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Rückkehr nach Leutzsch: Chemie bestreitet am Samstag erstes Heimspiel im Kunze-Sportpark

Rückkehr nach Leutzsch: Chemie bestreitet am Samstag erstes Heimspiel im Kunze-Sportpark

An historischen Momenten mangelt es im Leutzscher Fußball in diesen Tagen eher nicht. Nach dem Ende des FC Sachsen Leipzig und der Neuverpachtung des Alfred-Kunze-Sportparks in den vergangenen Wochen, tritt am kommenden Samstag, mehr als zwei Jahrzehnte nach dem letzten Abpfiff, wieder eine Herrenmannschaft der BSG Chemie Leipzig zu einem Punktspiel im Leutzscher Stadion an.

Leipzig. Am 25. Mai 1990, wenige Tage vor Umbenennung des einstigen DDR-Meisters in FC Grün-Weiß Leipzig, hieß der Gegner noch BSG Aufbau Krumhermersdorf. Am Samstagnachmittag spielt Chemie nun zum Saisonauftakt der Landesliga gegen den FC Eilenburg.

Auch wenn die heutige Ballsportgemeinschaft rein rechtlich nichts mit der Betriebssportgemeinschaft von einst zu tun hat, so ist die Partie am Samstag zumindest im Selbstverständnis der Fans doch eine lang ersehnte Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Das spürt auch Oliver Krause, designierter Vereinspräsident der Chemiker. „Ein gewisses Prickeln ist auf jeden Fall da, auch wenn ich derzeit viele Dinge im Kopf habe, die noch vorzubereiten sind“, erklärte Krause am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. Er hofft auf mehr als 1000 Zuschauer bei der Saison-Premiere und auf ein insgesamt begeisterndes Fußballfest. Das sportliche Ergebnis, so Krause, sei dagegen eher zweitrangig. „Wir wollen natürlich an solch einem historischen Tag nicht verlieren“, sagte Krause. Aber derzeit stünden einfach noch andere Dinge im Fokus.

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BSG-Schatzmeister Uwe Walther (links) mit Oliver Krause.

Quelle: Christian Nitsche

„Der Verein muss in dieser Saison erst einmal auf gesunde Füße gestellt werden“, versucht er die hohen Erwartungen der Fans zu bremsen. Der Aufbau funktionierender Strukturen bei der erst vor drei Jahren in der Kreisklasse reaktivierten BSG Chemie stehe im Zentrum der Bemühungen. „Wir wollen die vielen engagierten Leute integrieren, neue Zuschauer gewinnen“, sagte Oliver Krause. Er glaubt aber auch: „Wenn wir ordentlich arbeiten, dann stellt sich der Erfolg ganz bestimmt ein.“ Auf eine Prognose, welche Rolle Chemie in der sechsthöchsten Spielklasse einnehmen kann, will er sich nicht festlegen lassen. Mit den jungen Rasenballsportlern aus Leipzg und dem SSV Markranstädt seien starke Teams dabei, auch Heidenau und Kamenz hätten sich gut verstärkt. Laut des möglichen neuen BSG-Präsidenten heißt die Divise deshalb: „Wir wollen für Überraschungen sorgen!“

 

Angesichts der Testspielbilanz des erst vor wenigen Wochen geschlossen vom VfK Blau-Weiß zur BSG gewechselten Teams, könnte das durchaus gelingen. In sechs Partien verließen die Leutzscher den Platz sechs Mal als Gewinner, schlugen unter anderem Oberliga-Aufsteiger Piesteritz und das Anhalter Verbandsligateam von Union Sandersdorf. „Die Testspielergebnisse waren wirklich gut, sind aber sportlich ohne Wert“, wiegelt Krause trotzdem ab. Einzig für die Psyche der Spieler seien Erfolge in der Saisonpause nützlich.

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Kam vom FC Sachsen Leipzig zur BSG Chemie: Norman Lee Gandaa. (Archivfoto)

Quelle: BSG Chemie Leipzig e.V.

Immerhin sei mit den Partien die Integration der Neuzugänge, unter anderem aus den Reihen des insolventen FC Sachsen, geglückt. Die Stimmung im Team sei überaus harmonisch, es werde zudem außerhalb des Platzes viel miteinander unternommen. „Klar, im Training wird auch mal zugefasst, aber die Hackordnung stimmt“, glaubt Krause. Durch die Neuzugänge sei die Abwehr stabiler geworden, mit Florian Gerber, Tom Baumgart, Patrice Meißner und Tim Krömer gebe es gegenüber der vergangenen Saison bei Blau-Weiß jetzt weitaus mehr Alternativen. Zudem wurde das ohnehin schon starke Angriffsspiel noch personell erweitert. „Der Druck vorne ist jetzt einfach größer, denn eine Stammplatzgarantie gibt es bei uns nicht“, berichtet Krause.

Wer am Samstag in der Startformation stehen wird, ist noch unklar. Sicher ist jedoch: Die Kicker werden von einem Meer von grün-weißen Fahnen und lautstarken Schlachtrufen empfangen werden. „So viel ich weiß, arbeiten unsere Ultras derzeit an einer Choreografie“, berichtet Krause. In den vergangenen drei Jahren in der Leipziger Kreisklasse sorgten die engagierten Fans des Vereins schon für Aufsehen, gerieten zum Aushängeschild der neuen BSG Chemie. Mitunter gehörten dabei auch die bei Polizei und Verbänden umstrittene Pyrotechnik zum Teil der Fankultur. „Ich persönlich bin für Emotionen im Stadion und für mich kann da auch Pyrotechnik dabei sein“, sagte Krause und fügte an: „Ich wäre sogar für eine teilweise Legalisierung –  in geordneten Bahnen, so dass keiner verletzt wird,.“

Allerdings weiß der designierte Chemie-Präsident auch, dass die Verantwortlichen beim Sächsischen Fußballverband wohl nicht so gütlich auf bengalische Feuer und grün-weißen Rauch reagieren, wie es der Leipziger Verband in der Kreisklasse bisher getan hat. „In der Landesliga werden auch mal Spiele wegen Pyrotechnik abgebrochen. Ich denke aber nicht, dass es Probleme geben wird. Unsere Ultras sind ja schließlich vernünftig und klug genug, um das zu wissen“, sagte Krause.

Matthias Puppe

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