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Urgruftis aus den 80ern: Gothic-Familie genießt Atmosphäre beim WGT

Porträt Urgruftis aus den 80ern: Gothic-Familie genießt Atmosphäre beim WGT

Renaissance-Malerei an den Wänden, Totenköpfe als Deko: Arthur und Alexandra Sievers aus dem hessischen Braunfels sind Gruftis durch und durch. Beim Viktorianischen Picknick sitzen sie mit Tochter Lydia gemütlich auf ihrer Wolldecke und beobachten die vielen verkleideten Menschen.

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Alexandra Sievers und Tochter Lydia haben aus dem Fernsehen vom WGT in Leipzig erfahren. Alexandra und ihr Mann bezeichnen sich als "Urgruftis aus den 80ern".

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Aus dem Fernsehen haben sie vom Wave-Gotik-Treffen in Leipzig erfahren.

„Mein Mann und ich sind noch Urgruftis aus den 1980er Jahren“, sagt die auf sakrale Kunst spezialisierte Malerin, die aus beruflichen Gründen in Leipzig ist. Von den Kostümen im Clara-Park ist sie ganz begeistert. „Was sich die Leute für Mühe geben“, schwärmt sie. Das habe es vor 25 Jahren so nicht gegeben. „Wir haben unsere Kostüme selbst genäht und waren froh, wenn wir einen coolen Laden gesehen haben, wo es Grufti-Schuhe gab“, erinnert sie sich. Der zunehmende Kommerz stört sie dabei nur am Rande. „Die Zeit bleibt nicht stehen. Das ist eben die Entwicklung. Man muss es ja nicht mitmachen“, findet sie.

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Leipzig. Renaissance-Malerei an den Wänden, Totenköpfe als Deko: Arthur und Alexandra Sievers aus dem hessischen Braunfels sind Gruftis durch und durch. Beim Viktorianischen Picknick sitzen sie mit Tochter Lydia gemütlich auf ihrer Woll-Decke und beobachten die vielen verkleideten Menschen. Aus dem Fernsehen haben sie vom Wave-Gotik-Treffen in Leipzig erfahren.

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Und eben das macht Alexandra Sievers auch nicht. Sie und ihr Mann leben sonst eher zurückgezogen. „Wir zelebrieren alles in unserem Haus“, erzählt die Hessin. „Da sieht es aus wie die Kostüme der Menschen hier“, sagt sie und zeigt auf die schwarze Masse um sich herum. Mit sakraler Kunst habe sie die Räume bemalt, einen komplett, den anderen mit Ornamenten. Die historischen Möbel sind schwarz gehalten, als Dekoration dienen Antiquitäten und Reliquien. „Außerdem sammle ich Memento-Mori-Figuren“, ergänzt die WGT-Besucherin. „Die stellen in verschiedenen Variationen den Tod dar.“

Für die 23-jährige Tochter Lydia, die sich als „ganz normal“ bezeichnet, ist die Gesinnung ihrer Eltern kein Problem. „Ich fands immer cool, meine Klassenkameraden nicht immer“, sagt die Bankkauffrau und lacht herzhaft. In der Grundschule habe sich einer ihrer Mitschüler mal nicht getraut, bei ihr zu übernachten, weil es ihm zu düster war. Aber mit der Zeit habe sich ihr Umfeld daran gewöhnt. Und spätestens ab der fünften Klasse war auch deren Angst vor Totenköpfen verflogen. „Die meisten fanden es dann interessant, dass es bei uns anders ist. Und irgendwann war es auch normal, dass mein Vater nie Jeans, sondern immer Lederhosen anhat.“

Frauke Sievers

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