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Das Antikenmuseum der Universität Leipzig wird 20 Jahre alt

Runder Geburtstag Das Antikenmuseum der Universität Leipzig wird 20 Jahre alt

Die Wiedereröffnung des Antikenmuseums der Universität Leipzig jährt sich dieser Tage zum 20. Mal. Das Institut für Klassische Archäologie, dessen Mitarbeiter und Studierende die Sammlung betreuen, ist von den aktuellen Stellenstreichungen betroffen. Dennoch soll das Antikenmuseum nach den Worten der Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking erhalten bleiben.

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Das Antikenmuseum der Universität Leipzig blickt bereits auf eine lange Tradition zurück.

Quelle: PF

"Wir setzen uns weiter dafür ein, diese wertvolle Sammlung auch in Zukunft der Öffentlichkeit präsentieren zu können", betonte sie. Neben der Skulpturensammlung an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist das Museum der einzige Ort in Sachsen, der umfassend und vielseitig über die antiken Kulturen des Mittelmeergebietes informiert.

"Das Antikenmuseum wurde 1840 als akademische Lehr- und Studiensammlung gegründet und war von Beginn an als öffentliche Einrichtung allen interessierten Bürgern zugänglich. Die Geschichte und das Wirken des Museums sind ohne das Fach Klassische Archäologie an der Universität undenkbar", erklärt Cain. Einen historischen Tiefpunkt habe das Museum 1968 erlebt, als es seine Heimstatt im gesprengten Universitätshauptgebäude verlor und sämtliche Bestände auf Jahrzehnte magaziniert werden mussten. Erst fünf Jahre nach der Friedlichen Revolution habe sich die Chance geboten, das Antikenmuseum in der Alten Nikolaischule am Nikolaikirchhof - einem politisch bedeutenden Ort, in einem architektonisch reizvollen Gebäude - neu einzurichten.

Im Oktober 1994 wurde es mit seinen vielseitigen Sammlungsbeständen wiedereröffnet. Mit der Sanierung der in DDR-Zeiten vom Verfall bedrohten Alten Nikolaischule 1991 bis 1994 wollte die Kulturstiftung Leipzig nicht nur ein stadtgestalterisches Signal setzen, betont der Präsident der Kulturstiftung Leipzig, Prof. Rolf-Dieter Arens. "Das Haus wurde zu neuem Leben erweckt und mit seinen musealen Einrichtungen und der klassizistischen Aula zu einer vielseitigen Stätte kultureller Begegnung gemacht".

Eine Auswahl von rund 450 Exponaten informiert seither über die Gesamtentwicklung der antiken Kulturen vom Neolithikum (Jungsteinzeit) bis zur Spätantike und vermittelt einen Eindruck von den Kunstgattungen und Stilepochen dieses räumlich und zeitlich weit gefassten Komplexes. Schwerpunkt sind kleinformatige Kunstobjekte: neben Statuetten aus Bronze und Ton hauptsächlich Vasen aus Athen mit schwarzen und roten Figuren. Auch die antiken Randgebiete des Schwarzmeerraumes, insbesondere die Krim, Großgriechenland, Etrurien und Alexandrien, sind mit zentralen Beispielen vertreten. Nach Leipzig gelangt sind die Stücke durch Ankäufe und vor allem als Geschenke von Fachgelehrten aus aller Welt und Leipziger Bürgern.

"In den zurückliegenden zwanzig Jahren wurde die Infrastruktur des Antikenmuseums mit erheblichen Mitteln erfolgreich erweitert und ausgebaut. Alle sammlungsbezogenen Aktivitäten kommen nicht nur der Lehre und Forschung, sondern auch der Öffentlichkeit zugute", sagte Dr. Hans-Peter Müller vom Antikenmuseum. Neben seinen traditionellen Aufgaben als Lehr- und Studiensammlung habe es sich zu einem modernen Besuchermuseum entwickelt, das als wichtiges Kommunikationszentrum zwischen der Universität und der Öffentlichkeit agiert. "Der produktive Kreislauf von Lehre, Forschung und Museumsarbeit würde durchbrochen werden, sollten die Sparpläne der Landesregierung umgesetzt werden, das Institut für Klassische Archäologie zu schließen", warnte Direktor Cain.

In der praxisbezogenen Ausbildung vermitteln Studierende der Klassischen Archäologie die antike Welt mit vielseitigen Angeboten für junge und erwachsene Besucher. Das Lehr- und Forschungspotenzial des Faches floss in über zwanzig Sonderausstellungen ein, die komplexe Zusammenhänge wissenschaftlicher Themen auch für ein breites nichtwissenschaftliches Publikum verständlich aufbereiteten. Ausstellungen - unter anderem zu den Etruskern (2006), zur Farbigkeit antiker Plastik (2012), zum Haus des Tragödiendichters in Pompeji (2005) oder zu Fälschungen antiker Keramik (2011) - boten Einblicke in die historische und aktuelle Wissenschaftskultur und in Formen früher und zeitgenössischer Aneignung und Vermittlung der Antike.

PM

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