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Von Ekeltoiletten bis Lehrermangel: Was wird für Leipzigs Schulen getan?

Von Ekeltoiletten bis Lehrermangel: Was wird für Leipzigs Schulen getan?

Pisa-Erfolge, teilweise marode Gebäude, volle Klassen, überlastete Lehrer, lange Schulwege - in diesem Spannungsfeld beginnt in reichlich zwei Wochen wieder der Unterricht an Leipzigs Schulen.

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Diskussion im Landtagswahlkampf um Marode Schulen in Leipzig. (Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Weder Freistaat Sachsen noch Stadt Leipzig haben ihre Hausaufgaben zufriedenstellend erledigt - heißt es quer durch alle Parteien im Landtagswahlkampf. Wer an den vielen Baustellen schuld ist, wird aber unterschiedlich bewertet.

Landtagskandidat Andreas Nowak (CDU) ist der Zustand vieler Schulen ein Dorn im Auge - vor allem im Leipziger Westen. "Besonders schlimm ist es in Grünau. Von fast 20 Schulen ist genau eine kommunale Schule saniert. Für alle anderen gibt es keine Idee und keinen Plan. Schüler, Eltern und Lehrer werden vom Rathaus alleingelassen und hängen in der Luft. So kann es nicht weitergehen", sagt er und fordert einen Generalsanierungsplan von der Stadt, die die Gebäude in Regie hat. Sein Vorwurf: Leipzig lasse immer wieder Fördermittel liegen oder verschiebe Baumaßnahmen in die Folgejahre.

Das will Cornelia Falken (Linke) so nicht stehen lassen: "Natürlich liegt beim Bauzustand der Schulen einiges im Argen, da muss viel mehr getan werden. Die Stadt nimmt aber alles Geld in Anspruch, das sie bekommen kann." Ein Problem sei aber, dass die Fördermittelverfahren samt Abrechnung viel zu kompliziert seien, Geld vom Land nur bis 2016 zugesagt ist. "Die Kommunen brauchen langfristig Sicherheit, wie viel sie die nächsten Jahre bekommen. Dafür werde ich mich einsetzen."

Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) hat diese Woche gegenüber der LVZ bestätigt, dass es weiterhin ein Bauprogramm für Schulen gebe. Wie viel Geld Leipzig erwarten kann, bleibt offen - wird mit dem neuen Landtag in der Haushaltsdebatte entschieden. Die SPD hat für 2015 und 2016 ein Sonderprogramm für Schulhausbau in kreisfreien Städten gefordert, damit der Sanierungsstau abgebaut wird. "Große Städte wie Leipzig, die besonders wachsen, müssen auch besonders gefördert werden", sagt Holger Mann (SPD). Er fordert allerdings auch von der Stadt, dass diese ihre Mittel für den baulichen Unterhalt anhebt, um beispielsweise die Sanitäranlagen in einen akzeptablen Zustand zu bringen.

Christin Maicher (Grüne) will ebenfalls mehr Geld für Schulen herausholen. Ihre Partei prangert derzeit eine "verfehlte Bildungspolitik" mit übervollen Klassen, fehlenden Lehrern, Fremdsprachen per Losverfahren und langen Schulwegen an. 200 Leipziger Fünftklässler haben keinen Platz in einer ihrer Wunsch-Schule bekommen. "Schullaufbahnen, die mit Enttäuschung, Klagen und kurzfristigen Schulwechseln beginnen, sind frustrierend für Eltern, Kinder und Schuldirektoren", sagt sie und fordert neben der Sanierung und dem Neubau von Schulhäusern ein Personalentwicklungskonzept für Lehrer. Die sind immerhin Sachsens größte Angestelltengruppe.

"So ein Konzept wurde in den vergangenen Jahren sowohl von der CDU/SPD-Koalition als auch von der CDU/FDP-Staatsregierung verschlafen", betont Maicher. Falken, zugleich Leipzigs Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), tritt ebenfalls für zusätzliche Lehrerstellen ein, um Unterrichtsausfall zu minimieren, den Lehrplan umsetzen zu können und übervolle Klassen zu vermeiden. "Das Land stellt 1000 neue Lehrer pro Jahr ein. Das reicht, um Renteneintritte auszugleichen und steigenden Schülerzahlen Rechnung zu tragen", findet hingegen Nowak.

Das LVZ-Wahlforum mit Robert Clemen (CDU), Dietmar Pellmann (Linke), Dirk Panter (SPD), Sven Morlok (FDP) und Claudia Maicher (Grüne) beginnt am Mittwoch um 19 Uhr (Einlass: ab 18 Uhr). Eintritt ist frei. Aufgrund der Platzkapazitäten bitten wir um Anmeldung. Kostenlose Ticketreservierung unter 0800 2181 050.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.08.2014

Mathias Orbeck

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