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Evangelischer Kirchentag 2017 in Leipzig
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Pfadfinder beim Kirchentag auf dem Weg in Leipzig dabei

Michael Pape: "Das ist mein Gottesdienst" Pfadfinder beim Kirchentag auf dem Weg in Leipzig dabei

Michael Pape ist im Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP) aktiv, dem über 6000 Kinder und Jugendliche angehören. Ohne ihn und seine Pfadfinder ginge beim Kirchentag auf dem Weg in Leipzig wenig: Allein 500 der in Leipzig eingeteilten Helfer kommen vom REGP, insgesamt sind es 916.

Gemeinsamkeit ist für die Pfadfinder wesentlich. Hier ein Foto des Pfingstlagers 2014 in Einhaus südlich von Lübeck.

Quelle: Daniel Bläser

Im Mai 2010 ist Michael Papes Laune weit unten. Beim Ökumenischen Kirchentag in München ist er verantwortlich für eine Bühne im Olympiapark, die 2500 Besucher fasst. Am Abend soll ein Konzert stattfinden, die Band ist da, und auf den Rängen: kein Mensch. Es nieselt, der Wind pfeift, 40 Helfer stehen herum und frieren. Am Ende schickt Pape einfach die Helfer auf die Bühne in die wärmenden Scheinwerfer, die Band freut sich über das Publikum – die Stimmung ist gerettet. „Das war so ein emotionaler Moment“, erzählt der heute 35-Jährige, „plötzlich waren doch noch alle glücklich.“

Kreative Ideen haben, Pfad-Finder sein: Das ist Michael Papes Leben. Wobei das niemand so sagen würde, denn selbst seine Eltern nennen den Schleswig-Holsteiner Pepe. „Viele wüssten gar nicht, wer gemeint ist, wenn jemand Michael sagt.“ Pape ist im Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP) aktiv, dem über 6000 Kinder und Jugendliche angehören. Ohne "Pepe" und seine Pfadfinder ginge beim Kirchentag auf dem Weg in Leipzig wenig: Allein 500 der in Leipzig eingeteilten Helfer kommen vom REGP, insgesamt sind es 916. "Pepe" ist im zehnköpfigen Kernteam für die Helferdienste verantwortlich, er koordiniert die Einsätze der Jugendlichen in Bereichen wie Sicherheit, Infrastruktur oder Logistik, sorgt zum Beispiel dafür, dass die Besucherströme problemlos fließen und es nirgendwo zu voll wird. Auch die Kirchentags-Hotline wird von den Pfadfindern aus Norddeutschland besetzt.

Etwa 250 000 Menschen gehören in Deutschland der Bewegung der Pfadfinder an. „Die Grundidee ist, dass Jugendliche früh anfangen zu lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und daran zu wachsen“, erklärt Pepe. Viele Aktionen finden gemeinsam in freier Natur statt – bis heute haben die Pfadfinderverbände in ländlichen Gebieten stärkeren Zulauf. Pepe stieß mit elf Jahren dazu, fühlte sich in der Gemeinschaft sofort pudelwohl – aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname – und leitete schon mit 15 Jahren alleine eine Pfadfindergruppe. Nach und nach übernahm er Managementämter, und seit er 2005 die Infrastruktur für ein Großlager in Schweden mit über 1000 Teilnehmern übernahm, fehlt er in keinem Orga-Team der Kirchentage. Natürlich alles ehrenamtlich, im Hauptberuf arbeitet er als Softwareentwickler. „Ich bin eine Art Eventpfadfinder“, sagt Pepe und lacht. Nach all den Jahren kennt er Gott und die Welt in der deutschen Pfadfinder- und Kirchentagsszene – und alle kennen ihn. Dieses Gefühl, eine große Familie zu sein, gerade auch Kinder aus sozial schwachen Familien mitzunehmen und zu sehen, wie sie sich entfalten: Das ist für Pepe das Wesen der Pfadfinderei.

Das Religiöse bietet dabei den festen Hintergrund: „Gottesdienst kann man ja begreifen, wie man möchte“, sagt Pepe. „Mein Gottesdienst ist die Arbeit, die ich zur Verfügung stelle, das ist meine Welt. Ich packe gerne an, ich sorge gern dafür, dass andere schöne Erlebnisse haben können.“ Wie damals auf dem Kirchentag in München.

Mehr zum Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder finden Sie im Internet hier !

     

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