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Hingis - Wunderkind der 90er will Kerber und Co ärgern

Tennis Hingis - Wunderkind der 90er will Kerber und Co ärgern

Martina Hingis war in den 90ern als Teenager ein Topstar. Tennis liebt die Schweizerin noch immer, der Sport lässt sie nicht los. Mit 35, nach einem zweiten Comeback, steht sie wieder ganz oben.

Leipzig. Vor 19 Jahren hatte Martina Hingis ein Erlebnis wie Angelique Kerber am vergangenen Wochenende. Bei den Australian Open gewann die Schweizerin ihren ersten Grand-Slam-Titel im Einzel. Sie war erst 16, im gleichen Jahr löste sie Steffi Graf als Nummer eins der Welt ab.

Die Rivalität mit der einstigen deutschen Tennis-Königin ist für sie heute "Vergangenheit", an die sie denkt, wenn sie darauf angesprochen wird. In der Gegenwart, mit 35 und über zwei Jahre nach ihrem zweiten Comeback auf der Tennis-Tour, will sie eine andere Generation ärgern und Kerber und Co aus dem Fed Cup werfen. Für das Doppel ist Hingis beim Viertelfinale in Leipzig eingeplant.

Einzel ist generell nicht mehr ihr Ding. "Ich will mich nicht mehr abrackern müssen", erklärte die Altmeisterin vor Kurzem der "Basler Zeitung". "Ich bin lieber an der Spitze, so wie jetzt im Doppel, als irgendwo im Mittelfeld herumzugurken." Es ist die Faszination, "zu gewinnen", die sie noch immer antreibt, wie sie in Leipzig betonte.

Gerade erst hat Hingis ihren insgesamt 21. Grand-Slam-Titel geholt. An der Seite von Sania Mirza gewann die Taktik-Tüftlerin bei den Australian Open die Doppel-Konkurrenz. Mit der Inderin ist sie derzeit nicht zu stoppen. Seit 36 Partien hält die Erfolgsserie der beiden mittlerweile an, seit Mitte Januar steht Hingis erstmals seit 18 Jahren wieder an der Spitze der Doppel-Weltrangliste. Im Doppel erlebt die 35-Jährige das Siegen noch einmal so wie früher.

Mit ihrer unnachahmlichen Spielintelligenz beherrschte sie Ende der 90er die Konkurrenz. Doch die Gewinnerin von fünf Grand-Slam-Titeln im Einzel war erst 22, als sie Knöchel- und Fußprobleme so sehr plagten, dass sie den Schläger erst einmal zur Seite legte. Der jahrelange Leistungssport forderte seinen Tribut. Das endgültige Ende sollte das noch lange nicht sein. 2006 zog es sie wieder zurück auf die Tour. 2007 führte ein positiver Kokain-Test dazu, dass sie ihre Karriere ein zweites Mal beendete. Hingis beteuerte ihre Unschuld.

Sie ritt, trat in Tanz-Fernsehshows auf und arbeitete als Trainerin. Doch das aktive Tennis scheint sie mehr auszufüllen als alles andere. Nach fast sechsjähriger Pause tauchte Hingis' Name wieder auf den Turnier-Tableaus im Doppel auf. Zunächst lief es noch nicht richtig. Erst als sie vorübergehend ein Duo mit Sabine Lisicki bildete, als deren Trainerin sie sich auch versuchte, kam der Erfolg. Es packte sie. "Ich habe Sabine jetzt schon öfter gedankt, dass sie mich eigentlich aus dem Ruhestand zurückgeholt hat", erklärte Hingis.

Im Fed Cup ist Lisicki diesmal nicht aufgeboten. Hingis hatte in dem bedeutenden Mannschaftswettbewerb im vergangenen Jahr nach 17 Jahren ihr Comeback gegeben, probierte sich gar noch mal im Einzel. "Das liegt bei den Jungen jetzt", beschwichtigte sie vor dem Viertelfinale gegen das deutsche Team. Der Schweizer Teamchef Heinz Günthardt hob hervor: "Allein schon ihre Präsenz ist eine Verstärkung für uns." Auf Hingis kommt es aber auch auf dem Platz an. Gemeinsam mit Viktorija Golubic steht sie im abschließenden Doppel Anna-Lena Grönefeld und Annika Beck gegenüber. Möglicherweise geht es dann um Alles.

Ein bisschen komisch findet es die deutsche Teamchefin Barbara Rittner schon, dass Hingis nun gegen ihre Mädels antritt. Schließlich war es schon Ende der 90er ihre eigene Gegnerin gewesen.

"Ab und zu bei Grand-Slam-Turnieren bin ich schon überrascht, dass ich ihr noch begegne", schilderte die 42-Jährige. Das könnte ihr durchaus noch mehrfach passieren. Sichtlich genervt reagierte Hingis auf die Frage, ob sie ans Aufhören denke. "Wie können Sie überhaupt solch eine Frage stellen, wenn wir am Wochenende Fed Cup Deutschland gegen Schweiz spielen?", schimpfte die 35-Jährige. "Das finde ich ein bisschen daneben."

dpa

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