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250 Kicker in Borna sind ohne Rasentraktor

Nach Diebstahl 250 Kicker in Borna sind ohne Rasentraktor

Die Diebe kamen in einer Septembernacht und waren professionell ausgestattet. Sie flexten das angeblich einbruchsichere Tor auf, knackten die Garage und stahlen einen Spindelrasenmäher und drei Rasentraktoren. Auch zwei Freischneider nahmen sie mit, dazu 20 gute Fußbälle und diverse Tornetze. 20.000 Euro Schaden.

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Ohne Spindelmäher müsste BSV-Vereinschef Ingo Dießner den Platz sperren.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Als die gute Seele des Bornaer SV, Holm Haase, wie immer am Morgen seinen Rundgang im Sportobjekt Witznitzer Straße starten wollte, schwante ihm schon am Tor Schlimmes. Beim Blick in die leere Garage war klar: Der Schaden für den bekannten Fußballverein der Kreisstadt mit 250 Mitgliedern, darunter 190 Kinder und Jugendliche, ist riesig. Vereinschef Ingo Dießner war kurze Zeit später vor Ort. Er meint: „Das war ein Auftragsdiebstahl, die kannten sich hier aus. Einen Spindelmäher braucht kein Mensch zu Hause.“

Aber ein Fußballverein benötigt ihn dringend. Zwei- bis dreimal pro Woche wird der Rasen mit diesem besonderen Gerät in Form gebracht. Der Schnittbereich beträgt 1,80 Meter und lässt die berühmten Streifen entstehen. Rasenmäher sind für Fußballer überlebenswichtig – im hohen Gras rollt kein Ball. Genau das bereitet dem BSV jetzt arge Kopfzerbrechen. Zwar hat die Stadt dankenswerterweise vorerst einen Rasentraktor ausgeliehen, aber das könne keine Dauerlösung sein. Gegen Einbruch war der Verein nicht versichert und bleibt deshalb auf den Kosten sitzen.

Erste Hilfsaktionen sind angelaufen. Zwei Sponsoren kauften gute Bälle für mehr als 500 Euro, die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft gab Geld.  Eltern zückten ihr Portemonnaie. Ein Benefiztag wurde organisiert. Schüler wollen ihren Erlös vom Kuchenbasar spenden. „Das ist alles ganz toll, es hilft uns und wir sagen danke“, meint der Vereinschef. Aber: Es reicht nicht. Bis spätestens zum Jahreswechsel müsse eine Lösung her, um den Rasen ab Frühjahr gut schneiden zu können und den Spielbetrieb abzusichern.

Das bedeutet konkret: Fünfzehn (!) Nachwuchsmannschaften wollen im Training und bei ’zig Pokal- und Punktspielen auf dem Witznitzer Platz kicken. Dazu kommen zwei Männerteams und eine Frauenmannschaft plus 30 kleine Steppkes, die spielerisch an den Sport heran geführt werden. Der BSV ist mit seiner riesigen Kinder- und Jugendabteilung ein Vorzeigeverein der Region.

Das zu stemmen kostet viel Kraft und Engagement. Es gibt Vereinsmitglieder, die spielen selbst aktiv und betreuen zusätzlich drei Nachwuchsmannschaften. Ein Leben für den Fußball. Ingo Dießner bezeichnet sich selbst eher als Quereinsteiger. Früher kickte er in Neukieritzsch. Dann war er 18 und die Wende kam, andere Dinge spielten eine Rolle... Zur Fußball-WM 2006 jedoch entschied sich seine Tochter für diesen Sport und begann beim BSV. Ihre Oma brachte sie regelmäßig zum Training und bekam eines Tages mit, dass für ein Hallenturnier dringend noch ein Sprecher gebraucht wurde. „Das könnte vielleicht mein Sohn machen“, war ihr Vorschlag. Damit begann die Karriere von Ingo Dießner im Bornaer Verein. Er erhielt einen Posten nach dem anderen. Nach der schwierigen Zeit der Vereinsinsolvenz wurde er in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Chef gewählt. Außerdem ist er Mannschaftsleiter des ersten Männerteams und trainiert die D2. Dennoch gibt er sich bescheiden: „Wir haben glücklicherweise viele engagierte Leute, sonst würde es gar nicht gehen.“

Nur über eine Rücklage für Notfälle verfüge der Verein leider nicht. „Für so was haben wir einfach kein Geld. Wir können gerade so alles bezahlen, was für den laufenden Spielbetrieb notwendig ist“, sagt der BSV-Vorsitzende. Als er den Anruf von LVZ-Regionalchef Thomas Lieb erhielt, der ihm von der Spendenaktion erzählte, freute er sich riesig und sieht nun wieder Licht am Ende des Tunnels.

red.

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