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Stiller Protest gegen die DDR - Leipziger Bildermuseum zeigt die "Gehaltene Zeit"

Gegen das sozialistische Weltbild Stiller Protest gegen die DDR - Leipziger Bildermuseum zeigt die "Gehaltene Zeit"

Erstmals werden in einer einzelnen Schau die drei Fotografen Ursula Arnold, Arno Fischer und Evelyn Richter gemeinsam präsentiert und ihre umfangreiche Bildkunst miteinander in Beziehung gesetzt. Die jeweilige spezifische Sichtweise wird vom 3. Juli bis 3. Dezember 2016 in die "Gehaltene Zeit" im Museum der bildenden Künste deutlich.

Pförtnerin im Rathaus, Leipzig um 1975

Quelle: © Evelyn Richter Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung

In der Ausstellung sind drei Lebenswerke und Lebensläufe der wichtigsten Vertreter der sozial-künstlerisch engagierten Fotografie zu entdecken, die jeweils einen eigenen Weg wählten, um sich den herrschenden Bildvorstellungen der DDR zu entziehen.

Während Arno Fischer (1927-2012) als Autodidakt zur Fotografie gelangte, haben Ursula Arnold (1929-2012) und Evelyn Richter (*1930) jeweils eine Lehre als Fotografin absolviert und die traditionelle Porträtfotografie im Atelier erlernt. Die beiden jungen Fotografinnen lernten sich 1953 in Leipzig kennen. Sie studierten im Anschluss an ihre Lehre an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Fortan verband sie eine tiefe Freundschaft und sie pflegten den künstlerischen Austausch.

Arno Fischer und Evelyn Richter begegneten sich 1957 in Leipzig. Fischer war von Richters Arbeiten, die er in der Ausstellung "action fotografie" sah, begeistert. Beide suchten künftig den Austausch und verfolgten ihre Arbeiten mit gegenseitigem Respekt. Während Ursula Arnold 1957 in Berlin eine Stelle am Fernsehen als Kamerafrau begann und nur noch privat fotografierte, arbeiteten Evelyn Richter in Leipzig und Arno Fischer in Berlin als Fotografen im eigenen Auftrag weiter.

Alle drei Fotografen suchen und finden ihre Motive im Alltag. Subjektiv geprägte Bilder aus und von ihrer unmittelbar erlebten Umwelt entstehen. Die offizielle Bildsprache der DDR lehnen sie ab, ihre Fotografien widersprechen dem propagierten sozialistischen Weltbild. Vielmehr stellen ihre Werke Fragen und erzählen Geschichten, die hinter den Bildern liegen. Die erste große Museumsausstellung des 2009 gegründeten Evelyn Richter Archivs soll überregional den Blick auf die immer noch vernachlässigte Aufarbeitung der Fotografie in der DDR lenken und die Diskussion national weiter öffnen.

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Kettler Verlag Dortmund.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig.

"Gehaltene Zeit"
 3. Juli 2016 bis 3. Dezember 2016
  im Museum der bildenden Künste Leipzig

PM

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