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Ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR am Sonntag geöffnet

Sonderführungen Ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR am Sonntag geöffnet

Am 26. Juni 2016 jährt sich die letzte bisher bekannte Hinrichtung der DDR, die in der ehemaligen zentralen Hinrichtungsstätte der DDR vollzogen wurde, zum 35. Mal. Um an diesen Tag zu erinnern, bietet das Bürgerkomitee Leipzig zusätzliche Führungen an.

Die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR ist derzeit nur an wenigen Tagen im Jahr für Besucher geöffnet.

Quelle: Andreas Döring

Von 11 bis 16 Uhr können Interessierte die historischen Räume sowie die Werksausstellung „Todesstrafe in der DDR – Hinrichtungen in Leipzig“ besichtigen.

Von 1945 bis 1981 wurden nach aktuellem Forschungsstand in der SBZ und späteren DDR 374 Todesurteile ausgesprochen, von denen man 209 vollstreckte. Hinzu kommen noch die von sowjetischen Militärtribunalen zwischen 1945 und 1947 etwa 3.500 sowie zwischen 1950 und 1953 etwa 1.000 hingerichteten Deutschen. Bis 1952 fanden die Hinrichtungen in den Ländern der verurteilenden Gerichte statt. Nach der Abschaffung der Länder sowie der Bildung von Kreisen und Bezirken nach sowjetischem Vorbild wurden von 1952 bis 1956 alle Todesurteile zentral in Dresden vollstreckt. Ab 1960 wurden dann in der Leipziger Südvorstadt, in einem streng abgetrennten Teil der Strafvollzugseinrichtung Alfred-Kästner-Straße alle in der DDR zum Tode Verurteilten unter absoluter Geheimhaltung hingerichtet. Im Jahr 1968 ersetzte der „unerwartete Nahschuss in das Hinterhaupt“ das Fallbeil als Hinrichtungsart. Nach bisheriger Erkenntnis fand die letzte Hinrichtung am 26. Juni 1981 statt.

Am 26. Juni 1981 wurde der MfS-Hauptmann Werner Teske in Leipzig getötet. Er war der letzte der insgesamt 64 bisher bekannten in Leipzig von 1960 bis 1981 hingerichteten Menschen. Die Geschichte der Todesstrafe in der DDR ging aber erst mit deren Streichung aus dem Strafgesetzbuch im Dezember 1987 zu Ende.

Hinrichtungsstätte ist einmaliges Zeugnis der SED-gesteuerten DDR-Justizgeschichte

Die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in der Alfred-Kästner-Straße ist ein einmaliges Zeugnis der SED-gesteuerten DDR-Justizgeschichte. Dort wurden die letzten Todesurteile auf deutschem Boden nach der über 450-jährigen Geschichte der ununterbrochenen Anwendung der Todesstrafe vollstreckt. Die Räumlichkeiten sind normalerweise nur im Rahmen der Museumsnacht und zum Tag des offenen Denkmals zugänglich.

Das Bürgerkomitee Leipzig e. V. als Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ setzt sich seit Mitte der 1990er für den Erhalt der ehemaligen zentralen Hinrichtungsstätte als Erinnerungsort ein. So erreichte der Verein, dass die noch original erhaltenen Räumlichkeiten nach dem Auszug der Justizvollzugsanstalt im Jahr 2001 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Daneben engagiert sich der Verein auch für die Aufarbeitung der Todesstrafe in der DDR. Im Jahr 2002 beschloss das Sächsische Kabinett, diesen zeitgeschichtlichen Ort zu erhalten, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie seine Geschichte zu erforschen und darzustellen. Daraufhin wurde das Bürgerkomitee vom Sächsischen Staatsministerium der Justiz beauftragt, die Geschichte zu erforschen und eine Konzeption für die weitere Nutzung zu erarbeiten.

PM

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