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"Verordnete Solidarität": BStU Leipzig zeigt Umgang mit "Fremden" in DDR

Fremdenangst und Rassismus "Verordnete Solidarität": BStU Leipzig zeigt Umgang mit "Fremden" in DDR

Kann man Solidarität auf "Rezept" verordnen? "Der Umgang mit 'Fremden' in der DDR" ist im Fokus einer Ausstellung in der BStU-Außenstelle Leipzig. Sie zeigt bis zum 1. Mai 2017: die verfehlte Asyl- und Ausländerpolitik der DDR führte zu Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus.

Bis zur Wende gab es in der DDR 60.000 vietnamesische "Vertragsarbeiter“ (Featurebild).

Quelle: dpa

Durch den zunehmenden Legitimationsverlust der SED-Führung verkam auch der solidarische Gedanke mit der Dritten Welt zur reinen SED-Propaganda und wurde dahingehend von den Menschen als solcher deklassiert. Mit dem einsetzenden Verlust solidarischer Empathie etablierten sich menschenfeindliche Vorurteile. Hinzu kam eine Asyl- und Ausländerpolitik, die nicht Integration zum Ziel hatte.

Vielmehr nutzte die SED die Inobhutnahme der Ausländer rational ein. Vor allem die Vertragsarbeiter sollten die sozialistische Produktion am Laufen halten. Im Hintergrund standen dabei Arbeitskräftemangel auch durch die Flucht und Übersiedlung von gut ausgebildeten, jungen Fachleuten in die Bundesrepublik.

Die Vertragsarbeiter und andere Flüchtlinge wurden von der Bevölkerung abgeschottet. Den Ausländer als greifbaren (Mit)-Menschen gab es somit in der DDR nicht. Diese sozialpolitischen Defizite bewirkten ein starkes Ressentiment gegenüber Fremden.

Problematisch ist die Tradierung solcher Einstellungen, bis heute. Ihre Grundlage wurde in der durch Empathielosigkeit geprägten verordneten Solidarität und der verfehlten Ausländerpolitik der SED gelegt.

Die Ausstellung in der BStU-Außenstelle Leipzig nimmt Aspekte der von "oben" initiierten internationalen Solidarität und die verfehlte Asyl- und Ausländerpolitik der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in den Blick. Die Folgen waren Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus in Teilen der Bevölkerung.

"Verordnete Solidarität -Der Umgang mit 'Fremden' in der DDR"
vom 1. Februar bis zum 1. Mai 2017
in der BStU-Außenstelle Leipzig

PM

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