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Advent, Advent, alles brennt - Den Weihnachtsbaum sicher aufstellen

Advent, Advent, alles brennt - Den Weihnachtsbaum sicher aufstellen

Mit dem Weihnachtsbaum steht oder fällt - wortwörtlich - die Festtagsstimmung. Denn kippt im Wohnzimmer eine schlecht verankerte Tanne mit Kerzen aus dem Ständer, muss am Heiligabend die Feuerwehr anrücken.

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Quelle: dpa

Auch defekte Lichterketten sind gefährlich. Mit guter Vorbereitung lassen sich solche typischen Risiken aber entschärfen. „In vielen Familien gibt es noch schön verzierte gusseiserne Ständer, die seit Großmutters Zeiten jedes Jahr wieder benutzt werden“, sagt Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus (DSH) in Hamburg.

Diesen sollten Verbraucher aber immer wieder auf seine Funktionstüchtigkeit überprüfen. Wichtig sei es auch, zu kontrollieren, ob der Baum nicht etwa zu hoch für den Ständer ist. Angaben hierzu stehen laut Woelk meist auf der Originalverpackung - die deswegen nicht weggeworfen werden sollte.

Bei Christbaumständern hat sich in den vergangenen Jahren das Seilzugsystem durchgesetzt. „Statt Flügelschrauben hält bei diesen Ständern ein Drahtseil den Baumstamm in der Senkrechten“, erklärt Woelk. Niemand muss mehr zwischen piksenden Ästen Schrauben in den Stamm eindrehen, da die Halterung per Fuß durch mehrmaliges Treten betätigt wird. So sei es einfacher, den Weihnachtsbaum  aufzustellen.

Der Ständer sollte ein Wasserreservoir haben, das regelmäßig aufgefüllt werden muss, damit der Baum nicht austrocknet. „Trockene Weihnachtsbäume brennen wie Zunder“, warnt Ursula Geismann vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Zusätzlich könne ein Teelöffel Zucker ins Wasser kommen - wobei nicht jeder Gärtner dem Zusatzstoff einen Nutzen zuspricht. Dass ein Baum noch frisch ist und Wasser aufsaugen kann, lässt sich beim Kauf an der noch feuchten Schnittstelle erkennen. Der Baum sollte erst kurz vor dem Fest ins Zimmer kommen.

Wer ihn mit echten Kerzen schmückt, sollte Folgendes beachten: Sie gehören so weit außen an die Zweige, dass die Flamme keine darüberliegenden Zweige entzünden kann, erläutert Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin. Gerade ausgetrocknete Zweige brennen leicht. Der Weihnachtsbaum sollte deshalb nach dem Fest bald aus der Wohnung kommen.

„Ein Baum steht gut, wenn er genügend Abstand zu Möbeln und Vorhängen hat“, sagt Darmstädter. In der Nähe eines Weihnachtsbaums mit Kerzen sollte stets ein Feuerlöscher oder ein Eimer Wasser stehen - damit sich ein Brand schnell löschen lässt. Wer einen Eimer im Wohnzimmer hässlich finde, nimmt am besten eine hübsche Bodenvase.

Viele fühlen sich sicher, wenn sie auf Kerzen verzichten und den Weihnachtsbaum mit Lichterketten schmücken. Aber auch diese können Brände oder Stromschläge auslösen. „Denn fallen mehrere Lämpchen einer Lichterkette aus, können sich die restlichen teils so stark erhitzen, dass sie trockene Zweige oder Papier in Brand setzen“, erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland in Köln.

Die Lämpchen sollte man deshalb regelmäßig kontrollieren und defekte Lampen austauschen. Sonst ziehe die Kette so viel Energie, dass sich die dünnen Stromkabel überhitzen und möglicherweise Schwelbrände auslösen. „Auf keinen Fall sollte man mehrere Lichterketten zusammenstecken oder sie reparieren“, sagt Diekmann.

Der TÜV rät zu Produkten, die das CE-Zeichen, besser noch ein GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ tragen. Indizien für Qualität seien außerdem eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache und eine deutlich auf der Verpackung lesbare Adresse des Herstellers. Wer Bäume oder Sträucher im Vorgarten oder auf dem Balkon beleuchten will, sollte Lichterketten mit dem Kürzel „IP44“ kaufen. Dieses gibt an, dass die Produkte für den Außeneinsatz taugen.

Als sicher gelten LED-Lichterketten. Laut Diekmann reduziert ein Transformator die Stromspannung von 230 Volt auf etwa 12 bis 24 Volt. Die Gefahr eines gefährlichen Stromschlags bestehe somit nicht. Lichterketten mit den Leuchtdioden erhitzen sich beim Ausfall von einzelnen Lämpchen auch nicht. Der Experte rät daher dazu, diese LEDs in Haushalten mit Kindern zu verwenden. Und es gibt noch einen Vorteil: Die Lichterschlacht in der Weihnachtszeit wird günstiger. LEDs verbrauchen weniger Energie als normale Lichterketten. Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar lassen sich laut Diekmann rund 15 Euro sparen.

Stephanie Hoenig, dpa

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