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Zwei Leipziger Hugenotten sind zurückgekehrt

Stadtgeschichtliches Museum Zwei Leipziger Hugenotten sind zurückgekehrt

Zwei neue Ölgemälde haben die Sammlung des Stadtgeschichtlichen Museums bereichert. Es handelt sich um die Porträts der Eheleute Amy und Catharina Margarethe Dumont, gemalt 1767 von Jakob Samuel Beck. Übergeben wurden die Gemälde von Hartwig Eickhoff aus Lilienthal, einem Nachkommen der Familie Dumont.

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Hartwig Eickhoff (links) übergibt zwei Portraitgemälde aus seiner Familie an Dr. Volker Rodekamp, den Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums.

Quelle: SGM

Die heute noch lebenden Nachfahren der Dumonts bewahren und erforschen die Familientradition. Einer von ihnen, Hartwig Eickhoff aus Lilienthal, hat die Porträtgemälde von Amy und Catharina Margarethe Dumont nun dem Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig übergeben. Dort werden sie voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres einen Platz im neuen Ausstellungsraum des Alten Rathauses finden. Integriert werden die Portraits in die städige Ausstellung "Leipzig Original. Vom Mittelalter bis zur Völkerschlacht.", in der auch über die Blütezeit der Leipziger Messen im 17. und 18. Jahrhundert erzählt wird.

Leipzig und seine Messen profitierten enorm vom Zuzug fremder Kaufleute, wofür die Hugenotten ein herausragendes Beispiel sind. Die Dumonts waren eine der ersten hugenottischen Familien, die sich in Leipzig niederließen. Die Hugenotten waren Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, die in verschiedenen Regionen Europas Zuflucht fanden. Philippe Dumont war im Jahr 1700 Gründungsmitglied der reformierten Gemeinde von Leipzig. In Leipzig ließen sie sich als Kaufleute nieder, die meisten anderen Berufe waren ihnen verwehrt. Einige von ihnen gründeten Handelsgeschäfte mit europaweiten Verflechtungen und kamen zu großem Wohlstand.

Amy Dumont, einer der Portraitierten, war als Bankier und Großhändler mit Eisenblechen tätig. Zugleich war er auch sechsmal Kirchenältester der reformierten Gemeinde. In Leipzig hat sich der Name Dumont nicht lange gehalten, hier kennt man eher die Hugenottenfamilie Dufour, an die Straßen- und Häusernamen erinnern. Die Dumonts dagegen hatten überwiegend Töchter, sodass der Name Dumont aus Leipzig wieder verschwand. Diese Töchter heirateten in andere bedeutende Familien mit hugenottischen Wurzeln ein, so in die als Uhrenfabrikanten bis heute bekannte Familie Melly und die Familie Thieriot. Die Thieriots sind eine bis in die USA und Südamerika verzweigte Kaufmanns- und Musikerfamilie. Im 19. Jahrhundert machten sich ihre Mitglieder in Leipzig um Wirtschaftsförderung und Eisenbahnbau verdient, auch die Stifterin des Mende-Brunnens auf dem Augustusplatz kam aus dieser Familie. Seit 2016 gibt es in Leipzig eine Thieriotstraße.

Stadtgeschichtliches Museum im Alten Rathaus
täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet

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