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Wellaune - Miniladen bietet mehr als Milch und Brötchen

Unterwegs in ... Wellaune - Miniladen bietet mehr als Milch und Brötchen

Der Bad Dübener Stadtteil Wellaune ist vor allem wegen der drei hier aufeinander treffenden Bundesstraßen bekannt. Seit 15 Jahren kämpfen die Wellauner deshalb für eine Ortsumgehung. Doch die 300 Einwohner bewegen auch andere Themen.

Wellaune steht vor allem mit seinem Kampf für ein Ortsumgehung im Fokus der Öffentlichkeit. Doch es gibt mehr, was die Rand-Dübener bewegt.
 

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Wellaune.  Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in … zeigt es.

Wer in dem knapp 300 Einwohner zählenden Ortsteil Wellaune wissen will, was die Menschen auch außerhalb der allgegenwärtigen Themen Ortsumgehung und Schweinemast bewegt, der geht am besten in den Miniladen von Cornelia Beer. Die Inhaberin ist praktischerweise auch gleich die Ortsvorsteherin. „Den Miniladen habe ich schon seit 21 Jahren. Das mit der Ortsvorsteherin hat sich dann erst später ergeben“, so die 56-jährige gelernte Maschinenbauzeichnerin. Sie sieht das als eine gute Kombination an. Eine eigene Sprechstunde habe sie jedenfalls noch nie gebraucht, so manches dagegen gleich beim Verkauf von Milch und Brot mit erledigt. „Organisieren für uns tut keiner was, das müssen wir schon selber machen“, lautet ihre Devise.

Die Erdbeertorten müssen sein

Sie weiß dafür insbesondere einen starken Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt hinter sich. Geleitet wird der immerhin 36 Mitglieder zählende Verein nach einer Verjüngung des Vorstandes vor drei Jahren von Birgitt Held, unterstützt von Martina Sonneberg und Uta Jonack.

Birgitt Held fallen sofort etliche Veranstaltungen ein, für die der Ortsverband das Bürgerhaus nutzt. Grillabend, Buchlesung, Kabarett, Weihnachtsfest nennt sie da. Meist gebe es Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen dazu. Ein kleiner Kult seien inzwischen aber die Erdbeertorten, die einmal im Jahr einfach sein müssen. „Ich mache die Böden, Uta Jonack und Martina Sonneberg kümmern sich um den Rest“, erzählt Birgitt Held. Nach dem Ende der Sommerpause wird die Awo-Truppe das nächste Mal übrigens im Oktober zu einem kleinen Schlachtefest samt Spielenachmittag einladen.

Dorfleben geht auch nach dem Kohlhaasfest weiter

Das Kohlhaasfest samt Festumzug liegt heute zwar ein paar Jahre zurück und auch im legendären Kohlhaasenkrug wird schon lange nicht mehr serviert, doch langweilig ist das Dorfleben trotzdem nicht. Zumindest die kleine Sport- und Tanzgruppe hat sich aus diesen Zeiten erhalten und bereichert mit einem kleinen Programm noch heute so manche Feier. Im Sommer unternehmen die sechs Frauen aber auch Fahrradtouren. Die letzte Tour führte beispielsweise über einen Umweg zur nahen Mühle in Tiefensee. Das dortige Picknick, so weiß Cornelia Beer, habe für die Sportlerinnen genauso Tradition wie die Übernahme der Gardinenwäsche im Bürgerhaus, die übrigens an von der Awo-Truppe geputzten Fenstern hängen.

Hochwassermauern, die sogar gut aussehen

Ohne Bürgerhaus, da sind sich die Frauen einig, wäre Wellaune, in dem neben dem Miniladen auch noch eine Maler- und eine Elektrikfirma sowie ein Computerservice ansässig sind, nicht vorstellbar. Nicht nur Wellauner mieten sich bei Familienfeiern in dieses in der Dorfmitte stehende Gebäude ein, auf dem Freigelände dahinter haben die Ü-55-Herren die alte Kegelbahn wieder hergerichtet. Nicht zuletzt trifft sich Wellaune an dieser Stelle auch zu solchen Anlässen wie Glühweinfest und Osterfeuer. Die Rand-Dübener freuen sich daher auch über scheinbare Kleinigkeiten wie den gerade neu angebrachten Treppen-Handlauf, der insbesondere Älteren den Zugang erleichtert. „Jetzt soll auch noch der alte Teppich durch einen pflegeleichteren Wischboden ersetzt werden“, so Cornelia Beer. Sie freuen sich aber auch darüber, dass auf den kommunalen Friedhof im Herbst der Eingangsbereich neu gestaltet wird, dass auf dem Sportplatz zwei neue Tore stehen, auf die doch recht oft gezielt werde. Der 2014 neu aufgebaute Spielplatz in Sichtweite der Mulde, ist wie der gesamte Ort dank einer neuen Mauer bereits hochwassersicher. „Entgegen unseren Befürchtungen sieht das Ganze sogar sehr ordentlich aus“, hat Cornelia Beer inzwischen festgestellt. Und fügt mit Hinweis darauf, dass Wellaune als einziger Stadtteil keine eigene Feuerwehr habe, hinzu: „Wir sind sehr froh, dass sowohl Schnaditz als auch Tiefensee demnächst ein neues Feuerwehrgebäude haben.“ Denn alle drei Stadtteile vereint, dass sie die Mulde von der Kernstadt trennt. „Da tut es einfach gut zu wissen“, so die Ortsvorsteherin, „dass uns im Hochwasserfall deren Wehren zur Seite stehen.“

Von Ilka Fischer

Wellaune 51.571536 12.556795
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