Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Header Special Leipziger Museen
Google+ Instagram YouTube
BStU-Schau wirft Blick auf "Kinder- und Jugendsportschulen im Fokus der Stasi"

Kaderschmiede Sport BStU-Schau wirft Blick auf "Kinder- und Jugendsportschulen im Fokus der Stasi"

Dokumente der Geheimpolizei belegen: Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hat sich die Belange aller DDR-Kinder- und Jugendsportschulen zu eigen gemacht. Sowohl der Schulunterricht als auf das Training und die gesundheitliche Betreuung wurden gezielt gelenkt. In der Ausstellung "Kaderschmiede Sport" an der BStU-Außenstelle Leipzig ist dieses Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte aufgearbeitet. Vom 1. Juni bis zum 31. August 2016 ist sie für Besucher geöffnet.

Kinder- und Jugendsportschulen waren in der DDR auch Sache des Staates. Das Ministerium für Staatssicherheit nahm deutlichen Einfluss auf die gesunde Entwicklung. Welchen genau, zeigt eine Ausstellung in Leipzig.

Quelle: BStU - Außenstelle Leipzig

Die Ausstellung "Kaderschmiede Sport" zeichnet den Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) auf die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) in der DDR nach. Sie zeigt die geheime Einflussnahme des MfS auf den Schulunterricht, das Training und die gesundheitliche Betreuung an diesen Sportschulen. Beachtung findet auch das Verabreichen "unterstützender Mittel" (Doping). Nicht zuletzt wird die Tätigkeit Inoffizieller Mitarbeiter (IM) dargestellt, die gezielt Informationen an die Staatssicherheit lieferten. Oft kamen sie aus den Reihen der Schüler, Erzieher, Lehrer, Trainer und Ärzte.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Kinder- und Jugendsportschulen "Dr. Richard Sorge" in Altenberg und "Arthur Becker" in Dresden. Dokumente geheimpolizeilicher Tätigkeiten aus anderen Bezirken belegen den Einfluss des MfS auf alle Kinder- und Jugendsportschulen der DDR.

Kinder- und Jugendsportschulen in der DDR

Die aus politischen Gründen sehr hohen Ziele im Leistungssport erforderten ein ausgefeiltes System der Suche, Auswahl und des Förderns von jungen Sporttalenten. Das setzte bereits im frühen Kindesalter an.

Ziel war eine frühzeitige Aufnahme der Talente in ein Trainingszentrum bzw. in einen Trainingsstützpunkt, der sogenannten 1. Förderstufe. Hier wurden Kinder gezielt für die 2. Förderstufe, die Aufnahme an eine Kinder- und Jugendsportschule, vorbereitet. Als Spezialschulen boten sie die Voraussetzungen, den Schulunterricht und das hohe Trainingspensum koordinieren zu können.

Medizinisch betreut

Trotz der großen Verantwortung gegenüber dem Sportler und seinem Gesundheitszustand kam es auch zum Einsatz der "unterstützenden Mittel". Das geschah teilweise ohne Wissen der Sportler, so zum Beispiel im Fall der Turnerin Dagmar Kersten.

Sie ist eine der erfolgreichsten Turnerinnen der DDR. Mit neun Jahren kam sie 1979 an die Kinder- und Jugendsportschule "Heinrich Rau" in Berlin. Sie trainierte beim Sportclub (SC) Dynamo täglich sechs Stunden sechs Tage in der Woche. Zur Leistungssteigerung erhielt sie unter anderem Vitamintabletten. Erst später erfuhr sie, dass sich unter diesen Tabletten auch Anabolika und Psychopharmaka verbargen. Dagmar Kersten ist heute anerkanntes DDR-Dopingopfer.

Der Eintritt ist frei.

PM

"Kaderschmiede Sport"
vom 1. Juni bis 31. August 2016
in der BStU, Außenstelle Leipzig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Ausstellungen
Google-Karte mit Einträgen aller teilnehmenden Leipziger Museen

Alle Museen von A - Z: Adressen, Öffnungszeiten, Kontaktinfos finden Sie hier: mehr

Eintritt frei!

Einige Museen bieten an bestimmten Tagen kostenlosen Zugang zu ihren Austellungen. Eine aktuelle Übersicht finden Sie hier. Jetzt sparen!