman ist ein tragikomisches Lesevergnügen für alle, die einfach mal weg wollen: nach Iowa, ins Outback oder zumindest an die Ostsee.
Moderation: Mark Daniel

13.30 Uhr: Siegfried Suckut
"Volkes Stimmen. Einmalige Zeitzeugnisse"
Sachbuch, dtv
In Tausenden von Briefen an die Staatsspitze, Parteifunktionäre und Medien äußerten DDR-Bürger ihre Meinung, manche offen unter ihrem Namen, die meisten anonym. Die Kritik ist deutlich: »SED = selten etwas da«; »Die Maschinen- und Ersatzteilversorgung ist eine große Pleite!«. Klar spiegeln die Briefe Gedanken, Ängste und die zunehmende Wut der Bevölkerung wider. Es gab auch Post an Politiker und Medien in der BRD, und umgekehrt wandten sich Westdeutsche an DDR-Institutionen. Ihre Adressaten erreichten diese Schreiben niemals, dafür sorgte die Stasi, die täglich ca. 100.000 Briefe kontrollierte. Der Politologe Siegfried Suckut, langjähriger Mitarbeiter der Stasiunterlagenbehörde, hat eine prägnante Briefauswahl aufbereitet, die eine spannende, manchmal fast absurd anmutende Lektüre bietet und faszinierende Einblicke in den DDR-Alltag und in die deutsch-deutsche Geschichte eröffnet.
Moderation: Nadine Marquardt

14 Uhr: Jaroslav Rudis
"Nationalstraße"
Roman, Luchterhand
Vandam war einer von denen, die es losgetreten haben am 17. November 1989, als unten in der Prager Altstadt auf der Nationalstraße die samtene Revolution ins Rollen kam, die einige Wochen später das kommunistische Regime hinwegfegte. Damals war Vandam ein junger Polizist, ein Vorstadt-Held. 25 Jahre später ist er ein Verlierer: Wegen Gewaltexzessen aus dem Polizeidienst entfernt, prügelt er sich als einsamer Schläger durch Tage und Nächte und hebt im Fußballstadion regelmäßig die rechte Hand zum Hitlergruß. Gekonnt schlüpft der tschechische Autor (der auch auf deutsch schreibt) in diesem brillanten Monolog in den Kopf und den Körper eines Schlägers. Sein Buch gleicht einem Schlag in die Magengrube – und basiert auf einer realen Figur.
Moderation: Dimo Rieß

14.30 Uhr: Guntram Vesper
"Frohburg"
Roman, Schöffling
Das opus magnum von Guntram Vesper, zugleich für den Autor der Ausgangspunkt von allem: Der Ort seiner Geburt 1941, Jugend, Aufwachsen und Erwachen, die Flucht der Familie 1957, das umliegende Land die Folie der Geschichtsbetrachtung einer deutschen Epoche. Hier werden ein Land und eine Zeit gültig festgehalten, Kultur und Politik, Krieg und Nachkrieg, ein umfassendes, großartiges Portrait deutschen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert; ein gewaltiges Prosawerk, das neben die großen Bücher von Peter Kurzeck, Walter Kempowski und Uwe Johnson zu stellen ist. FROHBURG ist ein Füllhorn an Geschichten, zumeist aus eigenem Erleben grundiert, eine große autobiographische Erzählung, ein Welt-Buch im Überschaubaren, ein Geschichts- und Geschichtenpanorama, wie wir schon lange keines hatten.
Moderation: Thomas Mayer

15 Uhr: Heinz Strunk
"Der goldene Handschuh"
Roman, Rowohlt
Dieser phantastisch düstere, grell komische und unendlich traurige Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Sein schrecklicher Held heißt Fritz Honka – für in den 70ern aufgewachsene Deutsche der schwarze Mann ihrer Kindheit, ein Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, ein Würstchen, wie es im Buche steht, geistig und körperlich gezeichnet durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt, nahm seine Opfer aus der Hamburger Absturzkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ mit. Strunks Roman taucht tief ein in die Nachtwelt von Kiez, Kneipe, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Mit erzählerischem Furor, historischer Genauigkeit und ungeheurem Mitgefühl zeichnet er das Bild einer Welt, in der nicht nur der Täter gerichtsnotorisch war, sondern auch alle seine unglücklichen Opfer.
Moderation: Björn Meine

15.30 Uhr: Michael Köhlmeier
"Das Mädchen mit dem Fingerhut"
Roman, Hanser
Irgendwo in einer großen Stadt, in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Sie versteht kein Wort der Sprache, die man hier spricht. Doch wenn jemand „Polizei“ sagt, beginnt sie zu schreien. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Als Yiza zwei Jungen trifft, die genauso alleine sind wie sie, tut sie sich mit ihnen zusammen. Sie kommen ins Heim und fliehen; sie brechen ein in ein leeres Haus, aber sie werden entdeckt. Michael Köhlmeier erzählt von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens – ein Roman, dessen Faszination man sich nicht entziehen kann.
Moderation: Simone Liss

16 Uhr: Frau Freitag
"Für mich ist auch die 6. Stunde. Überleben unter Schülern"
Ullstein
Frau Freitag gibt in ihrem unterhaltsamen Ratgeber die Tipps und Tricks, wie Lehrer, Schüler und Eltern den Unterrichtsalltag überleben. Mit Problemen im Schulalltag kennt Frau Freitag sich aus. Sie unterrichtet seit über fünfzehn Jahren an Brennpunktschulen. Ihre eigene Ausbildung wird sie nie vergessen: diese Mischung aus Panik, mangelndem Selbstvertrauen und liebevoll-chaotischen Schülern, die das Unterrichten unmöglich macht. Was nicht hilft: die Theorien der Pädagogikpäpste, die seit Jahren keine Schule mehr von innen gesehen haben. Also hat Frau Freitag, deren Kultbestseller längst Lehrmaterial sind, den praxisnahen Ratgeber geschrieben, den sie selbst gerne gehabt hätte.
Moderation: André Böhmer

16.30 Uhr: Armin Nassehi
"Fremd sein!"
Sachbuch, Murmann
185. Das Kursbuch. Es fremdelt gewissermaßen damit, sich auf die klare Unterscheidung von Eigenem und Fremdem verlassen zu können. Vor allem in Bezug auf Flucht und Migration. Fremd zu sein, kann Segen und Fluch bedeuten. Es ist ein Segen, weil wir Individualität nur ausleben können, wenn wir fremd bleiben und in Ruhe gelassen werden können. Es ist ein Fluch, weil der Fremde nicht dazugehört und gerne für alles Schlechte verantwortlich gemacht wird. Ebenso paradox kommt der Rekurs aufs Fremde daher, weil wir oftmals in unseren Vorurteilen allzu viel über den Fremden wissen oder zu wissen glauben, sodass wir uns dabei erwischen, dass uns das vermeintlich Fremde oft vertrauter ist als das Eigene. Sich selbst kennenzulernen, bedeutet zudem, das eigene Fremde zu entdecken, zuzulassen und einzubeziehen. Im Prozess der Selbsterkenntnis wird aus dem Paradoxon von Fremd und Eigen eine Transgression vom Eigenen zum Fremden.
Moderation: Björn Meine

Sie finden die LVZ-Autorenarena in Halle 5, Stand C 100.

* Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

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Buchmesse auf einen Blick

Öffnungszeiten:
17. bis 20. März 2016, täglich 10 bis 18 Uhr

Tickets:
Tageskarte im Vorverkauf 16 Euro (ermäßigt 12,50 Euro)
www.leipziger-buchmesse.de/ticket

Programm:
Das Programm zu Leipzig liest ist hier online verfügbar.

Aktionen:
Familiensonntag: Kostenfreier Eintritt für alle Kinder bis 12 Jahre, die bis 10 Uhr mit ihrem Lieblingsbuch zur Messe kommen.