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Religiöses Leben in Leipzig - Bach Museum beleuchtet "Glaubenswelten"

Schau! des Monats April Religiöses Leben in Leipzig - Bach Museum beleuchtet "Glaubenswelten"

Seit der Einführung der Reformation in Leipzig 1539 bildete die evangelisch-lutherische Konfession die Basis für das Zusammenleben in Leipzig. Die Ausstellung "Glaubenswelten" im Bach-Museum Leipzig beleuchtet vom 27. Januar bis zum 25. Juni 2017 die religiöse Situation in Leipzig zur Bach-Zeit.

Salzburger Glaubensflüchtlinge auf der Durchreise in Leipzig. Kupferstich 1732.

Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig/PF

Seit der Einführung der Reformation in Leipzig 1539 bildete die evangelisch-lutherische Konfession die Basis für das religiöse und soziale Zusammenleben. In die pulsierende Handelsmetropole Leipzig kamen jedoch – besonders zu den drei jährlichen Messen – Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus mit unterschiedlichen Konfessionen und Religionen.

Die Stadt und die evangelisch-lutherische Kirchenbehörde wachten streng über "unliebsame" Glaubensausübungen. Dennoch begann um 1700 unter der Regierung des sächsischen Kurfürsten August des Starken – nicht zuletzt aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen – eine Lockerung der bis dahin weitgehend religiösen Einheitlichkeit.

Im Sommer 1732 kamen in zwei Etappen jeweils rund 800 evangelisch-lutherische Flüchtlinge aus dem Fürst-Erzbistum Salzburg nach Leipzig. Der katholische Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian hatte insgesamt fast 20.000 Lutheraner aus dem Salzburger Land vertrieben. Sein rigoroses Vorgehen wurde europaweit kritisiert. Auf ihrem Weg nach Preußen wurden die Flüchtlinge in Leipzig begeistert empfangen und für einige Tage in Familien aufgenommen.

Die Ausstellung "Glaubenswelten" im Bach-Museum Leipzig beleuchtet vom 27. Januar bis zum 25. Juni 2017 die religiöse Situation in Leipzig zu Zeiten Johann Sebastian Bachs.

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Die Kabinettausstellung beleuchtet die religiöse Situation in Leipzig zur Bach-Zeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Neben der vorherrschenden evangelisch-lutherischen Kirche gab es seit 1701 eine evangelisch-reformierte und seit 1710 eine katholische Gemeinde, 1743 kam eine griechisch-orthodoxe hinzu. Jüdische Händler durften nur eingeschränkt während der Handelsmessen ihre Religion ausüben. Ein weiteres Kapitel geht der Frage nach, inwieweit der evangelisch-lutherische Thomaskantor Johann Sebastian Bach mit anderen Konfessionen in Berührung kam.

Zu den wertvollsten Ausstellungsstücken gehören Stimmen aus der Missa h-Moll BWV 232 (Kyrie und Gloria der späteren h-Moll-Messe), die Bach dem katholischen Kurfürsten widmete. Zahlreiche weitere Exponate, darunter Dokumente zur katholischen sowie evangelisch-reformierten Gemeinde, ein in Leipzig verfasstes Koran-Lexikon und die Beschreibung einer heimlichen jüdischen Hochzeit, zeugen von dem langwierigen und schwierigen Prozess einer Annäherung der Glaubenswelten.

Die Ausstellung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie vom Packard Humanities Institute, Los Altos/Kalifornien und der Stiftung Chorherren St. Thomae, Leipzig.

"Glaubenswelten"
vom 27. Januar bis zum 25. Juni 2017
im Bach-Museum Leipzig

PM

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