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In Zwochau gibt es Familien- und Naturidylle gleich neben dem Flughafen

Unterwegs in ... In Zwochau gibt es Familien- und Naturidylle gleich neben dem Flughafen

1158 erstmals urkundlich erwähnt gehört Zwochau seit 2003 der Gemeinde Wiedemar an. Hier gibt es nicht nur die meisten Einwohner, sondern auch Neubaugebiete, Kita und Schule, sodass der Ort noch wachsen kann. Braunkohletagebau hat die Landschaft mitgeprägt, mittlerweile ziehen die Seen nur Einheimischen an.

Die neue Bockwindmühle stand ursprünglich in Schkeuditz, musste aber beim Ausbau des Flughafens Leipzig/ Halle weichen. 2007 wurde sie demontiert und in Zwochau aufgestellt.

Quelle: Manuel Niemann

Zwochau. Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Naturidylle gleich neben dem Großflughafen

Michael Lorenz ist mit den beiden Kindern im Spurt. Das Jüngste, noch im Kinderwagen, muss in die Krippe. Zeit für die Reporterfrage findet er trotzdem. Das Leben hier sei sehr gut, er lebe gern hier, der Ort sei familienfreundlich. „Und die Naherholung haben wir quasi vor Ort“, sagt er freundlich lächelnd und ist im nächsten Augenblick schon weiter.

„Hier“ das ist Zwochau. Mit 880 Menschen ist Zwochau der einwohnerstärkste Ortseil der Gemeinde Wiedemar. Nur unweit liegt die A 9, das Schkeuditzer Kreuz und damit auch das Flughafengelände. Erholen lässt es sich wirklich, gleich im Norden laden der Grabschützer und Zwochauer See, dazu ein. Auf dem Naturlehrpfad können Spaziergänger viel Interessantes erfahren. Von Fluglärm keine Spur. „Den Flughafen hören wir nur, wenn Südwind ist. Dann riechen wir ihn auch,“ erzählt Hartmut Münch. Er stochert gerade in einem Misthaufen und sortiert Abfälle. Nicht weit von seinem Haus, das schräg gegenüber vom Konsum liegt, den es hier noch gibt. Er bewirtschaftet ein paar Tausend Quadratmeter Land, hält Schafe, Enten und Hühner, um nicht einzurosten.

Familiäres Umfeld

Der 62-jährige Frührentner kennt sich gut aus im Ort, früher war er Lastwagenfahrer und fuhr Kohlen aus. Hier kennt er fast jeden, obwohl erst die Tanzabende und seine Frau ihn zum Zwochauer gemacht haben. Auch er findet, dass es sehr familiär zugeht: „Man sieht sich und spricht miteinander.“ Ein reges Vereinsleben runde die Gemeinschaft im Dorf ab. Ursprünglich aus Glesien, hat er miterlebt, wie der Ort sich verändert hat. Wie 1985 Leute aus Grabschütz, die dem Tagebau weichen mussten, sich hier ansiedelten, neue Blöcke, Ställe und Schrebergärten entstanden oder wie die Jahre nach der Wende das Bild wieder veränderten. Das kann sich durchaus sehen lassen: Es gibt Neubaugebiete, Kinderkrippe, Kindergarten, eine Schule und auch ein Begegnungszentrum. Im Westen schließt sich gar ein Industriegebiet an.

Statt Fluglärm stört der Fernverkehr

„Die großen Schandflecken sind weg“, resümiert Münch. Allerdings auch Bäcker und die Zwochauer Landfleischerei, die mittlerweile in Radefeld sitze, aber an dem Namen festhalte. Einmal in der Woche fahren nun Verkaufswagen Zwochau an. Das machen auch die 40-Tonner, die regelmäßig den Ort als Ausweichstrecke nutzen. „Wenn die hier durchrasen, klappern die Gläser in der Schrankwand“, schmunzelt er.

 

Von Manuel Niemann

Zwochau 51.4644537 12.2697966
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