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Lutz Dammbecks Herakles Konzept im Museum der bildenden Künste

Bestand erweitert Lutz Dammbecks Herakles Konzept im Museum der bildenden Künste

Mit dem Werkkomplex Herakles Konzept des Leipziger Künstlers und Filmemachers Lutz Dammbeck (*1948) hat das Museum der bildenden Künste Leipzig eine frühe und wichtige Position intermedialer Kunst in der DDR und einen der wichtigen medienübergreifenden Werkkomplexe in der deutschen Kunst der letzten 30 Jahre für Leipzig gesichert.

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Lutz Dammbeck vor dem Bild "Bewegungsprotokoll (1)" (1982)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Das Leipziger Museum kann mit der Erwerbung zugleich auch eine Korrektur der eigenen Sammlungsgeschichte vornehmen, da das Museum während der DDR-Zeit intermedialen und systemfernen Positionen nur wenig Beachtung schenkte und diese trotz vielfacher Bemühungen nach der Wende nur vereinzelt in den eigenen Bestand integriert werden konnten.

Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen und der Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V. wurden drei Werkgruppen aus dem Herakles Konzept angekauft. Den überwiegenden Teil der Arbeiten erhielt das Leipziger Museum vom Künstler als Schenkung. Zu dieser wichtigen Erwerbung gehören Werke wie die frühen Fotoserien, die genähten Köpfe der Versuchsanordnung 2, das umfangreiche Konvolut der Herakles-Notizen, Materialsammlungen und Archivkopien seiner Filme, ergänzt durch Publikationen zum Künstler und seinem Werk. Das Museum verfügt mit über 450 Objekten in unterschiedlichen Medien und Werkzusammenhängen nun über wesentliche Teile des Herakles Konzepts und ist damit die wichtigste Sammlung der bildkünstlerischen Werke Dammbecks. Dessen übrige Werke, Filme und Aufzeichnungen befinden sich heute in der Akademie der Künste Berlin, dem Museum Weserburg/Zentrum für Künstlerpublikationen, der Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin, der Kunstsammlung des Deutschen Bundestags, dem Getty Research Center Los Angeles und im Filmmuseum Potsdam.

Eine kleine Auswahl an Arbeiten des Herakles Konzept wird in der dritten Etage des Museums der Bildenden Künste Leipzig präsentiert.

Lutz Dammbeck, einer der Initiatoren des inzwischen berühmten Leipziger Herbstsalons von 1984, hat in den frühen 1970er Jahren an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studiert und dann über serielle Fotoarbeiten und Collagen zunächst zum Animationsfilm und dann zum Film gefunden. Angesteckt von der „anarchischen Kraft des Individuums“ (Dammbeck) und in Abgrenzung zum Kollektiv, die er im Märchen des eigensinnigen Kindes der Brüder Grimm entdeckte, begann er Anfang der 1980er Jahre seine Arbeit am Gesamtkunstwerk Herakles Konzept als einem assoziativen und multimedialem Rechercheprojekt. Die Beschäftigung mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus, die anfangs seine künstlerischen Recherchen bestimmten, und die Auseinandersetzung mit der Funktion von Kunst in der Diktatur sowie dem Verhältnis von individueller Freiheit und kollektivem Zwang wurden Themen seiner Filme, intermedialen Assemblagen und Rauminstallationen.

1986 reiste Lutz Dammbeck zusammen mit seiner Frau, der Fotografin Karin Plessing, nach Hamburg aus, wo er seitdem als Filmemacher und Künstler tätig ist. In Hamburg setzte Dammbeck seine Arbeit am Herakles Konzept in internationalerfolgreichen Dokumentar- und Essayfilmen sowie Installationen fort. Er weitete seine Fragen nach dem Machtverhältnis von Individuum und Kollektiv, von Selbstund Fremdbestimmung aus und untersuchte diese Themen unter einer stärker globalen Sichtweise. Sein neuester Film Overgames wurde 2015 auf dem internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig mit dem Preis des Goethe-Instituts für den besten deutschen Dokumentarfilm ausgezeichnet.

PM

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