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Wenn die Wiese zum Laufsteg wird – viktorianisches Picknick beim WGT 2011

Wenn die Wiese zum Laufsteg wird – viktorianisches Picknick beim WGT 2011

Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll: Beim viktorianischen Frühstück am Freitagnachmittag zeigen viele WGT-Besucher ihre beste Aufmachung.

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"Mad Queen" - Katrin Häupler beim viktorianischen Picknick

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Sie tragen selbst geschneiderte Kleider und komplizierte Frisuren oder sind aufwendig bemalt. Der Stilmix ist bunt: Von barocker Kleiderpracht über futuristische Cyberpunks bis zu bunten Fantasiewesen ist alles vertreten.

„Mad Queen“ hat Katrin Häupler ihre Kreation getauft. Die 30-Jährige trägt ein selbst geschneidertes schwarzes und weißes Kleid mit einem riesigen Reifrock, dazu ist sie passend geschminkt – der Gesamtanblick ist eine Augenweide. Doch die Schönheit fordert auch ihre Mühen: Zwischen acht und zehn Kilo wiegt das Kleid. „Der Rock wird von Stahlringen aufgespreizt, die haben schon ihr Gewicht“, sagt die Bayerin aus Taunstein. Dennoch schwitzt sie nicht, da es unter dem Rock schön luftig ist.

Sie hat das Kleid selbst entworfen, genäht und wird es sich nach dem WGT auch in den eigenen Schrank hängen. „Wollte ich es verkaufen, ich müsste einen Preis dafür verlangen, den niemand bezahlen würde“, meint sie. Grund dafür sind nicht nur die nicht geringen Materialkosten, sondern auch die rund 100 Stunden Arbeitszeit, die in dem Kunstwerk stecken. Trotzdem schneidert sie pro Jahr mindestens ein neues Outfit. „Das ist einfach mein kreativer Ausgleich zum Arbeiten gehen“, sagt die Bankerin. Heute wird sie für die vielen Stunden an der Nähmaschine belohnt, sie ist eines der begehrtesten Ziele der vielen Fotografen.

Auf die Spitze getrieben

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Katrin aus Frankfurt ist eine Fee

Quelle: Regina Katzer

Auch Katrin aus Frankfurt am Main kann keine fünf Meter weit gehen, ohne von Fotografen umringt zu werden. Bei der Krankenschwester liegt es wohl vor allem an der Farbe: Sie ist komplett blau angemalt. „Meine Rolle ist eine Fee“, sagt sie und deutet auf ihre großen, angeklebten Ohren. Geschminkt wurde die 45-Jährige von ihrer Tochter Lea, die als Engelchen verkleidet ist. „Kostüme tragen ist mein Hobby“, erklärt sie. Das WGT ist auch nicht der einzige Termin im Jahr, an dem sie ihrem Freizeitspaß nachgehen kann. „Beim Zombiewalk sind wir eigentlich auch immer dabei“, sagt sie.

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Die galante Gesellschaft aus der Region Leipzig treibt ihr Hobby auf die Spitze

Quelle:

Die sieben Mitglieder der galanten Gesellschaft sind kurz davor, ihr Hobby auf die Spitze zu treiben. Sie sind nicht nur vollständig in Mode der feinen Gesellschaft aus dem 18. Jahrhundert gekleidet. Sie haben zum viktorianischen Picknick auch noch große Kerzenleuchter mitgebracht und sogar die Kinder in feinste Gewänder gehüllt. Beim viktorianischen Frühstück sind die Mitglieder, die aus Leipzig, Markkleeberg und Delitzsch kommen, unter ihren Künstlernamen unterwegs, Karl-Heinrich von Heineken zum Beispiel oder Gräfin Maria Anna von Burnau. Wie lange die Gesellschaft braucht, um sich in Schale zu werfen? „Wenn man jemanden hat, der einem ab und an mal behilflich ist, dann geht es schnell. Ansonsten dauert es schon mal seine zwei bis drei Stunden“, sagt von Heineken und lacht.

Das Hobby zum Beruf gemacht

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Piere Leszczyk und seine Partnerin haben ihr Hpbby zum Beruf gemacht. Sie arbeiten als Schneider.

Quelle: Regina Katzer

Pierre Lesczyk hat sein Hobby dagegen zum Beruf gemacht. Seine Partnerin und er sind mittlerweile professionelle Schneider und beim viktorianischen Frühstück mit einer Kollektion anzutreffen, die sie eigentlich für den venezianischen Karneval entworfen haben. „Ich interpretiere alte Stile neu, deswegen sprechen wir von moderner Romantik. Unsere heutige Kleidung ist eine Interpretation der Belle Epoche“, erklärt er. Zwei bis drei Wochen Arbeitszeit stecken in dem Kleidern. Gemessen an diesem Aufwand sind die zwischen 800 und 1200 Euro, die er später dafür verlangen wird, sehr günstig. „Höhere Preise gibt der Markt für solche Kleidung nicht her“, bedauert Lesczyk.

Clemens Haug

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