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Schau des Monats: "Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland"

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig Schau des Monats: "Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland"

Vom  8. Oktober 2015 bis 17. April 2016 beleuchten rund 800 Exponate in der neuen Ausstellung „Immer bunter - Einwanderungsland Deutschland“ im Zeitgeschichtlichen Forum die verschiedenen Phasen der Zuwanderung nach Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

Ausstellungsplakat

Quelle: © Büro Weiss, Berlin

„Santa Cecilia dei Morti in Mare“: So heißt die Skulptur aus gestrandeten Wrackteilen und Musikkassetten, die der italienische Künstler Giacomo Sferlazzo schuf. Sie ist Teil der Ausstellung „Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig und erinnert aktuell an die vielen Flüchtlingsopfer, die bei dem Versuch nach Europa zu gelangen, auf dem Meer ihr Leben verloren.
Während in Westdeutschland seit Mitte der 1950er Jahre Gastarbeiter angeworben wurden, um den Arbeitskräftemangel zu kompensieren, fiel diese Aufgabe in der DDR „Vertragsarbeitern“ aus Vietnam, Mosambik oder Kuba zu. Sie lebten weitgehend isoliert von der ostdeutschen Bevölkerung und mussten nach Ablauf ihrer Verträge in ihre Heimatländer zurückkehren.

Heute haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert. Einwanderer der zweiten und dritten Generation der ehemaligen „Gastarbeiter“ sind weitgehend integriert und leben als erfolgreiche Unternehmer, Wissenschaftler oder Sportler in Deutschland. Dazu kommen seit den 1990er Jahren Flüchtlinge und Asylbewerber sowie deutschstämmige Aussiedler in die Bundesrepublik, die hier eine gute Zukunft für sich und ihre Kinder suchen.

„Gast- und Vertragsarbeiter“

Mit Italien schloss die Bundesrepublik Deutschland 1955 das erste Anwerbeabkommen, es folgten Spanien, Griechenland und die Türkei. Allen Vertragspartnern war damit gedient. Die Bundesrepublik brauchte Arbeitskräfte für den wirtschaftlichen Aufschwung. Die beteiligten Staaten erhofften sich Devisen und eine Lösung ihrer Arbeitslosenprobleme auf den heimischen Arbeitsmärkten. Der Anwerbestopp 1973 als Folge der Ölkrise beschleunigte eine Entwicklung, die sich bereits in den Jahren zuvor abgezeichnet hatte: Viele Gastarbeiter entschieden sich, dauerhaft in Deutschland zu bleiben und ihre Familien nachzuholen.

Neben den sowjetischen Streitkräften waren „Vertragsarbeiter“ die weitaus größte Gruppe der in der DDR lebenden Ausländer. Sie kamen überwiegend aus Vietnam und Mosambik. Arbeitsbedingungen und Aufenthalt in der DDR waren streng reglementiert, die Unterbringung der „ausländischen Werktätigen“ war nach Geschlechtern getrennt. Private Beziehungen zwischen Ostdeutschen und Vertragsarbeitern waren selten und wurden argwöhnisch beobachtet.

Einwanderungsland Deutschland

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Bürgerkrieg in Jugoslawien kamen seit den 1990er Jahren immer mehr Zuwanderer und Flüchtlinge nach Deutschland. Medienberichte über „Scheinasylanten“ und „Asylbetrüger“ verunsichertendie Bevölkerung; ausländerfeindliche Ausschreitungen sorgten für Entsetzen in der Öffentlichkeit.

Auf die wachsende Zahl von Menschen mit ausländischen Wurzeln, die dauerhaft in Deutschland leben, reagierte die Bundesregierung im Jahr 2000 mit dem Staatsangehörigkeitsgesetz.

Sie nahm damit Abschied vom Konzept der Staatsnation als Abstammungsgemeinschaft. „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“: Mit diesem Satz stieß Bundespräsident Christian Wulff 2010 eine Diskussion in der Öffentlichkeit und in den Medien über die gesellschaftliche Integration von Muslimen an, die bis heute andauert.Mit den aktuellen Herausforderungen des Flüchtlingsstroms nach Europa erreicht das Thema der Zuwanderung auch in Deutschland eine völlig neue Dimension.

PM

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