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Teil 11 der LVZ-Serie: Lichthöfe sind die Attraktion in Speck's Hof

Teil 11 der LVZ-Serie: Lichthöfe sind die Attraktion in Speck's Hof

Für ihre glanzvollen Passagen sind Städte wie Paris und Mailand weltberühmt. Doch wohl nirgendwo gibt es ein so einzigartiges, weil geschlossenes System an Passagen wie in Leipzig.

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Eine der prachtvollsten Passagen Leipzigs: Speck's Hof

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Das Flair der Innenstadt wird maßgeblich durch diese Besonderheit städtischer Architektur geprägt. Bemerkenswert dabei sind die verschiedenen historischen Formen, die erhalten geblieben sind. In einer Serie sollen in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten vorgestellt werden. Heute: Speck's Hof.

Regelmäßigen Passanten dürfte es kaum aufgefallen sein, doch es ist viel passiert in den letzten Monaten mit Speck's Hof, einer der prachtvollsten Passagen Leipzigs. "Wir konnten in den beiden vorangegangenen Jahren die Vermietung der Obergeschosse sehr vorantreiben", erzählt Angela Hohensee vom Centermanagement. Das habe - was länger nicht so war - das Haus sehr belebt.

Beispielsweise habe sich das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität auf fast zwei Etagen eingerichtet. Für die große Bibliothek seien wegen der Statik zuvor einige Verstärkungen eingebaut worden. Sie hoffe nun, dass auch die wenigen freien Restflächen noch vermietet werden könnten. "Wir achten dabei aber darauf, dass vor allem bei den Läden im Erdgeschoss neue Mieter auch zu uns passen", so Hohensee. Speck's Hof lebe nun einmal von der Individualität der Geschäfte. Eine Aufwertung des Hauses habe in jedem Fall das Café Kandler gebracht.

Die Attraktion der Passage sind sicherlich die drei Lichthöfe, für die spielerische Lösungen zeitgenössischer Kunst in Auftrag gegeben wurden. Der vielleicht schönste Innenhof ist der des halleschen Malers Moritz Götze, der unter dem Motto "Der Morgen. Der Mittag. Der Abend." phantasievoll mit Wandfriesen und Malerei spielte. Aber auch die Nachbar-Lichthöfe des Leipzigers Bruno Giesel und des Berliners Johannes Grützke sind eine Augenweide.

Bereits um 1430 wurde an dieser exponierten Stelle das erste Gebäude als Wohn- und Brauhaus mit Weinkeller eingerichtet. Um 1815 baute es Freiherr Maximilian Speck von Sternburg als Geschäftshaus aus, das bis 1895 im Besitz des bedeutenden Mäzens war, so dass der Namen durch das frühere Eckhaus Reichsstraße 6 praktisch vorgegeben war.

Das heutige Messehaus Speck's Hof mit 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche entstand ab 1908 unter dem Wollhändler Baron von Speck in drei Etappen und war nach der zweiten Erweiterung von 1912 der größte Messeplatz der damaligen Zeit - entworfen vom berühmten Architekten Emil Franz Hänsel, der sich auch beim Kaufhaus am Brühl und am König-Albert-Haus verewigte. Der Messebau war der erste mit einem perfekten Zwangsrundgang für Besucher und diente vielen weiteren Gebäuden als Blaupause.

Seine Vollendung erfuhr der Messepalast schließlich mit dem turmartigen Erweiterungsbau in den Jahren 1928 und 1929 vis-à-vis der Nikolaikirche. Bis 1989 war das Gebäude nach Kriegszerstörungen und einem vereinfachten Wiederaufbau zu DDR-Zeiten mit einer Präsentationsfläche von rund 6000 Quadratmetern ein Ausstellungsort für Leder- und Schmuckwaren.

Durch das Architekturbüro RKW wurde Speck's Hof zwischen 1993 und 1995 saniert, wobei man von den einst geplanten umfassenden Umbauten infolge von Protesten seitens des Denkmalschutzes und von Bürgern Abstand nahm. Lohn: 1996 erhielt das Musterbeispiel für behutsame Sanierung auf der weltgrößten Immobilienmesse MIPIM im französischen Cannes den Preis für das schönste in jenem Jahr fertiggestellte Gebäude.

Martin Pelzl/ Volkmar Heinz

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