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Szenegottesdienst beim WGT in Leipzigs Peterskirche - „Satanismus spielt keine Rolle“

Szenegottesdienst beim WGT in Leipzigs Peterskirche - „Satanismus spielt keine Rolle“

Leipzig. Der Szenegottesdienst in der Leipziger Peterskirche gehört mittlerweile zum festen Inventar des Wave-Gotik-Treffens (WGT).

Bereits zum sechsten Mal seit 2005 lud der Freundeskreis Gothic Christ am Sonntag in das Gotteshaus in der Schletterstraße ein. Unter dem Motto „Leben. Zwischen Anfang und Ende.“ wurden am Nachmittag zwei Szenemessen gefeiert. Anschließend wollten die Organisatoren zwei Konzerte bei freiem Eintritt präsentieren.

„Es ist einerseits ein Anlaufpunkt für Leute aus der Szene, die christlich geprägt sind. Wir wollen aber auch Leute erreichen, die eher glaubensfern sind“, erklärt Franz Steinert vom Freundeskreises Gothic Christ, der die Veranstaltung organisiert. Die christliche Religion und ihre Interpretation in der schwarzen Szene stünden bei den beiden einstündigen Gottesdiensten im Mittelpunkt. Von einer klassischen Messe kann dabei allerdings keine Rede sein, „Wir verzichten auf eine gewöhnliche Predigt und setzen stattdessen auf eine szenische Darstellung mit Monologen und Dialogen, umrahmt von Musik“, hebt Steinert die Besonderheiten des Events hervor.

Bei dem Gottesdienst gehe es insbesondere darum, den christlichen Glauben als persönliche Lebenserfahrung zu vermitteln. „Es wird dabei die Sinnsuche formuliert, zum Teil auch parodiert“, erzählt der 25-jährige Leipziger, der selbst in der Szene aktiv ist. „In Anlehnung an Bibelverse gehen wir der Frage nach, welche Früchte das Leben lebenswert machen.“

Kampf gegen Klischees

Dies sollte auch über Pflanzen symbolisiert werden. Statt dunkler Farben dominierte am Sonntag Grün in der Peterskirche. Die Gestaltung des Gotteshauses passten die Mitglieder des Freundeskreises mit Efeu oder verdörrten Birkenbäumen an das Thema an. „Leben und Tod finden sich auch in der Deko wieder“, kündigt Steinert an.

Auf Vorurteile sind die Gothic Christs allerdings nicht gut zu sprechen. „Satanismus spielt bei uns keine Rolle“, meint Steinert und verweist auf das seit Jahren aufgebaute Vertrauensverhältnis zur Kirchgemeinde um Pfarrer Johannes Toaspern. „Wir wollen auch ein Zeichen gegen altbekannte Klischees setzen. Weder sind die ‚Schwarzen’ mit Satanisten gleich zu setzen, noch schließen sich christlicher Glaube und schwarze Kultur automatisch aus“, so Steinert.

Robert Nößler

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