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LVZ sammelt Spenden für behinderten 16-Jährigen aus Eilenburg

Ein Dreirad für Julian LVZ sammelt Spenden für behinderten 16-Jährigen aus Eilenburg

Julian aus Eilenburg und seine Mutter Jeannette Schabehorn freuen sich auf weihnachten. Julian spielt „soooo gerne mit Lego“, begeistert sich für Zauberkünstler und wünscht sich ein Dreirad vom Weihnachtsmann. Das ist jedoch ein spezielles. Denn der junge Mann ist bereits 16 Jahre alt.

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Julian wünscht sich ein Fahrrad

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Das Schicksal hat es nicht immer gut mit ihm gemeint. Der heute 16-Jährige hat „von allem etwas“, wie seine Mutter von ihm sagt. Marfan-Syndrom, autistische Züge, eine geistige Behinderung, leichte Zerebralparese und ein Aufmerksamkeitsdefizit. Im täglichen Leben ist er damit in seiner Bewegung, Motorik und Koordinationsfähigkeit eingeschränkt, Herz, Muskeln, Wirbelsäule sind in Gefahr. Er kann sich teilweise nicht richtig artikulieren, ist allein nicht handlungsfähig. Aber er hat seine Mutter, die sich tagtäglich sehr liebevoll um ihn kümmert. Dabei ist die Alleinerziehende selber krank, arbeitsunfähig und bezieht Rente. Julian besucht die Werner-Vogel-Schule in Leipzig, eine Förderschule der Diakonie.

Als der junge Mann am späten Nachmittag mit dem Fahrdienst nach Hause kommt, steht seine Tasse Kakao bereit, Plätzchen liegen auf einem großen Blech. „Mutti, Mutti, Mutti“, ruft er an der Tür, „Weihnachten rückt näher!“. Eine verblüffende Begrüßung. Er sagt das ziemlich laut und fragt: „Wo ist unser Bäumchen? In der Stadt steht schon ein ganz großer Baum.“ Den Kakao lässt er stehen und greift dafür kräftig bei den Plätzchen zu. Die Mutter verspricht: „Wir schmücken auch bald“. Sie will das erledigen, wenn Julian bei Oma und Opa ist. „Er freut sich immer so, wenn er die geschmückte Wohnung sieht.“

Mutter und Sohn harmonieren, Julian ist für den Geschirrspüler und Müll verantwortlich und dabei sehr akribisch. Das Besteck legt er sehr exakt nebeneinander in den Kasten. Und er fegt auch Laub zusammen, ohne dabei ausdauernd zu sein. Der Weihnachtsmann wird mit Spannung erwartet, Weihnachten rückt näher. Legospielzeug und der Besuch einer Zaubershow sind realistische Geschenke. Das Therapie-Rad kostet ab 3500 Euro aufwärts, besser wäre ein Tandem, auf dem die Begleitperson neben Julian sitzen könnte. Das ist jedoch noch teurer. Schaun’ wir mal ...

Die behandelnde Ärztin hat Julian bereits 2011 ein solches Therapie-Dreirad verordnet. Mit einem handelsüblichen Fahrrad kann er nicht fahren, damit kippt er einfach ausgedrückt um, weil er Lenken, Treten und Gleichgewicht Halten nicht koordinieren kann. Das Dreirad ist sein großer Traum, damit könnte der Förderschüler besser am „normalen“ Leben teilhaben und sich freier bewegen. 

Die Mutter kramt mehrere Gutachten und Empfehlungen hervor, die das bestätigen. Auch sie sieht das Radfahren als Ergänzung zur Physiotherapie und Abwechslung an der frischen Luft. Das sei eine Unterstützung der und Ergänzung zur Physiotherapie – aber nicht so vordergründig. Vor allem aber  bereitet es ihm Freude. Er könnte so mit Gleichaltrigen mitfahren und sich somit integrieren“, sagt die 44-Jährige, die ihn natürlich begleiten müsste.

Durch zahlreiche Therapiebemühungen habe der Junge schon regelmäßig Fortschritte in seiner Entwicklung gemacht, das Therapierad könne die Erfolge sichern und noch ausbauen. Die Krankenkasse aber lehnte die Kostenübernahme ab, führte zahlreiche Gründe an. „Andere Kassen oder Gerichte haben solche Räder genehmigt“, sagt Jeannette Schabehorn und zog darum im Jahr 2011 für ihren Sohn vor Gericht. Der erfolglose Kampf endete nach fünf Jahren vor wenigen Wochen im September.

Weihnachten ist auch das Fest der Nächstenliebe und die Hoch-Zeit der Spenden. Und darum möchten wir Sie heute bitten. Tragen Sie dazu bei, diesen konkreten Traum wahr werden zu lassen.

red.

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