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Davis-Cup-Team hoher Favorit in der Karibik

Tennis Davis-Cup-Team hoher Favorit in der Karibik

Alles andere als ein Sieg der deutschen Tennis-Herren in der Dominikanischen Republik und der Verbleib in der Weltgruppe wären eine Sensation. Benjamin Becker erhielt den zweiten Einzelplatz, Neuling Dustin Brown wurde zunächst im Doppel aufgeboten.

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Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann und Philipp Kohlschreiber.

Quelle: Arne Dedert

Santo Domingo. An eine Blamage beim Tennis-Exoten in der Karibik will der deutsche Davis-Cup-Kapitän erst gar keinen Gedanken verschwenden. Eine Niederlage in der Dominikanischen Republik und der erste Weltgruppen-Abstieg seit zwölf Jahren sind für Teamchef Michael Kohlmann kein Thema.

"Wir müssen das Selbstvertrauen haben, dass wir uns da durchsetzen", betonte Kohlmann vor dem Relegationsspiel ab Freitag (16.00 Uhr) in Santo Domingo. Die Auslosung am Donnerstag dürfte die Mini-Hoffnung der Gastgeber beflügeln. Der Weltranglisten-57. Victor Estrella Burgos eröffnet die Begegnung gegen Benjamin Becker, den er in Wimbledon schlug. "Er ist zu Hause der Favorit", sagte Becker, "aber der Court passt gut zu meinem Spiel. Es ist auch gut für mich, anzufangen." Der 34-Jährige ist im Davis Cup bislang noch sieglos, erhielt aber den Vorzug vor Neuling Dustin Brown. "Es war eine schwierige Entscheidung. Es war sehr knapp. Ich hatte das Gefühl, dass Benjamin die bessere Wahl ist", erklärte Kohlmann.

Im zweiten Einzel ist Philipp Kohlschreiber haushoher Favorit gegen den Weltranglisten-200. José Hernandez-Fernandez, auch wenn Kohlmann warnte: "Auf 200 steht man nicht, weil man einen Schläger halten kann." Brown und Philipp Petzschner nominierte er für das Doppel am Samstag, denkbar ist auch ein Einsatz von Kohlschreiber und Petzschner. Die Gastgeber boten die Ergänzungsspieler Roberto Cid und José Olivares auf, wahrscheinlicher ist, dass erneut Estrella Burgos und Hernandez-Fernandez auf dem Platz im 3700 Zuschauer fassenden Centro Nacional de Tenis im Parque del Este der Hauptstadt stehen.

Die Chance auf den erstmaligen Aufstieg ist für die Gastgeber um ihren 35 Jahre alten Spitzenmann der größte Moment in der Tennis-Geschichte des auch bei Deutschen beliebten Urlaubslandes. "Wenn wir gewinnen, wird in der Dominikanischen Republik einen Monat lang gefeiert", versprach Estrella Burgos lachend.

Die Dominikaner verdienten sich ihre große Chance mit dem 3:2-Heimsieg über Ecuador, bei dem Estrella Burgos alles gewann. In dem kleinen Stadion in der Ost-Hälfte der Millionenstadt Santo Domingo, nicht weit entfernt vom pompösen Grabmal für Christoph Kolumbus, erwartet die DTB-Auswahl neben Temperaturen über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ein fanatisches Publikum, wie Estrella Burgos ankündigte. Er schied zwar bei den US Open in der ersten Runde aus, doch das hat jetzt nicht mehr viel zu bedeuten.

"Man kann davon ausgehen, dass er vor heimischem Publikum an die Top-Leistung herangehen und schwer zu schlagen sein wird", sagte Kohlmann, dessen Schützlinge nach dem verregneten Mittwoch und einem Tag Zwangspause am Donnerstag wieder trainieren konnten.

Der Verbleib unter den 16 Top-Nationen der Welt ist unter allen Umständen Pflicht für das Team, auch wenn Kohlschreiber eindringlich an die Unberechenbarkeiten des Mannschaftswettbewerbs erinnerte. "Man sollte den Gegner nie unterschätzen", betonte die deutsche Nummer eins, zumal in Talent Alexander Zverev der neben Kohlschreiber beste deutsche Spieler der bisherigen Saison erkrankt fehlt.

Den dritten Abstieg nach 1982 und 2003 können sich trotz der womöglich schwierigen Bedingungen auch einstige Davis-Cup-Helden wie Boris Becker und der frühere Kapitän und jetzige Berater Niki Pilic nicht vorstellen. Zudem sind die deutschen Relegations-Experten seit dem Wiederaufstieg 2005 in fünf Playoff-Partien unbesiegt.

dpa

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