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Stadtgeschichtliches Museum Leipzig zeigt Werke des Kultfotografen Günter Rössler

Meisterhafte Bilder Stadtgeschichtliches Museum Leipzig zeigt Werke des Kultfotografen Günter Rössler

Günter Rössler gilt als Ikone künstlerischer Akt- und Modefotografie. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig widmet dem Meisterfotografen und wichtigen DDR-Zeitzeugen jetzt eine Sonderschau. Dazu werden Arbeiten des Jungmeisters Michael Bader gestellt.

Günter Rösslers Witwe Kirsten Schlegel vor den Modefotos ihres Mannes

Quelle: André Kempner

Günter Rössler schrieb über sechs Jahrzehnte Fotografiegeschichte. Er arbeitete zu DDR-Zeiten für Mode- und Fotozeitschriften wie Modische Maschen, Sybille, Das Magazin, Fotografie und Fotokino-Magazin. Seine Aktbilder zeigen junge Frauen – nackt, erotisch und wunderschön – aber nie vorführend, sondern selbstbewusst und mit durchdringender Persönlichkeit. Seine gesamte Ästhetik prägte die Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellungen Rösslers sind Publikumsmagnete, seine Bilder ein Stück DDR-Kultur. Doch neben ihrer schlichten Schönheit besitzen seine Werke auch eine zeitgeschichtliche Bedeutung: Sie sind Abbild der Sehnsüchte und Wunschbilder in der DDR.

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt vom 17. August bis zum 31. Oktober 2016 faszinierende Fotografien der Künstler Günter Rössler und Michael Bader.

Zur Bildergalerie

Der Dokumentarfilm Die Genialität des Augenblicks – Der Fotograf Günter Rössler von Fred R. Willitzkat aus dem Jahr 2012 gibt nicht nur Einblicke in Leben und Werk des Altmeisters, sondern vor allem auch in das Geheimnis seiner Fotografie. Die Ausstellung zeigt über 100 Werke Günter Rösslers aus den Bereichen Akt, Mode, Porträt und Reportage, darunter auch bisher unveröffentlichte Arbeiten.

Dem Altmeister Günter Rössler wird der junge Meister Michael Bader gegenübergestellt. Der Leipziger Fotograf präsentiert Auszüge seiner 2013 entstandenen Porträtserien Milchweiß und Hochwohlgeboren.

Milchweiß zeigt zehn Leipziger Kinder, die wie zarte weiße Engel wirken,  verspielt viktorianisch. Jedes dieser Bilder birgt sein eigenes Geheimnis. Durch Farbe und Kleidung aus ihrer Zeit genommen, ist es der Blick des Kindes, der mal verschlossen, trotzig oder stolz, zerbrechlich, selbstbewusst, oder keck wirkt.

Hochwohlgeboren ist eine Fortsetzung von Milchweiß. Ziel dieser Arbeit war das Verhalten der zehn Kinder in festgelegten Rollen zu beobachten: Wie versuchen sie ihre Rolle zu verkörpern? Wie verändert sich ihre Haltung, Mimik und Gestik? Wie wirkt sich dies auf den Blick des Betrachters aus? Die Kinder lassen sich vollkommen in die Inszenierung fallen. Ihre Mimik wirkt undurchdringlich und der Betrachter bleibt an bekannten Klischees der wahrnehmbaren Oberfläche hängen. Der Name Michael Baders steht für Authentizität und Emotionen, die feinfühlig in Szene gesetzt sind.

Trotz aller Unterschiede in den Arrangements der Arbeiten haben die Fotografien Günter Rösslers und Michael Baders eines gemeinsam: Es sind wahre Meisterfotografien!

Ausstellung "Meisterfotografie"
17. August bis 31. Oktober 2016
im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

PM

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