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Exklusive LVZ-Umfrage: Jede zweite Wählerin in Sachsen stimmt für die CDU

Exklusive LVZ-Umfrage: Jede zweite Wählerin in Sachsen stimmt für die CDU

In zwei Wochen entscheiden die Sachsen über einen neuen Landtag. Zum dritten Mal hat die LVZ im Vorfeld dieses Urnengangs die politische Stimmung im Freistaat erkundet.

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Wahlurne (Symbolbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Die CDU verliert zwar an Zuspruch, bleibt aber mit weitem Abstand stärkste politische Kraft. Die Linke legt zu, die FDP muss zittern, und die Union braucht daher wahrscheinlich einen neuen Koalitionspartner.

Stanislaw Tillich, dem 55-jährigen sächsischen Regierungschef, geht es wie seiner Partei, der CDU. Zwei Wochen vor der Wahl gehen die Werte nach unten. Das heißt, die Union kann also doch nicht im Schlafwagen zur Wahl fahren, wie gern gewitzelt wird, sondern muss auf den letzten Metern mehr Schwung in den Wahlkampf bringen, will sie kurz vorm Ziel den Trend nach unten stoppen und ihre Macht festigen.

Auch wenn sie nicht die absolute Mehrheit schafft, stärkste Partei wird sie auf alle Fälle. Das liegt vor allem am Spitzenkandidaten Stanislaw Tillich, der ein großer Sympathieträger ist, dem die Sachsen einfach vertrauen.

Tillich hat Bekanntheitsvorsprung vor den anderen Kandidaten

SPD-Partei- und Fraktionschef Martin Dulig, der den Wahlkampf am Küchentisch zelebriert und dieses gute Stück mit an den Ostseestrand geschleppt hat, kann sich auch – quer durch die Parteien – über hohe Sympathiewerte freuen. Der 40-jährige Vater von sechs Kindern, der sich mal als Familienmensch und mal wie James Bond inszeniert, ist aber längst nicht so bekannt wie Tillich. Und er muss sich weiter ins Zeug legen, damit die Sozialdemokraten, wie es ihr Ziel ist, deutlich besser abschneiden als 2009. Wenn sie die prognostizierten 13 Prozent schaffen, wäre das schon ein beachtlicher Zugewinn.

Die kämpferische Frontfrau der sächsischen Grünen, Antje Hermenau (50), behauptet sich zwar noch auf Platz drei, den sie sich jetzt mit Steffen Große (Freie Wähler) teilt. Aber sie hat im Vergleich zum Juni Sympathiepunkte verloren. Die wortgewaltige Realpolitikerin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und keinen Kampf scheut, kommt vor allem bei jungen Wählern (18 bis 29 Jahre) gut an. Die Anhänger der Grünen stehen zu hundert Prozent hinter ihr, die der SPD und der Linken zu drei Viertel, aber die der CDU und der FDP deutlich weniger.

Steffen Große, der 46-jährige Spitzenkandidat der Freien Wähler hat zwar keinen großen Bekanntheitsgrad. Aber die ihn kennen, schätzen ihn. Vor allem die 30- bis 49-Jährigen geben dem früheren Sprecher des sächsischen Kultusministers Matthias Rößler (CDU) gute Noten.

Rico Gebhardt, der Chef der zweitstärksten Partei in Sachsen, hält sich mit stabilen Sympathiewerten im Mittelfeld. Der 51-jährige Frontmann der Linken, der mit roter Sonnenbrille auch an der Ostsee Wahlkampf machte, ist vor allem den Wählern seiner eigenen Partei und der SPD sympathisch.

Holger Zastrow, der FDP- Partei und -Fraktionschef, der verzweifelt dagegen ankämpft, dass die Liberalen den sächsischen Landtag verlassen müssen, hat etwas eingebüßt an Zustimmung. Den 45-Jährigen, den in Sachsen nach Tillich die meisten kennen, finden vor allem Wähler der FDP sympathisch, auch der CDU und der SPD.

Mit der FDP legt sich neuerdings Frauke Petry an, die Spitzenfrau der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen. „Wenn die FDP aus dem Landtag verschwindet, wird deren Fehlen wohl kaum jemand bemerken, geschweige denn bedauern", teilte sie dieser Tage mit. Die 39-Jährige, die entschlossen ist, die AfD erstmals in einen Landtag zu führen, holt die meisten Punkte bei den 30- bis 49-Jährigen. Alle Daten basieren auf einer Umfrage des Leipziger Marktforschungsinstituts Uniqma. Es befragte dafür vom 6. bis 10. August genau 800 repräsentativ ausgewählte Erwachsene aus ganz Sachsen. Für Projektleiterin Janina Dorn ist es keine große Überraschung, dass CDU und SPD verloren haben. Sie verweist darauf, dass vor allem die erste Befragungswelle im Dezember lange vor Eröffnung des Wahlkampfes durchgeführt wurde: „Bei vielen Befragten war die Thematik zu diesem Zeitpunkt wenig präsent, und die Meinungen konzentrierten sich eher auf die bekannten großen Parteien. Jetzt rücken auch die kleineren Parteien verstärkt ins Bewusstsein."

Die populärsten Koalitionen

In der Reihenfolge der bevorzugten Regierungskoalitionen gab es seit Juni Bewegung. Waren noch vor zwei Monaten eine CDU-Alleinregierung und die große Koalition aus CDU und SPD gleichauf an der Spitze, so ist es jetzt Rot-Rot-Grün. Auf eine solche Farbkombination hoffen drei Viertel der Anhänger der Linken, jeweils ein Drittel der Wähler von Grünen und SPD, kein einziger der CDU, aber jeder Vierte der NPD. Eine Alleinregierung der Union, die an zweiter Stelle rangiert, ist der größte Wunsch der CDU-Wähler. Drittens folgt, etwas abgeschwächt, die große Koalition. „Sinken die Umfragewerte der CDU und der SPD, dann sinkt auch der Wunsch nach einer schwarz-roten Koalition", erklärt dies Janina Dorn.

Die SPD-Wähler ziehen eine große Koalition einem rot-rot-grünen Modell vor. Auch die Anhänger der Grünen drängt es eher zur CDU als zu Rot-Rot-Grün. Das stärkt die komfortable Lage der Union: Die meisten Sachsen wünschen sich eine CDU-geführte Landesregierung.

Die CDU, die im Vergleich zum Juni drei Prozentpunkte verloren hat, büßte vor allem bei den Männern ein und in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen. Während jetzt noch mehr Frauen als vorher der CDU ihre Stimme geben wollen, sank der Anteil der männlichen Unionswähler. Jede zweite Sächsin (50 Prozent), die zur Wahl geht, stimmt für die CDU. Im Juni waren es 48 Prozent. Wollten von den Männern im Juni noch 42 Prozent für die Union votieren, so ist es jetzt nur noch gut jeder Dritte.

Linke, SPD, FDP, AfD werden dagegen mehr von Männern als von Frauen gewählt. Die Liberalen können nur bei einem Prozent der sächsischen Frauen landen. Die Grünen erhalten paritätisch von beiden Geschlechtern sechs Prozent.

Anita Kecke

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