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"Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR" in der BStU Leipzig

Den Rotstift angesetzt "Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR" in der BStU Leipzig

Die Verfassung der DDR schloss eine Pressezensur ausdrücklich aus und gewährte Meinungsfreiheit. Nichtsdestotrotz baute die SED das Mediensystem zu einem staatlichen Lenkungs- und Kontrollsystem aus. Einblicke gibt die Ausstellung "Rotstift - Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR" in der BStU Außenstelle Leipzig.

Blick in die Ausstellung "Rotstift - Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR".

Quelle: PF BStU Leipzig

Die Verfassung der DDR schloss eine Pressezensur ausdrücklich aus und gewährte Meinungsfreiheit. Nichtsdestotrotz baute die Staatspartei SED das Mediensystem zu einem komplexen und allumfassenden staatlichen Lenkungs- und Kontrollsystem aus. Mit ihrer Medienmacht wollte die Staatspartei die Massen für die kommunistische Idee gewinnen. Nicht nur davon, sondern auch von der Einheitspresse wendeten sich im Laufe der Jahre immer mehr Menschen ab. Innerlich wanderten sie via Westfernsehen aus.

Offener begehrten die Oppositionsgruppen der 1980er Jahre gegen die manipulierten und realitätsfernen Informationen der SED-Medien auf. Sie schufen ihr eigenes Informationsnetzwerk und bauten eine Gegenöffentlichkeit in Form von Ausstellungen, Veranstaltungen, Protestaktionen oder Untergrundschriften auf. Bedeutsam waren ihre Kontakte zu westlichen Korrespondenten, die Informationen und Materialien zwischen Ost und West schmuggelten. Der Staat und seine Geheimpolizei, das Ministerium für Staatssicherheit, bekämpften derartiges Aufbegehren mit all ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Zunehmend stieß die Reformunwilligkeit der SED auch im Medienbereich auf Unverständnis großer Teile der Bevölkerung. Schließlich wurde während der Herbstdemonstrationen 1989 die Forderung nach Presse- und Meinungsfreiheit eines der wichtigsten Anliegen der Menschen auf der Straße.

Die Ausstellung des Archivs Bürgerbewegung Leipzig zeigt anschaulich, dass die demagogische politische Kunst der SED-Diktatur darin bestand, wesentliche Informationen vorzuenthalten und den Rotstift im Sinne ihrer ideologischen Wahrheit anzusetzen. Mit ihrer Zensur versteckte die SED große Teile der Wirklichkeit und wirkte somit gesellschafts- und freiheitsfeindlich.

Ausstellung "Rotstift - Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR"
1. August bis 9. Oktober 2016
in Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), Außenstelle Leipzig

PM

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