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Elf Festnahmen nach Randalen beim Leipziger Derby - RB-Stürmer Frahn verurteilt Chaoten

Elf Festnahmen nach Randalen beim Leipziger Derby - RB-Stürmer Frahn verurteilt Chaoten

So friedlich die Stimmung vor dem Stadtduell Lok Leipzig gegen RB (1:3) war, so gefährlich wurde es nach der Partie.

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Nach der Partie Lok Leipzig gegen RB ist es vor dem Stadion zu Krawallen gekommen.

Quelle: Robert Nößler

Leipzig. „500 Lok-Fans haben auf dem Parkplatz neben dem Stadion die Sicherheitsleute und die Polizei angegriffen“, erklärte Frank Gurke, Einsatzleiter der Polizei, am Sonntagabend gegenüber LVZ-Online. Seine Kollegen mussten eingreifen und die Chaoten mit Wasserwerfern und Reizgas zurückdrängen. Elf Personen wurden vorläufig festgenommen. Nach Angaben der Polizei sind sie aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Bereits während des Spiels beobachteten die Sicherheitskräfte zwei Böllerwürfe aus dem Block D. Daraufhin wurden drei Lok-Anhänger von der Polizei herausgezogen und ihre Personalien aufgenommen. Nach dem Spiel gerieten dann Fans beider Mannschaften vor dem Stadion aneinander. Gegen 16 Uhr eskalierte die Lage in der Nähe des Parkplatzes am alten Schwimmstadion. Lok-Fans attackierten die Ordner, schlugen und traten auf sie ein.

Als die Polizei einschritt, hagelte es Steine und Flaschen aus den Reihen des Lok-Anhangs. Auch völlig Unbeteiligte wurden Zeugen zufolge von entfesselten Hooligans attackiert. Ein Rollstuhlfahrer wurde umgetreten, ein Rentner geschlagen. Auch die Familie von RB-Profi Paul Schinke wurde attackiert.

RB-Profi Frahn verurteilt Randale aufs Schärfste

Mittendrin in den Auseinandersetzungen war Lok-Sicherheitschef Steffen Kubald. Er versuchte, die Angreifer zu beschwichtigen. „Das ist einfach nur dämlich“, zeigte sich Kubald verständnislos. Doch nicht nur außerhalb des Stadions hatte er Probleme mit einigen Lok-Anhängern. So sollen vier von ihnen während der Partie Feuerzeuge Richtung Spielfeld geworfen haben. Zwei der Verdächtigen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. „Diese Leute bekommen jetzt Stadionverbot“, sagte Kubald.

RB-Stürmer Daniel Frahn wurde Zeuge der Krawalle auf dem Parkplatz, verurteilte die Aktion aufs Schärfste: „Schämt euch“, schrieb der 25-jährige Angreifer auf seiner Facebook-Seite. „Wie krank und bescheuert muss man sein, als Fußballfan Frauen und Rentner zu schlagen“, trat Frahn verbal nach. „Ich hoffe, solche Idioten bekommen irgendwann die richtige Strafe.“

Polizei hatte nicht mit Krawallmachern gerechnet

Dabei war die Lage insgesamt kurz nach dem Schlusspfiff entspannt. „Zunächst war alles ruhig“, schildert Gurke. Die Polizei habe die bekannten Fangruppen beobachtet. Dann jedoch kam es zu dem Angriff auf dem Parkplatz. „Und das von einer Gruppe, die wir eigentlich nicht als gewaltbereit eingeschätzt haben.“ Gegen 16.25 Uhr räumte die Polizei den Parkplatz, musste dabei zwei Wasserwerfer sowie Diensthunde einsetzen. Mehrere Angreifer wurden noch auf dem Parkplatz vorläufig festgenommen und mit Kabelbindern fixiert.

Das sächsische Innenministerium rechnet bis zu 200 Lok-Fans der Kategorie B (gewaltbereit) und rund 80 der Kategorie C (gewaltsuchend) zu. Zum Spektrum gehören etwa die "Blue Caps LE", die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft werden. Als problematisch gelten auch Mitglieder von "Scenario Lok". "Der Kern der Fangruppe besteht aus bekannten, organisierten Neonazis", so Stadträtin Juliane Nagel (Linke). "Scenario Lok" hatte zu dem gestrigen Fanmarsch vom Hauptbahnhof zum Stadion aufgerufen, rund 2000 Lok-Anhänger demonstrierten weitgehend friedlich.

Insgesamt 29 Ermittlungsverfahren

Gegen 18 Uhr hatte sich die Situation rund um das Fußballstadion beruhigt, bestätigte Polizeisprecher Christian Schulze. Trotz der Attacke zog er eine positive Bilanz. „Wir hatten die Lage jederzeit im Griff. Die meisten waren friedlich.“

Wie die Leipziger Polizei am Abend mitteilte, wurden 29 Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Raub, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstoßes gegen das Sprenggesetz eingeleitet. Fünf Polizeifahrzeuge sind durch Steinwürfe beschädigt worden, Polizisten wurden nicht verletzt.

Reik Anton/joka/F.D./nöß

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