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Heimische Weihnachtsbräuche: Erzgebirgische Holzkunst und Dresdener Stollen

Heimische Weihnachtsbräuche: Erzgebirgische Holzkunst und Dresdener Stollen

Die Advents- und Weihnachtszeit ist fest mit Traditionen und Bräuchen verbunden. Typisch ist beispielsweise das Backen von Weihnachtsgebäck, das Dekorieren der Häuser innen und außen oder ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.

Auch die Adventssonntage wären ohne Adventskranz nur halb so schön und ein Heiligabend ohne Tannenbaum, Festessen und Bescherung ist für viele undenkbar.

Einige Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in Sachsen:

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Weihnachtsduft: Räuchermännchen betören alle Sinne.

Quelle: Andreas Döring

Nussknacker, Räuchermännchen und Flügelpyramide sind beispielsweise Erzeugnisse der

Erzgebirgischen Holzkunst

und im Advent überall gern gesehene Gäste auf Tisch und Fensterbrett. Bis heute werden die Originale vollständig in Handarbeit hergestellt. Das Zentrum befindet sich rund um den Kurort Seiffen. Die Bewohner der Region machten Ende des 16. Jahrhunderts aus der Not eine Tugend und suchten sich aufgrund der nachlassenden Erzvorkommen neue Erwerbsquellen. So wurde aus einer Freizeitbeschäftigung der Bergleute eine deutschlandweit bekannte Marke.

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Weihnachtliche Beleuchtung: Schwibbögen zaubern eine behagliche Stimmung.

Quelle: Volkmar Heinz

Berühmt ist auch der

Schwibbogen

. Der Lichterbogen aus dem Erzgebirge, dessen Namen sich von seiner Form, der eines Schwebebogens, ableitet, steht in der (Vor-)Weihnachtszeit in vielen Fenstern. Der wahrscheinlich älteste Schwibbogen stammt aus dem Jahr 1740 und entstand in Johanngeorgenstadt. Damals wurden diese noch aus Metall gefertigt, heute wird überwiegend Holz verwendet. Den auf dem Bogen aufgesetzten Lichtern kam dabei eine besondere Bedeutung zu: Zum einen symbolisierten sie die Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht und zum anderen sollten sie ihnen den sicheren Weg zurück ins Heim weisen.

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Alte Tradition: In Dresden werden schon seit über 500 Jahren Stollen gebacken.

Quelle: LVZArchiv

Unverkennbar aus Sachsen kommt zudem eine Spezialität, die im November und Dezember auf keiner Kaffeetafel fehlen darf:

Dresdner Stollen

. Die Geschichte des Dresdner Christstollen, damals noch „Striezel“ genannt, lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. „Anno 1474“ wurde das traditionsreiche Weihnachtsgebäck erstmals auf einer Rechnung an den Dresdner Hof erwähnt. Zu dieser Zeit handelte es sich um sehr magere Backwerke aus Mehl, Hefe und Wasser für das christliche Adventsfasten. Die katholischen Dogmen erlaubten weder Butter noch Milch. Das änderte sich 1491 mit dem sogenannten „Butterbrief“ – ein Schreiben des Papstes Innozenz VIII., das gehaltvollere Zutaten nun zuließ. Bereits um 1500 wurden in der sächsischen Landeshauptstadt „Christbrote“ auf dem Striezelmarkt, einem der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands, verkauft. Die Form ist bis heute unverändert und erinnert an das eingewickelte Jesuskind. Der Dresdner Stollen in seiner jetzigen Qualität wird aber erst seit Ende des letzten Jahrhunderts gebacken. Das Grundrezept ist über Generationen weitergegeben und verfeinert wurden, so dass jeder Bäcker sein eigenes vererbtes Familiengeheimnis hat. Die Bezeichnung „Dresdner Stollen“ ist als geographische Herkunftsangabe geschützt und eine eingetragene Marke.

Constanze Dietsch

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