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Leipziger Zoo baut Löwengehege um und holt Partnerin für Löwe Majo

Förderverein hilft Leipziger Zoo baut Löwengehege um und holt Partnerin für Löwe Majo

Nach dem Löwen-Ausbruch im Zoo Leipzig wird die Anlage umgebaut. Der Wassergraben werde auf acht Meter verbreitert, sagte Zoo-Direktor Jörg Junhold am Mittwoch. Eine neue Barriere aus Stahlstäben solle für zusätzliche Sicherheit sorgen. Der Umbau kostet 80.000 Euro, die vom Förderverein des Zoos aufgebracht werden.

Zoo-Direktor Jörg Junhold vor der Löwen-Anlage, die derzeit umgebaut wurd. Der Wassergraben wird auf acht Meter verbreitert und eine neue Barriere aus Stahlstäben soll für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Quelle: dpa

Leipzig. Vor vier Wochen brachen die beiden Leipziger Jung-Löwen aus ihrem Gehege aus. Motshegetsi bezahlte den Ausflug mit dem Leben; seitdem ist sein Bruder Majo allein. Wie geht es jetzt weiter mit der traditionsreichen Leipziger Löwenzucht? Zoochef Jörg Junhold gab am Mittwoch Antworten und stellte die umfangreichen Bauarbeiten vor, die am gleichen Tag begannen. Das Gehege soll damit absolut ausbruchsicher werden.

Die beste Nachricht zuerst: Der einjährige Majo bekommt eine Partnerin – wahrscheinlich noch diesen Monat. Die zweieinhalb Jahre alte Löwin soll aus einem französischen Zoo nach Leipzig umziehen. Woher genau das Tier anreist, wollte Junhold nicht verraten. Es sei aber nicht einfach gewesen, ein passendes Tier zu finden, der jetzigen Lösung war eine europaweite Suche vorausgegangen. Geplant ist ein dauerhafter Aufenthalt der jungen Dame – wenn sich die beiden Tiere vertragen.

Werden Majo und seine Partnerin zueinander finden, wird mehr als ein französisches Rendezvous daraus? Das weiß natürlich auch Junhold nicht. „Ob die beiden wirklich die Zuchtlöwen sind, entscheiden wir später, da ist noch nicht klar“, betonte der Zoodirektor. „Unser Ziel bleibt der Aufbau eines Rudels mit weiteren Tieren.“ Auch dazu haben die Leipziger bereits ihre Fühler in andere Tierparks ausgestreckt, bislang aber ohne konkretes Ergebnis. Junhold rüttelt nicht daran: In Leipzig, der Stadt mit dem Löwen im Wappen und dem Zoo mit der großen Löwen-Tradition, in dem schon mehr als 2300 der Raubkatzen geboren wurden, soll wieder die Zucht gelingen.

Der erste Schritt, mit dem die Einsamkeit des Etoscha-Löwen jetzt schnell beendet werden soll, ist aus Junholds Sicht enorm wichtig. Zwar lässt sich Majo inzwischen wieder in der Besucherhöhle blicken und hat sich ein wenig erholt. Doch kurz nach dem aufregenden Ausbruch mit dem dramatischen Tod seines Bruders Motshegetsi war das 16 Monate alte Tier fast zwei Wochen lang sehr verschreckt, lebte zurückgezogen. „Uns war sofort klar, dass das keine Dauerlösung sein kann“, erklärte Junhold. Anders als zum Beispiel Tiger sind Löwen soziale Tiere, sie leben im Rudel, brauchen den Kontakt zu Artgenossen. „Das ist für die Gesamtentwicklung eines Tieres wichtig.“

Seit Mittwoch rollen auf der Freiluft-Löwenanlage die Bagger, mit neuer Infrastruktur soll ein absolut ausbruchsicheres Gehege entstehen. Der Wassergraben wird so verbreitert, dass er überall mindestens acht Meter breit ist (bisher 6,60 bis 7,90 Meter). Eine Sumpfzone, aus der ein Absprung zusätzlich erschwert wird, schließt sich an. An der Wand zur Besucherseite werden Metallstangen installiert, die 1,30 bis 1,50 Meter hoch und nach innen ragen, so als weiteres Hemmnis dienen. „Das wird von den Tieren als Barriere erkannt“, sagte Junhold, der das Gehege damit für ausbruchsicher hält.

Wie genau Majo und Motshegetsi Ende September entkommen konnten, ist immer noch nicht klar und wird wohl auch nie aufgeklärt. Im Zoo geht man aber davon aus, dass die Löwen über den Wassergraben gesprungen sind. In einer Anlage wie der Leipziger würde ein sechs Meter breiter Graben – das ist die vorgeschriebene Mindestbreite – aus heutiger Sicht daher nicht mehr ausreichen, sagte Junhold. Welche Konsequenzen andere Tierparks aus den dramatischen Leipziger Erfahrungen ziehen, konnte er nicht sagen. „Jeder Zoo muss seine Entscheidung treffen.“ Die hiesige Tigeranlage wurde und werde auch nochmal unter die Lupe genommen, sie sei aber anders aufgebaut.

Die baulichen Veränderungen bei den Löwen werden das 1100 Quadratmeter große Freigehege um etwa 35 Quadratmeter verkleinern. Bis Mitte Dezember soll alles fertig sein; noch vor Weihnachten könnten Majo und Partnerin ins Freie. Die Gesamtkosten von 80.000 Euro sind mit dem zum Jahresende fast aufgebrauchten Zoo-Etat nicht ohne Weiteres zu stemmen. Junhold freute sich deshalb über die „schnelle und unbürokratische Hilfe des Fördervereins“, der die gesamte Summe stemmen wird. Vereinschef Michael Weichert betonte, dass man sich als Co-Finanzier der Anlage vor 15 Jahren jetzt auch in der Verantwortung sehe. Und: „Wir stehen als Leipziger Bürgerschaft zum Zoo und zur Löwenzucht“, so Weichert. Man wolle zudem ein deutliches Zeichen setzen „gegen hässliche Kommentare und Hasstiraden“, die dem Zoo in sozialen Netzwerken nach den tödlichen Schüssen auf Motshegetsi entgegen geschlagen waren.

Björn Meine

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