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Leutzscher Betriebskostenaffäre: Chemie Leipzig erwirkt einstweilige Verfügung

Leutzscher Betriebskostenaffäre: Chemie Leipzig erwirkt einstweilige Verfügung

Im seit Monaten schwelenden Streit zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig Leutzsch haben die Chemiker eine einstweilige Verfügung gegen ihren Stadionnachbarn erwirkt.

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Im seit Monaten schwelenden Streit zwischen der BSG Chemie Leipzig und der SG Leipzig Leutzsch haben die Chemiker eine einstweilige Verfügung gegen ihren Stadionnachbarn erwirkt.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Wie die Chemie-Geschäftsführung am Samstag mitteilte, wurde der Bescheid am Freitag den Verantwortlichen von Leutzsch zugestellt. Mit der Verfügung will  sich die BSG davor schützen, dass ihr die SG Leutzsch Strom, Gas und Wasser in der gemeinsamen Spielstätte Alfred-Kunze-Sportpark (AKS) abschaltet.

„Sollte die Sportgemeinschaft dagegen verstoßen, droht eine Strafzahlung bis zu 250.000 Euro oder eine Gefängnisstrafe“, erklärte Chemie-Geschäftsführer Henry Aulich am Samstagabend gegenüber LVZ-Online. Die SG Leutzsch ist im AKS Hauptmieter und habe den Chemikern zuvor mit einer Abschaltung aller Medien gedroht, würde der Untermieter nicht ausstehende Betriebskosten nachzahlen. Nach Angaben von Chemie beläuft sich die Forderung der SG Leutzsch auf 8.625 Euro. Auf der vergangenen Mitgliederversammlung seien sogar 23.000 Euro genannt worden, heißt es in einer BSG-Mitteilung.

BSG Chemie wittert Betrug

Grund für die Zahlungsaufforderung ist offenbar, dass Chemie den eigenen Zuschussanteil  am AKS im vergangenen Jahr gedrosselt hat, nachdem die SGLL lange Zeit keine Belege für die erstellte Betriebskostenabrechnung vorlegen wollte. Nach einigem Hin und Her kam die SG Leutzsch im Februar dem Ansinnen von Chemie nach. In den nun vorgelegten Belegen entdeckten die Chemiker allerdings „erhebliche Veränderungen an Originaldokumenten“ und andere „gravierende Ungereimtheiten“, so Aulich. So seien unter anderem auch die Geschäftsführerkosten der SGLL anteilig auf die BSG umgelegt worden. „Das werden wir sicher nicht zahlen“, versprach der BSG-Vorstand am Samstag.

Der Verein hat die SGLL-Belege seinen Anwälten zukommen lassen, einen tatsächlichen Verbrauch im Stadion selbst errechnet und anhand des eigenen, vertraglich festgelegten Zuschussanteils in Höhe von 23 Prozent die Zahlungen reduziert. Chemie überweist seit November 2012 statt der geforderten 2500 Euro monatlich so nur noch 1000 Euro an die SGLL. „Eigentlich müssten es nur 920,59 Euro sein, aber wir wollten etwas Puffer lassen“, fügte Aulich hinzu. Die einbehaltenen 1500 Euro wurden seither auf ein Drittkonto gezahlt.

SG Leutzsch gibt sich gelassen

Zudem habe Chemie Strafanzeige wegen Betrugs gegen die SG Leutzsch gestellt und ebenfalls eine Aufforderung zur Nachzahlung an den Stadionnachbarn gesandt – weil man ja offenbar in den Monaten vor der Reduzierung zu viel gezahlt habe. Chemie will für den Abrechnungszeitraum zwischen Juli und Dezember 2011 insgesamt 9119 Euro von der SG Leutzsch zurückhaben.

Deren Geschäftsführer Jamal Engel sieht der einstweiligen Verfügung gelassen entgegen. „Das ist ein normales Rechtsmittel, das wir nicht überbewerten.“ Sein Verein bleibe bei der 23.000-Euro-Forderung. Auch die 2500 Euro seien ein angemessener Betrag. „Er basiert auf den Ergebnissen der letzten fünf Jahre im Kunze-Sportpark“, so Engel. Man sei stets vernünftig mit den Ressourcen umgegangen. Zu der Ansage, Chemie werde keine Geschäftsführerkosten übernehmen, entgegnete Engel: „Damit bezahlen wir auch den Greenkeeper, Hausmeister und die Reinigungskräfte.“ Dieser Posten gehöre zu den üblichen Verwaltungskosten im Gewerbemietrecht. Dass die Leutzscher Angaben in der Betriebkostenabrechnung manipuliert haben sollen, weist Engel zurück. „Das ist völliger Quatsch. Die Abrechnung ist auch von der Stadt geprüft.“ Zum Verhältnis zwischen den beiden Vereinen sagt er abschließend: „Über das erforderliche Tagesgeschäft hinaus werden wir nicht eng zusammenarbeiten.“

Reik Anton

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