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Trotz Absinth und hoher Absätze: Ärzte rechnen mit ruhigem Wochenende

Uniklinik und Rettungsdienst gerüstet Trotz Absinth und hoher Absätze: Ärzte rechnen mit ruhigem Wochenende

Ein Hitzeschlag unter der Ledermaske oder eine Alkoholvergiftung wegen Absinth-Genusses: In seinen 20 Berufsjahren sind Dr. Olaf Gießner zum WGT (17.-20. Mai 2013) solche Fälle nicht untergekommen. Der Mediziner ist einer von 120 Notärzten in Leipzig und auch am Wochenende wieder beim Event der düsteren Szene im Einsatz.

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Yvonne (30) aus Chemnitz, Mike (18) aus Zürich, Marissa (31) aus Stuttgart, Nina (28) aus Leipzig und Manuel (45) aus Madrid beim Viktorianischen Picknick im Clara-Zetkin-Park (v.l.).

Quelle: André Kempner

Er freut sich auf die entspannte Atmosphäre, denn mit einer erhöhten Zahl an Notfällen sei – anders als bei vergleichbaren Großveranstaltungen – erfahrungsgemäß nicht zu rechnen.

Das Wave-Gotik-Treffen mit mehr als 20.000 Besuchern aus aller Welt mitten in der Stadt könnte vermuten lassen, dass Ärzte und Kliniken am Festival-Wochenende alle Hände voll zu tun haben. Doch typische Szene-Verletzungen gebe es nicht, berichtet Gießner. Selbst Unfälle mit hochhackigen Schuhen oder Probleme wegen der schwarzen Roben bei großer Hitze seien äußerst selten, weiß der 49-Jährige. „Das WGT ist immer easy und entspannt“, berichtet er.

Uniklinik und Rettungsdienst gerüstet

Gießner muss es wissen: Seit Anfang der 1990er-Jahre arbeitet der Anästhesist als Notarzt in Leipzig. Hunderttausende WGT-Gäste hat er in dieser Zeit kommen und gehen gesehen. „Ab und zu gibt es Kreislaufbeschwerden. Das ist ja ganz normal“, sagt der Mediziner. „Und beim Alkohol kommt es immer auf die Dosis an.“ Dabei sind die meisten offenbar vernünftig – oder wissen genau, wie viel hochprozentigen Absinth sie vertragen.

Auf ein relativ ruhiges Wochenende stellen sich auch Leipzigs Rettungsdienste und Kliniken ein. Zwar liege die Zahl der Einsätze am WGT-Wochenende erfahrungsgemäß leicht über dem Durchschnitt. Das sei jedoch absolut normal, da sich mehr Menschen als sonst in der Stadt aufhielten, so ein Sprecher der Rettungsleitstelle.

Auch in der Zentralen Notaufnahme Uniklinik ist man gerüstet und rechnet nicht mit deutlich höheren Patientenzahlen. Es werde eine normale Feiertags- und Wochenendbesetzung geben, teilte Leiter Professor André Gries auf Anfrage mit. Diese sei im Gegensatz zu den Vorjahren verstärkt worden, was allerdings nicht am WGT, sondern an den generell steigenden Patientenzahlen liege.

Gefahr von Drogenmissbrauch bei anderen Festivals höher

Notarzt Gießner ist der Meinung, dass es beim WGT so friedlich zugeht, wie bei kaum einem anderen Festival. „Es ist jedes Jahr eine nette Familienveranstaltung“, meint der 49-Jährige. Das Risiko von Drogenmissbrauch sei bei anderen Musik-Events in der Region deutlich höher, berichtet Gießner und nennt Beispiele wie das Sonne-Mond-Sterne (SMS) oder das Splash-Festival. „Aber vor dem WGT habe ich als Notarzt überhaupt keine Angst.“

Robert Nößler

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