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Lok Leipzig will Fangruppe "Scenario" verbieten – weitere Konsequenzen angekündigt

Lok Leipzig will Fangruppe "Scenario" verbieten – weitere Konsequenzen angekündigt

"Manchmal fange auch ich an zu zweifeln, ob das nicht ein Kampf gegen Windmühlenflügel ist", sagt René Gruschka. Das Verhalten einiger Anhänger in Babelsberg hat den Lok-Vorstandssprecher und Fan-Beauftragten schockiert - und nicht nur er sieht die Existenz des Vereins gefährdet.

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Ausschreitungen vor dem Spiel zwischen dem SV Babelsberg und Lok Leipzig: Fans beider Lager gehen im Stadion aufeinander los.

Quelle: MAZ Online

Leipzig. "Nationalsozialistische, faschistische und extremistische Parolen haben bei Lok nichts zu suchen, sind ein Schlag ins Gesicht der vielen Fans, die durch ihre Spenden mit das Überleben gesichert haben", erklärt Gruschka. Sprechchöre zu Beate Zschäpe, Anders Breivik, Auschwitz, der mehrfach gezeigte Hitlergruß, verfassungsfeindliche Symbole auf Klamotten und Bannern haben Gruschka entsetzt: "Wir distanzieren uns scharf, es gibt nichts zu verharmlosen, die Toleranzgrenze ist weit überschritten. Geredet wurde genug, jetzt helfen nur drastische Maßnahmen."

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René Gruschka vom Lok-Vorstand rechnet mit einem Etat von einer Million Euro für die neue Saison.

Quelle: Andreas Doering

So wird das Präsidium heute Abend wohl erneut Stadionverbote beschließen - und ein Komplett-Verbot der Gruppierung "Scenario" im Plache-Stadion. Auf Videos und Fotos aus Babelsberg seien "eindeutig Leute aus der Lok-Szene" zu erkennen, der Verein arbeite eng mit den Sicherheitsorganen zusammen, um die Täter ermitteln und bestrafen zu können. "Aber wir brauchen auch eine stärkere Selbstregulierung der Fans", sagt Gruschka, "und ein früheres und energischeres Eingreifen der Polizei." Bei Auswärtsspielen sei Lok weitgehend machtlos, könne Stadionverbote nicht durchsetzen.

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Beim Fanmarsch zum Derby gegen RB Leipzig anno 2012 trugen viele Lok-Anhänger T-Shirts der Fangruppe "Scenario".

Quelle: Dirk Knofe

Sollte Lok vom Sportgericht ein "Geisterspiel" aufgebrummt werden, hätte dies ebenso wirtschaftliche Konsequenzen wie das sich vergrößernde Negativ-Image. "Es fällt uns ohnehin schwer genug, Sponsoren zu finden", gesteht Gruschka. "Nicht hilfreich" seien die Babelsberg-Vorfälle auch bei der Entschuldung des Klubs, betont René Krüger. Der Rechtsanwalt von der Kanzlei Brinkmann und Partner hat im Lok-Auftrag "Regulierungsvorschläge" an die Gläubiger verschickt - mit einer für den Verein verkraftbaren Quote. Das Echo sei positiv gewesen, obwohl wegen der Urlaubszeit noch nicht alle Antworten vorliegen. Insolvenzgefahr sieht Krüger von dieser Seite (noch) nicht: "Wer wirtschaftlich denkt, wird unser Angebot annehmen."

Doch selbst wenn alles nach Plan laufe, müsse Lok "zwei Jahre lang den Gürtel extrem eng schnallen, um danach schuldenfrei zu sein". Laut Krüger sind die zu verhandelnden Altverbindlichkeiten zwar deutlich geringer als die von Lok angegebene Gesamtschuldensumme von 618 000 Euro. "Dennoch wird der Verein ständig frische Liquidität zur Erfüllung der Gläubigervereinbarungen brauchen." Doch wer investiert in einen Klub, der mit Rechtsextremen zu kämpfen hat? Krüger: "Es würde mir sehr leid tun, wenn die Arbeit des Vorstands und unserer Kanzlei erfolglos bleibt, weil sie durch solche Vorfälle torpediert wird."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2013

Steffen Enigk

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