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Alte und neue Werte im Leipziger Schulmuseum

Dauerausstellung Alte und neue Werte im Leipziger Schulmuseum

Wer ein Schulmuseum besucht, erwartet wenigstens ein historisches Klassenzimmer mit alten Bänken, mit Rohrstock und strenger Lehrerin. Damit hat das Museum auch hier am Goerdelerring 20 vor dreizehn Jahren begonnen. Vor allem Grundschulklassen nutzen gern dieses Angebot zum Schulespielen in der Kaiserzeit.

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Im Schulmuseum können Schüler historischen Schulunterricht erleben - wie hier aus DDR-Zeiten mit blauen Pionierhalstüchern.

Quelle: André Kempner

Verkleidet mit Schürzen und Schleifen oder Matrosenkitteln erleben diese Kinder die Schule ihrer Ururgroßeltern.

An den Wochenenden kommen einige von ihnen wieder zu den Kindergeburtstagen und anderen Familienfeiern. Ein Fußbodenspiel lädt nach der Unterrichtsstunde dazu ein, mit Spielsteinen, Würfeln und 400 Fragen das Museum und die Schule in der Kaiserzeit zu erkunden.

Seit sechs Jahren bietet das einzige Schulmuseum deutschlandweit auch ein Rollenspiel im DDR-Klassenzimmer an: „Heimatkunde 1985 – Zivilcourage heute“. Dabei geht es allerdings um mehr als die reine Erlebnispädagogik. Jugendliche ab 14 Jahre und Erwachsene werden aufgefordert zu widersprechen und merken, dass es unter den Bedingungen dieser Unterrichtsstunde nicht gelingt. Wie die meisten ihrer Eltern und Großeltern werden sie zu Mitläufern, denn sie möchten unbedingt zu den Guten gehören.

Der Nichtpionier wird gemobbt und niemand hilft ihm. Diese Unterrichtsstunden mit nachhaltiger Wirkung haben sich nicht nur deutschlandweit herumgesprochen. Auch Studentengruppen aus England, Dänemark, Holland, Frankreich, Ungarn, Tschechien und Polen wollen das Experiment dieses Rollenspiels ausprobieren.

Wie jedes Museum sammelt, bewahrt und forscht das Schulmuseum. Alles, was in Leipziger Schulen von Kindern und Lehrern benutzt wurde, ist für die Sammlungen in Leipzig interessant. Schulhefte, Zeugnisse, Fotografien, Filme, Tonträger und die dazugehörige Technik, aber auch Zuckertüten, Liebesbriefchen, Poesiealben, Handarbeiten, Rechenschieber, Schulwandbilder und jede Menge Bücher aus der achthundertjährigen Schulgeschichte füllen unsere Depots, Bibliotheken und Schauräume.

Die Ausstellungen heben die Besonderheiten der Leipziger Bildungsgeschichte hervor. Dazu gehört neben dem Bürgerstolz und Bildung mit den berühmten Gelehrtenschulen St. Thomas und St. Nikolai unter anderem auch das Israelitische Schulwesen mit der ersten jüdischen Schule Sachsens, aber auch die Schule unterm Hakenkreuz mit vielen Fotos, Dokumenten und Hörstationen.

Die unterschiedlichen Rollen von Schülern und Lehrern in den zwei deutschen Diktaturen werden in vier weiteren Ausstellungen gezeigt: "Fremde und Gleiche in der DDR-Schule", "Gegen den Strom –Schule im Widerstand 1933-89", "Kinder in Uniform- Vergleich der Staatsjugendorganisationen HJ und FDJ" und den "Leipziger Meuten – Leipziger Jugendopposition 1933-45".

Die Fibelsammlung mit mehr als 100 Leselernbüchern aus 80 Ländern ermöglicht eine vergleichende Untersuchung der Rollenbilder einzelner Familienmitglieder. Diese Ausstellung tourt derzeit auch nach Riga. „Rechnen lernen in Leipzig“ vergleicht die Leipziger Rechenbücher der letzten hundert Jahre.

Die zu den Ausstellungen entstandenen 16 Filme und zehn Bücher können im Museumsladen erworben werden.

"Schulgeschichte von 1212 bis 1989 "
im Leipziger Schulmuseum

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