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Chemie Leipzig bastelt am Bezirksliga-Kader – Verbleib im Kunze-Sportpark offen

Chemie Leipzig bastelt am Bezirksliga-Kader – Verbleib im Kunze-Sportpark offen

Hinter der BSG Chemie Leipzig liegt eine Saison mit vielen Enttäuschungen. Trotz namhafter Akteure konnte die erste Mannschaft den Abstieg in die Bezirksliga nicht vermeiden.

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Erik Bader bliebt Chemie Leipzig auch in der Bezirksliga erhalten. (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Zudem verschärfte sich der Konflikt mit dem Stadionnachbarn SG Leipzig Leutzsch (SGLL) zur ausweglosen Gesamtsituation. Gleichzeitige Erfolge, wie der Aufstieg der Zweiten oder die wachsende Nachwuchsabteilung, gerieten dabei fast aus dem Blick. In der kommenden Spielzeit wollen die Grün-Weißen nun wieder zurück in die Spur.

„Schon ein paar Wochen vor dem letzten Spieltag war erkennbar, dass es in die Bezirksliga gehen könnte“, sagte Vorstandssprecher Dirk Skoruppa am Dienstag gegenüber LVZ-Online. Die Zwischenzeit sei genutzt worden, um erste Rahmenbedingungen für Liga sieben zu schaffen. „Wir haben genau analysiert, wer in der Mannschaft Verantwortung übernommen hat und wer nicht“, so Skoruppa. Etwa 70 Prozent der bisherigen Akteure sollen und wollen nun auch in der Bezirksliga für Chemie auflaufen. „Den Spielern wurde ein Angebot mit verringerten Bezügen gemacht und der Erste, der unterschrieben hat, war Sven Schlüchtermann. Aber auch Erik Bader, Thomas Hönemann, Norman Lee Gandaa, Nils Gräfe und Hannes Rook werden bleiben – um nur ein paar Namen zu nennen“, so der Vorstandssprecher weiter.

Darüber hinaus werden zusammen mit dem Trainerteam mögliche Neuzugänge sondiert. Angesichts der Vergangenheit von Neu-Coach André Schönitz im Nachwuchsbereich beim 1. FC Lok Leipzig reichen die Fühler auch nach Probstheida. „Ich bin optimistisch, dass wir zum Trainingsauftakt am 8. Juli eine Truppe haben, die den direkten Wiederaufstieg schaffen kann“, sagte Skoruppa.

Deutliche finanzielle Einschnitte – Chemie fühlt sich von der SGLL ausgebremst

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BSG-Vorstandsmitglied Dirk Skoruppa beim Fanabend Anfang Februar im Westwerk.

Quelle: BSG Chemie Leipzig e.V.

Finanziell soll weiter Augenmaß gewahrt werden. „Wir hatten dieses Saison eine schwarze Null und wollen die auch im kommenden Jahr haben“, sagte der BSG-Sprecher. Angesichts der niedrigeren Spielklasse dürfte das kein leichtes Unterfangen werden: „Es geht nur mit der Hälfte der bisherigen Ausgaben. Wir planen mit deutlichen Einschnitten bei Zuschauern und Sponsoren“, so Skoruppa weiter. Neben den sportlichen Aufgaben müsse zudem noch Platz für das 50-jährige Jubiläum der legendären BSG-Meisterschaft anno 1964 sein. Den genauen Saison-Etat wollen die Chemiker demnächst bekannt geben.

Auch im Ringen um den künftigen Spielort muss zeitnah eine Entscheidung fallen. „Die BSG gehört natürlich nach Leutzsch. Das ist für alle im Verein und in der Fanszene absolut klar“, so Skoruppa. Die Situation im Alfred-Kunze-Sportpark sei allerdings auch bekannt schwierig. Seit Monaten schwelt der Streit mit dem Stadionnachbarn um die Betriebskostenabrechnung. Chemie hält einige der Belege der SG Leutzsch für unzutreffend und befürchtet deshalb, über Gebühr zur Kasse gebeten zu werden. Zudem fühlt sich der Stadion-Untermieter von der SGLL unabdinglich ausgebremst: „Wir haben inzwischen vier Mannschaften und wollen unseren Verein weiterentwickeln. Um reinen Spaßfußball, wie immer unterstellt, geht es bei uns nicht. Unsere Anfragen nach mehr Trainingszeiten oder anderem werden aber nicht mal mehr von der SG Leutzsch beantwortet.“

Für mehr Raum und Möglichkeiten im Kunze-Sportpark sei der Verein auch bereit, mehr zu bezahlen. Weil ohne die Zustimmung der SG Leutzsch bisher aber nichts möglich ist, habe Chemie bei der Stadtverwaltung auf eine Änderung des Pachtvertrages hin zu einer gleichrangigen Nutzung beider Vereine gedrängt. Bisher aber ohne Erfolg. „So, wie es bisher ist, werden wir immer auf die gute Laune von Jamal Engel (SGLL-Geschäftsführer, Anm. d. Red.) angewiesen sein – ob er den Strom für uns überhaupt anschaltet, ob wir endlich mal etwas renovieren dürfen. Das geht so nicht weiter“, fürchtet Skoruppa.

Auch deshalb haben die Chemiker einen Plan B im Gepäck. „Wir wollen im AKS spielen, aber es gibt auch einen Punkt, wo man vielleicht sagen muss: Das ist alles nur noch kontraproduktiv, wir kommen hier nicht weiter. Dann werden wir mit anderen potentiellen Partnern reden. Es gibt einige Vereine, die wissen, was wir als Verein zu bieten haben und die durchaus interessiert sind“, so der Chemie-Vorstand am Dienstag.

Matthias Puppe

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