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Amateure und Profis machen im Boxen gemeinsame Sache

Boxen Amateure und Profis machen im Boxen gemeinsame Sache

Bisher machte jeder seins. Jetzt wollen Amateure und Profis im Boxen gemeinsame Wege beschreiten. Kooperation statt Konfrontation. Wie soll das gehen?

Artem Harutyunyan bleibt der letzte APB-Weltmeister.

Quelle: Michael Kappeler

Hamburg. Das deutsche Boxen wird umgekrempelt. Künftig wollen Amateure und Profis gemeinsame Sache machen. Bisher galt Konfrontation, jetzt heißt das Schlagwort Kooperation.

"Wir wollen uns gegenseitig unterstützen, Synergien nutzen", sagt Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV). "Die Trennung ist nicht mehr zeitgemäß. Wir werden alle von gemeinsamen Strategien profitieren. Wir sind in sehr guten Gesprächen", ergänzt Frederick Ness, Geschäftsführer im Sauerland-Stall.

Das beinhaltet gemeinsame Kampfabende von Profis und Amateuren, Aushilfe der Amateurtrainer bei den Profis, gemischtes Training an Bundesstützpunkten, gemeinsame Ranglisten und Olympia-Qualifikation, Wechsel von Profis zu den Amateuren und wieder zurück. "Jetzt ist alles möglich. Die Hürden sind weg", sagt DBV-Präsident Jürgen Kyas.

Grünes Licht gibt die AIBA. Der Weltverband der Amateurboxer ist zur Erkenntnis gekommen, dass mit Abschottung und Daumenschrauben keine Fortschritte zu erzielen sind. Das historische Angebot, erstmals Profi-Boxer an Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen, war im ersten Anlauf gescheitert. 2016 vor Rio hatten die Berufsboxer bis auf drei Ausnahmen das Angebot ausgeschlagen.

Für Tokio 2020 wird umgeschichtet. "Bedingungen wird es nicht mehr geben: keine Altersgrenze, keine Höchstzahl von Profikämpfen, nichts. Alle können zur Qualifikation", betont Müller. Dafür müssten die Profis Anfang 2019 vom 12- in den 3-Runden-Rhythmus der Amateure zurückkehren, um wettbewerbsfähig zu sein. Das wird für die Berufsboxer ein finanzielles Problem, das beide Lager klären müssen.

Kürzlich sind sechs Amateure zu den Profis abgewandert. Normalerweise löst das einen Aufschrei aus. Diesmal herrscht Ruhe. "Es gab keine Abwerbungen. Wir haben es mit Sportlern und dem Sauerland-Stall besprochen, zu dem fünf Boxer gewechselt sind. Natürlich waren einige sauer auf uns, weil sie nicht zu Olympia fahren konnten", berichtet Müller.

Weil nach dem neuen Leistungssportkonzept von 65 Förderstellen für die Boxer nur noch 30 übrig bleiben, brauchen die Amateure neue Wege. "Wir setzen für Tokio 2020 auf einen jungen Perspektivkader mit hohem Entwicklungspotenzial", sagt DBV-Präsident Kyas. Aber: Ex-Amateure und Neu-Profis wie der WM-Dritte und EM-Zweite Araik Marutjan alias Raiko Löwe sind weiterhin für Olympia 2020 im Rennen.

Vor diesem Hintergrund hat die AIBA ihre Profisparte APB aufgegeben, die den etablierten Berufsverbänden ein Dorn im Auge war. Das geschah nicht freiwillig. Ein Profi des Amateurverbandes kassierte für einen Titelkampf bis zu 20 000 Euro. Das Geld kam aus der Privatschatulle asiatischer Milliardäre. Ein chinesischer Geschäftsmann soll 30 Millionen Dollar investiert haben. Weil aber erhoffte TV-Verträge und Gewinne ausblieben, drehten die ungeduldigen Gönner schon nach anderthalb Jahren den Hahn zu.

Somit ist der Olympia-Dritte Artem Harutyunyan letzter APB-Weltmeister im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm. "Der Titel ist historisch. Er geht als ungeschlagener Champion in die Geschichte ein", sagt Müller. Harutyunyan wäre eigentlich auch einer für die Profis. Er soll aber das Aushängeschild für die Amateur-WM im Sommer in Hamburg sein. Zudem ist seine Gewichtsklasse bei den Profis schwer zu vermarkten. Das könnte Harutyunyan - ein Mann mit Profil und interessanter Vita - aber ändern.

dpa

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