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Die musikalischen Höhepunkte des 25. Wave-Gotik-Treffens

Tipps vom Insider Die musikalischen Höhepunkte des 25. Wave-Gotik-Treffens

Im umfangreichen Programm des 25. Wave-Gotik-Treffens verliert selbst mancher Szene-Kenner den Überblick und tappt im Dunkeln. Für die LVZ.de gibt Festivalsprecher Cornelius Brach wertvolle Insider-Tipps.

Auch zur Jubiläums-Ausgabe gibt es wieder Führungen für WGT-Besucher über den Südfriedhof - Cornelius Brach empfiehlt den Rundgang am Montag um 18 Uhr (Archivbild)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Im umfangreichen Programm des 25. Wave-Gotik-Treffens verliert selbst mancher Szene-Kenner den Überblick und tappt im Dunkeln. Für die LVZ gibt Festivalsprecher Cornelius Brach wertvolle Insider-Tipps.

Donnerstag

20.00 bis 5:00 „AbenteuerReich Belantis“: Große Eröffnungsfeier zum 25. WGT: Das hat es ganz sicher noch nirgends gegeben, in Leipzig wird es möglich: Ein kompletter Freizeitpark wandert für eine Nacht ausschließlich in „schwarze Hand“. Die Atmosphäre dürfte eine etwas andere werden, als man sie von einem Vergnügungspark gemeinhin kennt. Doch auch Gruftis möchten mitunter Spaß haben. Die WGT-Besucher können alle Fahrgeschäfte nutzen. Auf vier Tanzflächen liefern namhafte Szene-DJs den akustischen Hintergrund, darunter auch die WGT-Gründer Michael Brunner und Sandro Standhaft. Gegen Mitternacht läutet ein Feuerwerk den Beginn des WGT-Jubiläums ein.

Freitag

15:00 Stadtgeschichtliches Museum, im Rahmen der Ausstellung „Leipzig in Schwarz. 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen“: „Wie alles begann“ - Gesprächsrunde mit Michael Brunner und weiteren Gästen: Eine seltene Gelegenheit von einem der zwei WGT-Gründer aus erster Hand zu erfahren, wie das Wave-Gotik-Treffen entstanden und zur heutigen Größe angewachsen ist.

18:50 Altes Landratsamt: Konzert mit The Underground Youth: Die vertonte Stimmung, die man hat, wenn man nach einer wilden Party früh um 5 mit dem Kopf auf dem Fußboden und den Beinen auf dem Sofa aufwacht. Draußen ist es noch dunkel, die letzten Leute gehen, alles dreht sich leicht, aber man hat ein Lächeln im Gesicht. Pflichttermin für Freunde von The Jesus And Mary Chain, The Brian Jonestown Massacre, Slowdive oder The Blue Angel Lounge.

22:00 Volkspalast: Konzert mit in The Nursery: Die Humberstone-Zwillinge aus Sheffield begeistern mit oft bombastischen Klängen zwischen Neoklassik und Electro, kombiniert mit großen Pauken und Trommeln. Das Konzert beim WGT wird ein Querschnitt durch die 35-jährige Bandgeschichte. Am Sonnabend 17:30 kann man zudem im Schauspielhaus erleben, wie die beiden den passenden Klang zu Stummfilmen erzeugen.

00:15 agra-Treffenpark: Konzert mit Peter Murphy: Der charismatische Brite mit seiner unverwechselbaren düsteren Stimme ist einer der Urväter der Szene, hat er doch mit seiner ehemaligen Band „Bauhaus“ das Genre des Gothic-Rock seit Ende der 70er Jahre entscheidend geprägt. Mit seinem „Mr. Moonlight Show“-Konzert präsentiert er beim WGT noch einmal das Beste von Bauhaus.

Sonnabend

13:30 bis 5:00 Haus Leipzig (Foyer und Galerie): Ausstellung „Gestus“ - 150 Kalenderblätter der beliebten „Gestus“-Mondkalender-Reihe mit Porträtfotografien des Leipziger Fotokünstlers Gerd Lehmann: Zu DDR-Zeiten ein renommierter Mode-Fotograf, kam Lehmann in den 90ern durch das WGT mit der Schwarzen Szene in Berührung und verfiel ihr ein Stück weit. Seine grobkörnigen analogen Porträtfotos in schwarz-weiß sind wunderbare, ungestellte Momentaufnahmen der frühen WGT-Jahre. (Die Ausstellung ist von Freitag bis Montag zu besichtigen.)

ab 17:00 in den sechs Kirchen der Leipziger Innenstadt: „Lange Reger-Orgel-Nacht“: Gemeinsam mit der Stadt veranstaltet das Wave Gotik Treffen im Gedenken an den 100.Todestag von Max Reger die Lange Reger-Orgel-Nacht. In den sechs Gotteshäusern der Innenstadt wird es ab 20:00 Uhr vor allem dessen Orgelwerke zu hören geben. Kurzen Programmen von etwa 30 Minuten folgt jeweils eine längere Pause, die zum Wechsel des Ortes einlädt. Jeder Gast kann sich sein Programm nach eigenem Geschmack zusammenstellen, die verschiedenen sakralen Räume genießen und dem Klang der Instrumente nachspüren. Sicher eine ideale Möglichkeit, um zwischen den Szenekonzerten etwas zur Ruhe und Besinnung zu kommen. (Das genaue Programm findet man auf der WGT-Webseite. Die Orgel-Nacht ist auch ohne WGT-Bändchen frei zugänglich.)

19:30 Täubchenthal: Konzert mit der Lene-Lovich-Band: Frau Lovich ist eine der schrägeren Figuren der Post-Punk-Szene. Die Amerikanerin hatte ihre Hits „Lucky Number“ und „Bird Song“ schon 1979, ist mittlerweile Mitte 60. Wahrscheinlich eine der letzten Gelegenheiten Lene Lovich live zu sehen, und sich an ihrem exzentrischen Auftritt und ihren berühmten hochfrequenten Kieksern zu erfreuen.

22:20 Heidnisches Dorf am Torhaus Dölitz: Romantisches Nachtkonzert mit Estampie: Komplexe Mittelaltermusik, authentisch und doch modern, virtuos dargeboten von einem der auf diesem Gebiet international renommiertesten Ensembles. Spezielles „Best-of-Programm“ zum 35-jährigen Bandjubiläum. (Der große Mittelaltermarkt des WGT „Heidnisches Dorf“ ist auch ohne WGT-Gesamtkarte, mit separaten Tageskarten zugänglich, Pfingstfreitag bis –monta ab 11:00)

ab 23:59 Haus Leipzig: Dunkelromantischer Tanz mit den DJs „Apocalyptic Coctails“: Entspanntes Tanzvergnügen mit sanfter Musik zum Träumen statt lauter Beats, ähnliche Parties gibt es auch am Freitag und Sonnabend am selben Ort.

Sonntag

19:00 Völkerschlachtdenkmal: Midgards Boten - Die „Ilias des Homer“ - ein Mythos im Klang: Amüsante szenisch-konzertante Darstellung des antiken Epos unter Mitwirkung von Axel Thielmann, am passenden monumentalen Ort.

20:50 Täubchenthal: Konzert mit Winterkälte: Einflussreiche Industrial-Band, die schon so lange wie das WGT existiert. Wer heftig abtanzen mag, seinen Körper richtig durchgeschüttelt haben will, seine Ohren richtig freigepustet haben möchte, der ist hier genau richtig.

21:30 Peterskirche: Backworld – „The Hound of Heaven (A Paraliturgical Opera in One Act)”: Backworld ist eine amerikanische Folk-Band, die höchst selten in Europa zu erleben ist. „The Hound of Heaven“ rankt sich um das gleichnamige Gedicht von Francis Thompson (1859-1907). Backworld zeichnet ein spirituelles und metaphysisches Porträt von Dichter und Werk. Das Konzert findet im Rahmen des Szenegottesdienstes „Gotischer Christ“ statt. Bereits um 18:20 geben Backworld ein reguläres Konzert im Alten Landratsamt.

21:40 Heidnisches Dorf: Konzert mit Kauan: Großartige Mischung aus Post Rock, Doom Metal und Folklore. Wer sich auch nur annähernd für My Dying Bride oder Dead Can Dance begeistern kann, sollte hier hingehen. (Zutritt auch ohne WGT-Gesamtkarte möglich)

22:50 Altes Landratsamt: Konzert mit Of the Wand and the Moon: Die dänische Neofolk-Band gehört zu den besten ihres Genres. Akustische Instrumente werden stimmig mit sanfter Elektronik und Kim Larsens angenehmem Gesang kombiniert und führen damit zu wahrhaft neuartigen Folkklängen. In den Texten geht es um Nordische Mythologie, Naturromantik und emotionale Abgründe.

Montag

16:00 Südfriedhof: Führung „Friedhofsgeflüster- Rund um die Leiche, Von Leichenwache, Leichenraub, Leichenfett und Leichenfotografie“ mit der Kunsthistorikerin Anja Kretschmer; Treffpunkt: Platz vor der Großen Trauerhalle. Ein bisschen stimmt es schon das Klischee, dass Gruftis gern auf den Friedhof gehen. Aber nicht etwa um dort eine schwarze Messe abzuhalten oder Gräber zu schänden, sondern um die Ruhe zu genießen. Oder eben um etwas zu lernen. Die Führungen auf dem Südfriedhof sind jedenfalls seit Jahren der Renner beim WGT-Publikum, wen wundert’s. (Ähnliche Führungen finden auch am Sonnabend und Sonntag 17:00 statt.)

19:20 Schauspielhaus: Konzert mit The Visit: 2012 war der Kanadier Raphael Weinroth-Browne bereits mit seiner „Hauptband“ namens Musk Ox im Schauspielhaus zugange, in diesem Jahr kommt er in Begleitung von Heather Sita Black mit seinem aktuellen Neoklassik-Projekt The Visit zurück. Virtuoses Cellospiel trifft hier auf entrückten weiblichen Gesang, einfach zauberhaft.

21:00 Altes Landratsamt: Konzert mit And Also The Trees: Wundervolle, stets melancholische Wave-Musik, die zu Herzen geht. Die britische Band existiert bereits seit 1979. Ganz aktuell ist das Album „Born Into The Waves“ erschienen, das zum Schwärmen einlädt.

22:50 Volkspalast: Konzert mit Test Dept: Redux: 1981 gegründet, war Test Dept. eine der einflussreichsten Bands der britischen Industrial-Szene: Alte Metallteile und andere Objekte, die sie in verlassenen Fabriken oder auf Schrottplätzen fanden, nutzten die Bandmitglieder als Instrumente und kombinierten diese Geräusche mit Electro-Klängen. Zwei der Gründungsmitglieder, Paul Jamrozy und Graham Cunnington, präsentieren nun als Test Dept: Redux altes Songmaterial in überarbeitetem Gewand. Von Freitag bis Montag widmet sich eine Ausstellung in der Galerie KUB dem künstlerischen Schaffen der Kultband, geöffnet ist jeweils 14:00 bis 18:00..

Meine allgemeine Empfehlung: Vorab mal hier und da reinhören und sich auch auf Neues oder Unbekanntes einlassen! Es schlummern viele weithin unerkannte Perlen in der Künstlerauswahl.

Das vollständige Programm findet man unter www.wave-gotik-treffen.de

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Auf einen Blick

25. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig
13. bis 16. Mai 2016

Große Eröffnungsfeier am Donnerstag, 12. Mai 2016, ab 20 Uhr im AbenteuerReich BELANTIS im Leipziger Süden.

Das komplette WGT-Programm gibt es unter www.wave-gotik-treffen.de

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