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Altenburg: Mutter-Kind-Gruppe wünscht sich ein Häuschen für Spielgeräte und Kinderwagen

Aus Platznot Altenburg: Mutter-Kind-Gruppe wünscht sich ein Häuschen für Spielgeräte und Kinderwagen

Ein Licht im Advent, heißt die Spenden-Aktion der OVZ, die am ersten Advent startet und bis zum vierten andauert. Gewidmet ist sie der Mutter-Kind-Wohngruppe des Innova Sozialwerks Altenburg in der Molbitzer Straße. Die Bewohner und Betreuer wünschen sich ein kleines Häuschen für Spielgeräte und Kinderwagen.

Andrea Teuber, die Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe der Innova, kümmert sich auch um die Mutter-Kind-Wohngruppe in der Molbitzer Straße.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Eine Wohngruppe wurde eigens für alleinerziehende Mütter mit Kindern gegründet. Das war am 1. September 2011. Kaum jemand weiß davon, denn die Innova wirkt meist im Verborgenen und hängt ihre Aktivitäten nicht gern an die große Glocke, wie ihr Geschäftsführer Nikolaus Dorsch erklärt.

Für 19 junge Mütter war die Wohngruppe in der Molbitzer Straße seit fünf Jahren bereits ein Rettungsanker, für etliche davon der Ausgangspunkt, ein eigenständiges Leben führen zu können. Denn ehe sie dorthin kamen, hatten sie riesige Probleme, den Alltag zu meistern, noch dazu mit kleinen Kindern. Die Wohngruppe war ihr letzter Ausweg.

Schwierige Schicksale

Da war zum Beispiel jene Mutti, die ohne festen Wohnsitz ein Kind erwartete, nirgends hin konnte. Drei Jahre lebte sie in der Wohngruppe, lernte, wie man im Alltag zurecht kommt, begann eine Ausbildung und konnte schließlich sogar in eine eigene Wohnung ziehen. Eine andere junge Frau ignorierte ihre Schwangerschaft, war lern- und sprachbehindert und lernte in der Einrichtung, wie man sich um das Kind kümmert und den Alltag in den Griff bekommt. Letztendlich gelang ihr es, eine Ausbildung abzuschließen. Einige von den jungen Frauen, die es geschafft haben, kommen gern immer mal wieder vorbei.

Aber es gibt auch andere Beispiele, wie jene Mutti, die trotz der Hilfestellung völlig überfordert war, die Wohngruppe und ihr Kind verließ und das Kleine jetzt einmal pro Woche für eine Stunde besucht. Womöglich geht es ihr ähnlich wie jenen anderen, die ihr Kind zu Adoption freigegeben haben.

Im Moment leben in dem Haus in der Molbitzer Straße drei Muttis und fünf Kinder. Bei fünf Frauen wäre die Kapazität ausgereizt. Aber die Nachfrage ist riesig. Drei Anfragen vom Jugendamt musste Andrea Teuber, die Bereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe bei der Innova, erst kürzlich ablehnen.

Kein Luxusquartier

Das Gebäude in der Molbitzer Straße, die ehemalige Zetzschaer Schule, ist kein Luxus-Quartier, die alte Holztreppe knarrt, der Fußboden ist mit Linoleum belegt, einige Möbel sind schon etwas in die Jahre gekommen. Es ist sauber und aufgeräumt, obwohl fast den ganzen Tag kleine Kinder umhertollen.

Im Wohnzimmer brennen die ersten Adventslichter, im gemeinsamen Speiseraum hängen etliche Bilder von jenen 22 Kindern, die in den vergangenen fünf Jahren in der Wohngruppe vorübergehend ein Zuhause gefunden hatten. Jede Mutti hat ein eigenes Zimmer, es gibt eine gemeinsame Küche, wo alle Mahlzeiten zubereitet werden und ein kleines Spielzimmer. Am Eingangsschildchen steht „Mu-Ki“ – die Abkürzung für Mutter Kind.

Für die Betreuung der jungen Frauen sorgen insgesamt fünf ausgebildete Erzieher. Einer von ihnen ist immer da, rund um die Uhr. Ein Hotel ist die Wohngruppe aber nicht. „Die Muttis sollen alles, was sie selber können, auch tun, selbst schwierige Situationen meistern, ohne sich zu überfordern“, erläutert Andrea Teuber. „Das Ziel ist, den Alltag mit Kind zu meistern, eine Perspektive zu entwickeln, die Schule zu beenden, eine Ausbildung zu beginnen.“

Begrenzte Mittel

Das Geld für Miete, Verpflegung, Kleidung und Betreuung kommt vom Landratsamt, also aus dem Kreishaushalt. Aber nicht alles kann davon bezahlt werden, und auch die Mittel der Innova, die sich mannigfaltig engagiert, sind folgerichtig begrenzt.

Deswegen haben die Muttis einen Wunsch, der gar nicht so groß ist. Seit Jahren fehlt eine Unterstellmöglichkeit für Spielgeräte und Kinderwagen – also ein kleines Gerätehäuschen. Im Moment steht das alles verstreut im Haus und in den Gängen. Dort wird es eng, vor allem der Kinderwagen für die Zwillinge, die momentan dort wohnen, passt dort gar nicht hin. Alles hinauszubugsieren, wird jedes Mal kompliziert. Zwar gibt es einen klitzekleinen Raum im Haus dafür, doch um den zu erreichen, geht es über sieben Stufen, für den Zwillingswagen nicht zu schaffen. Seit Jahren schon möchte Andrea Teuber dies ändern.

Ein Licht im Advent – es würde in der „Mu-Ki“-Wohngruppe besonders hell scheinen, wenn dieser Wunsch in Erfüllung ginge. Ihre Spende hilft!

Von Jens Rosenkranz

Die Aktion ist beendet. Wir danken allen Spendern recht herzlich!

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