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Ultimatum im Streit um das Leipziger Fußball-Fanprojekt – „Provinzielle Posse“

Ultimatum im Streit um das Leipziger Fußball-Fanprojekt – „Provinzielle Posse“

Im Streit um die Zukunft des Leipziger Fußball-Fanprojektes drängt die Outlaw gGmbH auf eine Entscheidung. In einer Mitteilung der von Stadt und Deutschem Fußball-Bund (DFB) als künftiger Projekt-Träger favorisierten Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe erklärte Geschäftsführer Theo Boomgaarden am Montag: „Wir halten unsere Bereitschaft, der Stadt Leipzig, seinen Fußballfans, dem Land und dem DFB bei der Realisierung einer demokratischen, auf Toleranz, Solidarität und Integration basierenden Fan-Arbeit zu helfen, bis Mitte Oktober, genau bis zum 14.10.2011, aufrecht.

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Fans der BSG Chemie Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Danach stehen wir für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung.“

Boomgarden, der diese Ankündigung keineswegs als Resignation verstanden wissen will, bezeichnete das wochenlange Ringen der Stadtverwaltung mit dem Sächsischen Innenministerium um einen Trägerwechsel beim Fanprojekt als „provinzielle Posse“, die der Stadt und dem Gegenstand der Diskussion gegenüber unwürdig sei. „Zur neuen Saison sollte der Wechsel erfolgen, so hat es die Stadt Leipzig beschlossen, der DFB ist ebenfalls für den Wechsel“, erklärte der Outlaw-Geschäftsführer. Die notwendige zusätzliche Unterstützung durch das Sächsische Innenministerium stehe jedoch bisher aus. „Auf den von Outlaw gestellten Förderantrag vom April 2011 gibt es allerdings, trotz mehrfacher ernsthafter Aufforderungen tätig zu werden, bisher keine Antwort“, sagte Boomgarden.

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Fans des 1. FC Lokomotive. (Archivfoto)

Quelle: Norman Rembarz

Der Outlaw-Geschäftsführer wandte sich zudem gegen Anschuldigung, der Projektantrag sei aufgrund von Formfehlern beim Innenminister durchgefallen: „Trotz mehrfacher Aufforderung ist uns bisher nicht mitgeteilt worden, welcher Art diese Fehler seien.“ Boomgarden widersprach damit auch Ministeriumssprecher Frank Wend, der in der Süddeutschen Zeitung erklärt hatte, man habe Outlaw um Nachbesserung des Antrags gebeten: „Uns liegt eine solche Aufforderung nicht vor. Richtig ist, dass man uns gar nichts mitgeteilt hat“, sagte Boomgarden.

Darüber hinaus wies Boomgarden auch die gleichsam vom bisherigen  Projekt-Träger, der Leipziger Sportjugend, als auch vom Innenministerium ins Spiel gebrachte mögliche, politische Teilung der Leipziger Fangruppen auf zwei Träger als unsinnig zurück (LVZ-Online berichtete). „Ein interessantes Modell für die Kinder- und Jugendarbeit insgesamt.  (Das ist ironisch gemeint.) Vielleicht ist es auch übertragbar auf Schulen, Kitas, Jugendzentren etc.“, heißt es dazu in der Mitteilung von Theo Boomgaarden.

Da der Gegenvorschlag der Outlaw gGmbH, das Leipziger Fanprojekt notfalls in reduzierter Form auch ohne die  Förderung des Landes aufrecht zu halten, ebenfalls nicht mehr zur Debatte stehe und um größeren Schäden in der Leipziger Fußballfan-Arbeit durch eine endlose Diskussion zu vermeiden, habe sich Outlaw nun zum Setzen der Frist entschlossen, hieß es am Montag.

Der Streit zwischen Stadt Leipzig und Freistaat über die Leitungskompetenz beim Fanprojekt schwelt schon seit Monaten. Anfang des Jahres hatte die Kommune einen Trägerwechsel beschlossen und erhielt dabei von der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) des DFB breite Unterstützung. Der bisherige Träger, die Leipziger Sportjugend, war unter anderem aufgrund angeblich fehlender Distanz zu Neonazis und unzureichender sozialpädagogische Ausbildung der Mitarbeiter in die Kritik geraten.

Kurz vor Inkrafttreten des Beschlusses stärkte allerdings das Sächsische Innenministerium dem geschassten Träger demonstrativ den Rücken und drohte mit Entzug der Fördermittel. Seitdem liegt das Leipziger Fußballfanprojekt auf Eis. Zuletzt lehnte der zuständige Jugendhilfeausschuss der Stadt Leipzig mit großer Mehrheit einen Kompromissvorschlag des Sächsischen Innenministeriums ab, der auf eine partielle Weiterbeschäftigung der Leipziger Sportjugend im Fanprojekt der Messestadt abzielte. Demnach sollte die Sportjugend künftig für die Fanszenen von 1. FC Lokomotive und SG Leipzig-Leutzsch und die Outlaw gGmbH für die Anhänger von BSG Chemie Leipzig und Roter Stern Leipzig zuständig sein.

Matthias Puppe

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