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Schau! des Monats: DDR-Vergangenheit im Stasi-Bunker Machern

"Echte" Geschichtsstunde Schau! des Monats: DDR-Vergangenheit im Stasi-Bunker Machern

Im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche bei Machern werden die militärische Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und dessen Aufgaben im sogenannten Spannungs- und Mobilmachungsfall dokumentiert - unsere Schau! des Monats September.

Einer der 16 Arbeitsbereiche im Bunker wäre das Büro für den Leiter der Leipziger Staatssicherheit,
Generalleutnant Manfred Hummitzsch, geworden. Sein Arbeitsplatz unterschied sich nicht
wesentlich von anderen, jedoch war es mit mehreren Telefonen inklusive einem Direktrufapparat
sowie einer extra Stehleuchte ausgestattet.

Quelle: Frank Jabin

In dem Bunker hätte der Leipziger Stasi-Chef im Ernstfall zusammen mit 100 weiteren Mitarbeitern seine Tätigkeit fortgesetzt. Zu besichtigen sind das 5,2 Hektar große, denkmalgeschützte Gesamtgelände mit allen erhaltenen Bauten und Anlagen sowie das komplette Bunkerinnere.

Getarnt als Ferienanlage - Geheimer Bunkerbau bis 1971

Kurz nach Erlass der Direktive 1/67 durch Erich Mielke wurde heimlich in einem Waldstück am Rand des Naherholungsgebietes Lübschützer Teiche bei Machern die Ausweichführungsstelle der BVfS Leipzig gebaut. Getarnt war das Objekt als Ferienanlage des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig.

Der Messplatz entstand in Eigenbau des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und gibt den Grundriss des Bunkers wieder. Signallämpchen geben den Betriebszustand für die Strom-, Wasser- und Luftversorgung an und zeigen die Position der Türen.

Im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche bei Machern werden die militärische Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit und dessen Aufgaben im sogenannten Spannungs- und Mobilmachungsfall dokumentiert - unsere Schau! des Monats September 2016.

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Das insgesamt 5,2 Hektar umfassende Areal, das am 7. Dezember 1974 einsatzbereit an den Leiter der Leipziger Bezirksverwaltung Generalmajor Manfred Hummitzsch übergeben wurde, gliederte sich in zwei Zonen. In der äußeren Zone befanden sich drei komplett eingerichtete Bungalows und das Einfamilienhaus des Bunkerkommandanten, der auf dem Gelände wohnte.

In der durch Zäune, mehrere Wachhunde, eine Alarmanlage und Sichtschutzblenden gesicherten inneren Zone befand sich neben den Versorgungsbauten (Werkstatt, Tischlerei, Sozial- und Unterkunftsgebäude für den Wach- und Instandsetzungsdienst) das Kernstück des Areals – der von 1968 bis 1971 gebaute Bunker.

Schutzbunker Machern auf 1500 Quadratmetern

Fünf Meter tief unter der Erde stand in dem etwa 1.500 Quadratmetern großen ABC-Schutzbunker alles bereit, was der Führungsstab der Leipziger Staatssicherheit für eine Fortsetzung der geheimdienstlichen Tätigkeit benötigte. Die Versorgungssysteme für Strom, Wasser und Luft waren für verschiedene Betriebsweisen ausgelegt und sollten einen autarken Betrieb von sechs Tagen gewährleisten.

Eine der zentralen Aufgaben war die Aufrechterhaltung der Kommunikation und somit der operativen Handlungsfähigkeit im Kriegsfall, deshalb kam der Nachrichtentechnik eine besondere Stellung zu. Die Nachrichtenzentrale des Bunkers sollte sämtliche Kontakte zur Staatssicherheit in den anderen Bezirken, zu den Kreisdienststellen, zu den einzelnen Abteilungen der Bezirksverwaltung Leipzig, zum Leiter der Bezirkseinsatzleitung (BEL), aber auch zu den bewaffneten Organen, der Volkspolizei und der Armee bis hin zu den Ministerien der Staatssicherheit und des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) ermöglichen.

In vier, teilweise durch Gittertüren abgesicherten Räumen befanden sich Übertragungstechnik, Fernsprech- und Fernschreibgeräte sowie Chiffriertechnik. Um einer Enttarnung durch den Funkverkehr zu entgehen, wurde etwa 3 Kilometer entfernt eine abgesetzte Sendestelle in einem Kleinbunker (Typ FB-3) errichtet. Die dort installierte Funktechnik konnte von der AFüSt indirekt fernbedient werden, so dass die Funksprüche in einer sichern Entfernung abgesendet werden konnten.

So finden Sie den Stasi-Bunker Machern!

PM/red

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