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Culcay-Kampf: Im Siegfall Jubeln mit Verzögerung

Boxen Culcay-Kampf: Im Siegfall Jubeln mit Verzögerung

Der Halbmittelgewichtler Jack Culcay boxt am Samstag in Potsdam gegen Jean Carlos Prada um eine besondere WM. Im Siegfall kann sich der Profi des Sauerland-Boxstalls nur mit Verzögerung freuen. Sein Titel wird erst am 21. Mai offiziell.

Berlin. Die facettenreiche Geschichte des Profiboxens ist um eine Variante reicher. Jack Culcay boxt am Samstag in Potsdam gegen Jean Carlos Prada aus Venezuela um einen WBA-Titel, dessen offizieller Status von einem weiteren Kampf abhängt.

Seinen Jubel müsste der in Ecuador geborene Darmstädter im Siegfall noch bremsen, denn der Titel würde erst mit Zeitverzögerung offiziell. Die Situation ist etwas unübersichtlich: Sollte Culcay gegen den Rechtsausleger gewinnen, müsste er noch den WM-Kampf am 21. Mai zwischen dem Kubaner Erislandy Lara gegen dem Armenier Wanes Martirosjan abwarten. Erst danach dürfte er sich - einen Sieg gegen Prada vorausgesetzt - Weltmeister nennen.

Wenn der favorisierte Lara gewinnt, ist er Superchampion und der Sieger von Potsdam wäre Weltmeister. Siegt der Armenier, muss er gegen Culcay um den offiziellen Titel boxen. So hat es das Familienunternehmen World Boxing Association in Panama vorerst festgesetzt.

Ein formelles Okay des Verbandes, dass der Kampf in Potsdam als WM zu werten ist, erwartet Christian Meyer, Geschäftsführer des Berliner Sauerland-Boxstalls, bis Samstag. "Das hat mir WBA-Präsident Mendoza zugesagt", erklärte Meyer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Begleitumstände des Fights sind also Besondere, noch dazu spielt die eigentliche Musik fast zeitgleich beim WM-Kampf in Las Vegas. Trotzdem will Culcay im Schatten seines Stallgefährten Arthur Abraham, der seinen Titel in der Spielerstadt verteidigt, die bisher größte Chance seiner Sportler-Laufbahn packen.

"Ich bin sechs Jahre Profi - jetzt wird's Zeit", sagte der Amateur-Weltmeister von 2009, der sich zusammen mit Abraham im Höhentrainingslager in Bulgarien akribisch vorbereitete.

Ein Zuschauermagnet ist der feine Techniker Culcay noch nicht. Die 2600 Zuschauer fassende MBS-Arena ist den Bedürfnissen angepasst und Culcays Kampf ist eingebettet in ein vom TV-Partner SAT.1 heftig umworbenes "WM-Event" mit Titelkämpfen wie am Fließband.

Erst boxt Culcay in Potsdam, es folgt in London Schwergewichts-Champion Charles Martin (USA) gegen den Briten Anthony Yoshua, schließlich gibt es gegen Gebühr (ranfighting.de und Sky Select) die Doppel-WM in Las Vegas mit Abraham gegen den ungeschlagenen Mexikaner Gilberto Ramirez und Superstar Manny Pacquiao gegen Timothy Bradley zu sehen. Die sogenannte "Nacht der Weltmeister".

Der Gegner des 30 Jahre alten Culcay kommt aus Venezuela, ist Rechtsausleger, einen Kopf größer und hat 22 seiner 33 Kämpfe durch K.o. gewonnen. Das macht dem Boxer aus dem Sauerland-Stall aber nichts aus. "Größer sind meine Gegner fast immer, und schon als Amateur hatte ich nie besondere Schwierigkeiten mit Rechtsauslegern", erklärte der 30 Jahre alte Culcay.

Prada, der ein Jahr nicht boxte, wirkte nach seinem Eintreffen in Berlin zurückhaltend und versprach: "Ich werde 100 Prozent geben und gewinnen".

dpa

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