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Leipziger Landtagswahlkampf: Kita-Erzieher entlasten - doch woher kommt das Geld?

Leipziger Landtagswahlkampf: Kita-Erzieher entlasten - doch woher kommt das Geld?

Als Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) Kindereinrichtungen in Leipzig-Grünau besuchte, stellte sie klar: "Es ist notwendig, die Erzieher zu entlasten.

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Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) Kindereinrichtungen in Leipzig-Grünau und forterte Entlastung der Erzeiher. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. " Woher das Geld kommen soll, ist nun ein Thema im Landtagswahlkampf. Eltern berichten vom Kita-Chaos durch latenten Personalmangel. Im "Kinderland", einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt, in der Grünauer Garskestraße ist von Chaos nichts zu sehen.

Und dennoch ist es für Kita-Leiter Enrico Barthel schwer, mit dem vorhandenen Erzieherinnen jeden Tag beste pädagogische Arbeit abzuliefern. Da braucht bloß jemand krank oder im Urlaub zu sein. "Ich verbringe 90 Prozent meiner Zeit mit Bürokram", sagt Barthel und wäre für jedwede Entlastung dankbar. "Erzieher leisten einen hervorragenden Job - da kann ich nur den Hut ziehen", sagt Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU), die auf Einladung von Landtagskandidat Andreas Nowak (CDU) Einrichtungen in Grünau besuchte. "Es ist aber notwendig, die Erzieher zu entlasten."

Wie das geschehen soll, ist längst Thema im Landtagswahlkampf geworden. So hat die Regierung angekündigt, dass ab 2015 die staatliche Kita-Pauschale erhöht wird. Pro betreutem Kind erhalten Kommunen künftig 2060 Euro vom Freistaat (bisher: 1875 Euro). Für Leipzig bedeutet dies ein Plus von 6,19 Millionen Euro, davon sind 1,6 Millionen Euro für "zusätzliche pädagogische Projekte" einzusetzen. "Ich werde darauf achten, dass das Geld wirklich verwendet wird, damit Erzieher Freiräume bekommen", betont Kurth, die für Transparenz streiten will. So sollten die Kita-Leiter selbst entscheiden können, ob sie beispielsweise Sozialassistenten beschäftigen.

Für Cornelia Falken (Linke) ist das "ein Schwindelkurs". "Das Geld reicht nicht, um wirklich die Qualität in den Kitas zu verbessern. Damit werden lediglich die gestiegenen Betriebskosten abgefangen", sagt sie. Auch Holger Mann (SPD) spricht davon, dass die "längst überfällige Anhebung" der Pauschale höchstens die "inflationsbedingten Kostensteigerungen seit 2005 kompensiert". Hintergrund: Kitas werden zu je einem Drittel von Land, Kommunen sowie den Eltern finanziert. Da sich der Anteil des Landes seit 2005 nicht verändert hat, musste die Stadt Leipzig zuletzt fast 49 Prozent der Kosten übernehmen. Mit der Rückkehr zur Drittelfinanzierung, so Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD), könne sich nun der städtische Zuschuss verringern. "Das zusätzliche Geld muss für frühkindliche Bildung und die Verbesserung der Qualität in Kitas verwendet werden", fordert hingegen Nowak.

Die CDU will den Betreuungsschlüssel in Kitas vorerst nicht verändern. SPD, Grüne und Linke machen sich für dessen schrittweise Senkung stark. Derzeit darf in Sachsen eine Erzieherin in der Krippe sechs Steppkes betreuen, im Kindergarten 13. Eltern weisen aber immer wieder darauf hin, dass in Leipzig Gruppengrößen um die 18 Kinder normal sind. Gefordert wird ein Erzieher für 4 Krippenkinder sowie ein Verhältnis 1:10 im Kindergarten. "Die CDU speist Kitas mit symbolischen Maßnahmen wie der Erhöhung der Kita-Pauschale ab. Wir brauchen eine klare Prioritätensetzung im frühkindlichen Bildungsbereich", so die grüne Landtagskandidatin Katharina Krefft. Mann: "Wir wollen in zehn Jahren 275 Millionen Euro zusätzlich in Bildung investieren. Was dem Freistaat eine Landesbank wert ist, muss uns die Bildung unserer Kinder wert sein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.08.2014

Mathias Orbeck

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