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"DDR auf Wänden" rückt Malerei nach 1949 in den Fokus

Junge Perspektiven "DDR auf Wänden" rückt Malerei nach 1949 in den Fokus

Das Leipziger Museum der bildenden Künste stellt vom 30. März bis zum 11. Juni 2017 Werke der Malerei aus der DDR aus. Konzipiert wurde die neue Ausstellung "DDR auf Wänden" von Schülern. Neben den künstlerischen Fragen wurden auch politische, gesellschaftliche und ethische Werte diskutiert.

Gudrun Brüne ...und wieder ein Sommer II, 1982

Quelle: © VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Die Ausstellung zeigt die heutige Rezeption der Malerei aus der DDR-Zeit durch Jugendliche und wurde gemeinsam mit 16 Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse der  35. Oberschule der Stadt Leipzig realisiert. Sie waren mit ihrer Kunstlehrerin eingeladen, zusammen mit einer Kunstvermittlerin und einem Kurator des Museums das Projekt zu entwickeln und umzusetzen.

Leitmotiv der Kooperation ist der konstruktiv-kritische Blickwechsel, dabei dem Projekt unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen. Die wesentlichen Impulse für die  Ausstellung wurden nicht von den Museumsmitarbeitern, sondern von den fachfremden Jugendlichen gesetzt: Von der Themenfindung und Ausstellungskonzeption über die Werkauswahl in den Beständen des Museums und der Kommentierung der Gemälde bis  hin zur Präsentation und Vermittlung haben sie sich in Begleitung der Museumsmitarbeiter einen Zugang in eigener Sprache zur künstlerischen Bildwelt der DDR erarbeitet.

In diesem für die Jugendlichen und für das Museum ungewöhnlichen Projekt sollte ihr Interesse am Umgang mit der speziellen Bildsprache der DDR-Malerei geweckt werden. Diese bewegt sich häufig in einem Graubereich zwischen kunstpolitisch geprägten Vorgaben und privater Zurückgezogenheit, zwischen einfacher Agitation und versteckter Kritik. Sie ist für Menschen, die nicht in einem autoritären System gelebt haben, nicht immer auf den ersten Blick nachvollziehbar. Besonders jüngere Menschen, für die die DDR eine weit entfernte, abgeschlossene Vergangenheit ist, wissen wenig über die Lebensrealität und die Kunst im sozialistischen Osten Deutschlands, können sich dieser aber zugleich mit einer größeren Unbefangenheit annähern als ältere Generationen.

Gespräche mit Künstlern, die in der DDR gearbeitet haben, wie Lutz Dammbeck oder Sighard Gille, eröffneten den Schülern einen unmittelbaren Zugang zu Kunst und Gesellschaft dieser Zeit. So versuchte das Projekt einen Dialog zwischen verschiedenen Erfahrungs- und Wissenshorizonten zu stiften.

Aus dem Umgang mit der Kunst der DDR heraus wurden neben den künstlerischen Fragen auch politische, gesellschaftliche und ethische Werte diskutiert und die Rolle des Museums als Erinnerungsort und Bildungsinstitution in den Fokus gerückt.

In den vier thematischen Kapiteln "Alltag – Arbeit – Freizeit", "Stadt – Land – Industrie", "Liebe – Lust – Geborgenheit" und "Sehnsucht – Freiheit – Macht" präsentieren die Schülerinnen und Schüler insgesamt 41 Gemälde von Jost Braun, Gudrun Brüne, Dietrich Burger, Wolfram Ebersbach, Fritz Fröhlich, Albrecht Gehse, Monika Geilsdorf, Sighard Gille, Hans Grundig, Ulrich Hachulla, Bernhard Heisig, Werner Juza, Joachim Kratsch , Sabine Lessig, Wolfgang Mattheuer, Walter Münze, Gudrun Petersdorff, Günter Richter, Arno Rink, Günter Albert Schul z, Harald K. Schulze, Willi Sitte, Sabine Slatosch, Volker Stelzmann, Heinz Eberhard Strüning, Norbert Wagenbrett, Hannes H. Wagner, Doris Ziegler und Lothar Zitzmann.

Die Genese der Ausstellung kann in einem begleitenden Web-Blog nachvollzogen werden.

"DDR auf Wänden"
vom 30. März bis 11. Juni 2017
im Museum der bildenden Künste Leipzig

PM

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