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Streit um Leipziger Fanprojekt: SFV-Präsident Reichenbach kritisiert Vorgehen der Kommune

Streit um Leipziger Fanprojekt: SFV-Präsident Reichenbach kritisiert Vorgehen der Kommune

Der Präsident des Sächsischen Fußballverbandes (SFV), Klaus Reichenbach, hat den von der Stadtverwaltung  angestrebten Trägerwechsel beim Leipziger Fanprojekt kritisiert.

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Der bisherige Fanprojekt-Leiter Udo Ueberschär.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Am Rande einer Präsidiumssitzung des SFV nannte Reichenbach den Finanzierungsstopp für den bisherigen Träger, die Leipziger Sportjugend, „eine unverantwortliche Entwicklung. Ich weiß nicht, wie die Stadt sich das vorstellt. Ich bin sogar so weit, dass ich dem Oberbürgermeister einen Brief schreibe, weil wir als Verband im Fokus stehen, wenn sich Randale entwickeln“, sagte Reichenbach am Montag.

 

Anfang des Jahres hatte der Jugendhilfe-Ausschuss der Stadt mit Unterstützung von Experten des Deutschen Fußball-Bundes beschlossen, die Anlaufstelle für die rivalisierenden Leipziger Fußballfanszenen zwischen 1. FC Lok, BSG Chemie und inzwischen auch SG Leutzsch in neue Hände zu geben. Zuvor war das von der Sportjugend geleitete Projekt aufgrund fehlender Transparenz der sozialpädagogischen Angebote, unzureichender Abgrenzung von rechtsorientierten Fangruppierungen sowie Problemen bei Krisenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit mehrfach in die Kritik geraten. Unter anderem soll das Fanprojekt bis 2008 auch ein Treffpunkt der Leipziger Neonazi-Szene gewesen sein.

 

Nach einem Gutachten der Koordinationsstelle Fanprojekte des DFB über die Qualitäten der Sportjugend schrieb die Stadt die Trägerschaft neu aus. Letztendlich erhielt die Outlaw gGmbH mit Erfahrungen im Fanprojekt-Metier bei Preußen Münster und dem Themenschwerpunkt Antidiskriminierung den Zuschlag. Nachdem das Sächsische Innenministerium im Juni allerdings gedroht hatte, bei einem Trägerwechsel notwendige Fördergelder nicht weiter auszuzahlen, liegt das Fanprojekt komplett auf Eis. Weder der alte, noch der neue Träger haben ausreichend Mittel zur Verfügung, um die Arbeit aufzunehmen.

 

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Fans des 1. FC Lokomotive beim Derby gegen den FC Sachsen im März 2008.

Quelle: Christian Nitsche

Gerade im Leipziger Raum würde Fußball von den Fangruppierungen prinzipiell dazu genutzt, um politische Auseinandersetzungen auszutragen, sagte Reichenbach am Montag. Genau wie Innenminister Markus Ulbig ist der SFV-Präsident dabei von der Arbeit des bisherigen Fanprojekt-Leiters Udo Ueberschär überzeugt. Ganz nach dem Motto, Bewährtes solle man nicht ändern, spricht er sich ebenfalls für eine Weiterbeschäftigung des Projektleiters aus. Obwohl die Probleme in den Fangruppierungen nach wie vor präsent seien, habe das Projekt bisher gute Arbeit geleistet. „Leipzig ist heute kein Brennpunkt mehr - wenn überhaupt, dann ist es die Szene bei Dynamo Dresden.“

 

Reichenbach, der auch bis Ende August noch keine Entscheidung in der Problematik sieht, befürchtet durch die Uneinigkeit der Geldgeber, dass die Gewaltbereitschaft unter den Fangruppen wieder aufflackern könnte. „Sobald du inkonsequent wirst, können sich Dinge innerhalb von fünf Minuten ändern. Wir müssen deshalb eine konsequente Linie fahren“, sagte der SFV-Präsident.

 

Um bereits in den unteren Ligen Konfliktpotential frühzeitig zu erkennen, will der Sächsische Fußballverband künftig auch schon für die Bezirksliga eine Sicherheitskonferenz mit den Vereinen einberufen. Man wolle sich von vornherein auf bestimmte Regeln festlegen, wie mit Gewalt neben dem Spielfeld umgangen werden könnte. Ein Grund für dieses Vorgehen dürfte der Aufstieg des Roten Stern Leipzig in die siebthöchste Spielklasse sein. In der Vergangenheit war der alternative Verein bei Spielen im Leipziger Umland mehrfach von Neonazi angegriffen worden.

Anne Kunze/Matthias Puppe

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