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Trauer um Löwin Luena im Zoo Leipzig

Löwin musste von ihrem Leiden erlöst werden Trauer um Löwin Luena im Zoo Leipzig

Die Leipziger Angolalöwin Luena (geb. am 04.08.1998 in Lissabon, seit 2003 in Leipzig) ist tot. Aufgrund des sich rapide verschlechternden Allgemeinzustandes und einer fortschreitenden nicht heilbaren Tumorerkrankung hat der Zoo Leipzig entschieden, die Katze von ihrem Leiden zu erlösen.

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Löwin Luena auf der Löwensavanne

Quelle: Zoo Leipzig

Neben ersten Alterserscheinungen haben sich bei der Löwin Haut- und Gewebeveränderungen entwickelt. Luena stand unter permanenter tierpflegerischer und veterinärmedizinischer Beobachtung. Mitte Februar fiel die Entscheidung, Luena trotz der möglichen Risiken in Narkose zu legen, um Gewebe- und Blutproben für die histologische Untersuchung zu nehmen und Klarheit über ihren tatsächlichen Gesundheitszustand zu erhalten. Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Die 16-jährige Löwin litt neben den Tumoren an einem progressiven Entzündungsgeschehen der Haut, das zu einer zunehmenden Beeinträchtigung ihres Allgemeinzustandes führte. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen und es ist für uns ein schmerzhafter Verlust. Aber wir sind im Sinne des Tierschutzes verpflichtet, kein Tier in menschlicher Obhut leiden zu lassen, wenn es nicht die geringste Chance auf Besserung oder Heilung gibt. Alle Therapiemöglichkeiten waren ausgeschöpft“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold diesen Schritt.

Für das ursprüngliche Vorhaben, mit den Angolalöwen (Panthera leo bleyenberghi) gezielt eine seltene Löwenunterart zu halten und zusammen mit anderen Zoos eine gemeinsame Population zu managen, ist es zweifelsohne ein Rückschlag. „Dennoch halten wir an dem Ziel fest, uns mit der Leipziger Löwenzucht für ein Artenschutzprojekt zu engagieren. Schließlich haben auch wir uns der Welt-Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie und dem Populationsmanagement der Europäischen Erhaltungszuchtprogramme verschrieben. Gerade im Rückblick auf die Tradition des Zoos werden wir alles daran setzen, einer bedrohten Löwenunterart eine Zukunft zu bieten“, versichert Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold.

Der Zoo Leipzig distanziert sich von den Darstellungen einer großen Boulevardzeitung am Montag zur Zukunft der Leipziger Löwenhaltung. „Große Teile des Artikels sind frei erfunden und entsprechen nicht den Tatsachen. Ich glaube, dass die im Moment auch öffentlich geübte Kritik an der Glaubwürdigkeit der Presse durch solche Berichte immer wieder neue Nahrung erhält. Das halte ich für verantwortungslos und falsch“, erklärt Junhold.

Vor dem Hintergrund, dass auch Matadi (geb. am 28.09.2001 in Lissabon, seit 2002 in Leipzig) mit seinen 13 Jahren bereits ein hohes Alter erreicht hat, diskutiert der Zoo Leipzig seit längerem über die zukünftige Neuausrichtung der Löwenhaltung. Da eine koordinierte Zucht der in wenigen Zoos gehaltenen Angolalöwen nicht aufgebaut werden konnte und die in vielen Zoos gehaltenen „Zoo-Löwen“ eine Mischung aus verschiedensten Löwen-Subpopulationen darstellen, engagiert sich der Zoo Leipzig seit 2007 federführend in der „African Lion Interest Group“. Das erklärte Ziel dieser Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern europäischer Zoos ist es, durch genetische Analysen eine für ein neu aufzulegendes Zuchtbuch geeignete Löwenunterart zu bestimmen.

Dazu müssen verschiedene Grundbedingungen erfüllt und weitere genetische Analysen  durchgeführt werden. Gegenwärtig kristallisiert sich heraus, dass die ursprünglich in Namibia vorkommenden Etoschalöwen eventuell für ein solches Zuchtbuch in Frage kommen und somit im Zoo Leipzig perspektivisch gehalten werden können. Der Zoo Basel hat einige Tiere dieser Subpopulation bereits 2003 aus einem südafrikanischen Park importiert. „Bis die Entscheidung gefallen ist, wird Matadi alleine in der Löwensavanne gehalten. Eine Vergesellschaftung mit einem neuen Weibchen kommt aufgrund des Alters des Katers nicht in Frage. Wir werden alles daran setzen, dass Matadi optimal durch uns versorgt wird“, so Junhold. Der Lebensweise entsprechend, sind ältere Löwenkater im natürlichen Lebensraum durchaus Einzelgänger.

PM

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