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Evangelischer Kirchentag 2017 in Leipzig
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Festgottesdienst vor 120.000 Besuchern wird zum Höhepunkt des Kirchentages

In Wittenberg Festgottesdienst vor 120.000 Besuchern wird zum Höhepunkt des Kirchentages

Zum Festgottesdienst beim Abschluss des Evangelischen Kirchentags am Sonntag sind nach Veranstalterangaben 120.000 Menschen auf die Elbwiesen bei Wittenberg gekommen. Am Vortag war noch von 100.000 Besuchern ausgegangen worden.

Festgottesdienst in Wittenberg.

Quelle: dpa

Wittenberg. Die Feier unter strahlend blauem Himmel und Temperaturen um 30 Grad auf den Elbwiesen bildete einen Höhepunkt des fünftägigen Glaubensfestes.

Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au zeigte sich zufrieden: "Dieser Kirchentag hat uns in Bewegung gesetzt." Sie verteidigte indirekt auch die umstrittene Einladung an die AfD. "Das Gespräch auch mit denen zu suchen, die keinen Dialog führen wollen, ist anstrengend. Und es kann verletzten. Aber nur das durchbricht die verbale Aufrüstung und Gewalt."

EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm sprach eine Einladung zur verstärkten Ökumene aus. "Wir haben 500 Jahre in Abgrenzung gelebt. Wir wollen endlich wieder zusammenkommen. Wir wollen einfach Freundinnen und Freunde in Christus sein - und auch so miteinander leben!"

Hartwig Bodmann, einer der Geschäftsführer des Reformationsjubiläums, erklärte zu der geringeren Beteiligung als zuvor gedacht: "200 000 wären mir lieb gewesen, aber 120 000 ist auch viel."

Lutherbotschafterin Margot Käßmann sagte zum besonderen Spirit in Wittenberg: "Reformationsjubiläum kann man nur hier so feiern. Das bleibt im Gedächtnis."

Zu den Gästen auf der 40 Hektar großen Wittenberger Wiese zählte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In einem Grußwort hob er die Bedeutung der Ökumene hervor: „Als Präsident dieses Landes will ich diesem Prozess weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen wünschen, denn der lebendige ökumenische Austausch zwischen den Konfessionen und die enge Zusammenarbeit der Christen tun dem ganzen Land gut. Das sollten wir fortsetzen.“ Der Bundespräsident sagte, er sei dankbar für die Leistungen der Christen in Deutschland, etwa ihr soziales Engagement. „Ohne das alles würde unserer Gesellschaft viel Wärme und Menschlichkeit fehlen.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke.

Quelle: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) war ebenso zufrieden:  "Luther war nie in Berlin. Deshalb war Wittenberg der richtige Ort für den Festgottesdienst. Wittenberg ist der Ursprung der Reformation. Das war heute zu spüren." Aber auch mahnende Worte: "Der Gottesdienst kann nicht ein einsamer Aufschlag sein, da muss was ausgehen. Wir sind eine große Ökumene, auch mit Menschen ohne kirchliche Bindung."

In der Sonnenglut auf der Festwiese hatten die Johanniter viel zu tun: 300 Besucher mussten wegen Hitzeproblemen behandelt werden. Etwa 60 000 Besucher reisten laut Veranstalter mit den Shuttlezügen an und ab.

Olaf Majer

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