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Hochgebirge mitten in Leipzig: Der Himalaya ist auf einmal so nah

Mit Roten Pandas und Schneeleoparden Hochgebirge mitten in Leipzig: Der Himalaya ist auf einmal so nah

300 geladene Gäste und zahlreiche Besucher schauen sich alles genau an: Die gestern neu eröffnete Zoo-Anlage mit Schneeleoparden und Roten Pandas bietet Einblicke in die asiatische Hochgebirgslandschaft. Die Tiere haben sich auch schon gut eingelebt.

In der neuen Himalaya-Gebirgslandschaft des Leipziger Zoos sind unter anderem Rote Pandas zu hause.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Schneeleoparden mussten am längsten warten: Sie sind die letzte Großkatzenart aus dem Leipziger Zoo, für die eine naturnahe Anlage gebaut und die Käfighaltung beendet wurde. Gestern zur Einweihung der Himalaya-Anlage lagen die Tiere (auch Irbisse genannt) schon friedlich in ihrer Felsenhöhle und schauten dem Besucheransturm vor ihrer Haustür gelassen zu. Das Alt-Pärchen Laura (16) und Onegin (14) sowie die Neuzugänge Chandra (2) und Askar (1) freundeten sich in den letzten drei Wochen mit ihrem neuen Wohnraum an, der aus kargem Geröll besteht – wie im Hochgebirge in 6000 Metern Höhe. „Sie haben hier Rückzugsmöglichkeiten und ausreichend Schattenflächen, können sich abducken. Dadurch sind die Tiere gleich wesentlich entspannter“, freut sich Kirsten Roth, stellvertretende Bereichsleiterin Asien, über die Verbesserungen.

Rote Pandas und Schneeleoparden: So sieht es im neuen "Himalaya" des Zoo Leipzig aus.

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Als Nachbarn wohnen direkt nebenan die Roten Pandas Lilo und Zimai. In freier Wildbahn würden sie eine Etage tiefer, nämlich in 1000 bis 4000 Metern Höhe, leben. Dementsprechend ist ihre Anlage auch nicht karg, sondern wald- und baumreich. Lilo und Zimai sollen noch eine „Einquartierung“ bekommen: Ein Moschustier soll sich mit ihnen den Lebensraum teilen. Komplett fertig wird die Himalaya-Anlage ohnehin erst Ende September, wenn die Freiflugvoliere ihr saniertes Dach zurück hat und Gänsegeier und Waldrappe eingezogen sind.

Eberhard Brandes, Deutschlandchef des World Wide Fund for Nature (WWF), lobte die Haltungsbedingungen im neuen Leipziger Hochgebirge: „Ich habe heute früh das Herausschleichen der Schneeleoparden erlebt. Das geht unter die Haut, wenn man ein Tier sieht, das auf natürliche Art seinen Lebensraum erobert.“ Weltweit gebe es nur noch weniger als 1000 Schneeleoparden. Sie selbst sowie ihre Beutetiere sind durch das Geschäft der Wilderei bedroht: „Das sind drogenähnliche weltweite Kartelle.“

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (40, Die Linke) wünscht sich, dass mit der neuen Anlage „der Artenschutz ins Bewusstsein von uns allen dringt, denn bei den Schneeleoparden ist es bereits fünf nach Zwölf.“ 4,8 Millionen Euro wurden seit Ende 2015 im Zooteil Himalaya verbaut. Dafür musste der 90 Jahre alte historische Raubtierfelsen weichen. Fast ein Zehntel (460 000 Euro) steuerten die Mitglieder des Freundes- und Fördervereins Zoo bei, die gestern wieder einen dicken Scheck über 100 000 Euro übergaben. In den vergangenen 17 Jahren sind insgesamt 155 Millionen Euro im Zoo verbaut worden, davon ein Viertel öffentliche Mittel der Stadt Leipzig.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag lädt der Zoo zu langen Sommerabenden mit Öffnungszeiten bis 21 Uhr ein.

Kerstin Decker

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