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"Nowhere is Home": Fluchtautos parken im Leipziger Museum der bildenden Künste

Solidarität in Kunstform "Nowhere is Home": Fluchtautos parken im Leipziger Museum der bildenden Künste

Vom 5. April bis zum 26. Juni 2016 nimmt das Museum der bildenden Künste Leipzig zwei 'Fluchtautos' des Künstlers Manaf Halbouni in seine Ausstellungsräume auf. Die Fahrzeuge der Mini-Schau "Nowhere is Home" sind eine künstlerische Reaktion auf die Pegida-Demonstrationen in Halbounis Heimatstadt.

"Nowhere is Home" macht Station im Leipziger Museum der bildenden Künste.

Quelle: Punctum/B. Kober

Bereits im Jahr 2014 hatte er mit der Arbeit Entwurzelt dem Gefühl der Zerrissenheit und Entwurzelung durch ein mit Hausrat bepacktes, aber nicht mehr fahrtüchtiges Fahrzeug Ausdruck verliehen.

Klischeehaft aber effektiv - Künstler setzt Dresdner Projekt "Sachse auf der Flucht" fort

Bei "Sachse auf der Flucht" parkte der deutsch-syrische Künstler am Versammlungsort der Pegida-Demonstranten einen dunklen Mercedes, auf dessen Dachgepäckträger "klischeehafte Habseligkeiten" (Halbouni) wie Gartenzwerge, ein Sonnenschirm, ein Bierkasten der Marke Radeberger und ein Kühlschrank verstaut waren. Der Künstler rief dazu auf, sich vor dem Auto fotografieren zu lassen und ihm die Bilder zur Veröffentlichung im Internet zuzuschicken.

Auf ironische Art konnte man sich mit Geflüchteten fremder Länder solidarisieren und eine Gegenöffentlichkeit bilden, zugleich aber auch den eigenen Fluchtreflex vor der bedrohlich anwachsenden Fremdenfeindlichkeit im eigenen Land bezeugen.

Minimalistisch bildgewaltig - "Nowhere is Home" fragt: Wer flüchtet vor wem aus welchem Grund?

Unter dem Projekttitel "Nowhere is Home" zeigt Halbouni nun in Leipzig zwei mit Hausrat bepackte Autos der Marke Volkswagen. Die beiden VW Polos wurden zuvor im Begleitprogramm der Biennale in Venedig 2015 und im Victoria and Albert Museum London präsentiert. Zu sehen sind hier nicht mobile Statussymbole, die einer um ihren Wohlstand und Sicherheit fürchtenden bürgerlichen Mittelschicht gehören könnten, sondern ältere Modelle niedrigpreisiger Kleinwagen.

Auf dem Dach der Autos türmen sich Koffer, Bierkästen, ein Keyboard, ein Teppich und anderer Hausrat. Das Mobiliar ist nicht als Inszenierung einer verarmten Unterschicht angeblich unterentwickelter Länder zu verstehen, sondern einer globalisierten und auch in Deutschland vorherrschenden Konsum- und Wohnkultur zuzurechnen.

Ebenso wie bei seiner Arbeit "Sachse auf der Flucht" stellt Halbouni mit dem Verzicht auf eine stereotype, exitisierende Auswahl des Hausrats die Frage des flüchtenden Subjekts wieder neu: Wer flüchtet vor wem aus welchem Grund?

Manaf Halbouni "Nowhere is home"
5. April bis 26. Juni 2016
im Museum der bildenden Künste Leipzig

PM

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