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Kehrtwende: Olympia-Weg frei für Klitschko und Co.

Boxen Kehrtwende: Olympia-Weg frei für Klitschko und Co.

Der Umschwung überrascht: Das olympische Boxen ist entgegen ersten Festlegungen jetzt offen für Profis. Die müssen sich aber qualifizieren. Wollen sie das auch?

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Boxt Wladimir Klitschko demnächst um olympisches Gold?

Quelle: Rolf Vennenbernd

Manchester. Der olympische Box-Weltverband AIBA hat die Beschränkungen für die Teilnahme von Profis bei Olympia aufgehoben.

Bisher hatte er neben Amateuren nur die Profis aus der verbandseigenen Sparte APB zugelassen, jetzt dürfen auch die etablierten Berufsboxer aus den bekannten Weltverbänden wie WBA, WBC, IBF und WBO an den Spielen teilnehmen. Somit dürften auch Wladimir Klitschko oder Arthur Abraham in Rio dabei sein.

Die bei einer AIBA-Tagung in Manchester beschlossene Kehrtwende fiel deutlich aus. 80 Prozent der befragten 197 nationalen Boxverbände sind für den neuen Weg. "Die Öffnung seitens der AIBA war mehr als überfällig", sagte Jürgen Kyas, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben die Tür geöffnet. Wer geht mit uns hindurch? Wer ist kooperationsfähig?", fragte der Verbandschef.

Auch Multi-Millionäre wie der Filipino Manny Pacquiao oder der US-Amerikaner Floyd Mayweather dürften sich in Rio präsentieren, wenn sie denn wollen und sich qualifizieren. Wildcards wird es keine geben, selbst wenn die Namen noch so klangvoll und die Erfolge noch so zahlreich sind. "Zunächst dürfen die nationalen Verbände für sich entscheiden, ob sie Profis zulassen wollen", erklärte Michael Müller, Generalsekretär und Sportdirektor des DBV. In Deutschland wird der DBV-Vorstand abstimmen. "Wir sind allesamt dafür", stellte Müller klar.

Wegen der Kürze der Zeit ist Eile geboten. Zunächst müssen sich die Alt-Profis und deren Management erklären, ob sie sich in Qualifikationskämpfen mit den AIBA-Boxern messen wollen. Nach der nationalen Qualifikation erfolgt die kontinentale in Turnierform. Die Berufsboxer stünden in dieser Zeit nicht für die bekannten Titelkämpfe im Profizirkus zur Verfügung.

"Ich habe Bedenken", entgegnete Promoter Kalle Sauerland. "Kein Boxer kann doch sagen: Jetzt unterbreche ich mal meine Profi-Karriere. Es geht auch ums Geld." Zudem muss der auf zwölf Runden eingestellte Profi seine Strategie plötzlich auf drei Runden verkürzen.

Sauerland kann sich das bei seinen jüngeren Boxern vorstellen, nicht aber für die gestanden Weltmeister wie Abraham und Jürgen Brähmer:  "Das wäre ein Rückschritt. Olympia ist ein Sprungbrett. Profiboxen ist ein Schritt nach oben."

DBV-Sportdirektor Müller sieht das anders. "Es heißt, Klitschko und Pacquiao hätten mehrfach angerufen und nach ihren Olympia-Chancen gefragt", sagte Müller. Für Klitschko würde sich der Kreis schließen. Er war 1996 Olympiasieger und könnte nach dem Verlust der Profi-Titel seine Karriere mit einem erneuten Olympiasieg krönen. Dafür muss allerdings der ukrainische Boxverband dem neuen Konzept zustimmen.

Wer sich bereits für Olympia in Rio qualifiziert hat, behält sein Ticket. In Deutschland betrifft das Erik Pfeifer (Lohne), Artem Harutyunyan (Hamburg) und David Graf (Heidelberg).

dpa

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