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Putin gibt sich die Ehre - Kanada feiert Titel in Russland

Eishockey Putin gibt sich die Ehre - Kanada feiert Titel in Russland

Wie im Vorjahr heißt der Eishockey-Weltmeister Kanada. Aber auch der unterlegene Final-Gegner Finnland hat glänzende Aussichten. Auf die WM im nächsten Jahr in Köln und Paris dürfen sich beide Teams freuen.

Moskau. Kremlchef Wladimir Putin höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen, Kanadas Eishockey-Künstlern zum nächsten WM-Titel zu gratulieren.

Die Halle in Moskau war allerdings schon halb geleert, bevor die Zeremonie für die kanadischen Helden nach dem 2:0 über Finnland endete und der russische Präsident den Pokal übergab. Tausende Zuschauer hatten genug gesehen, da ihre Sbornaja am Finale nicht dabei war und sich mit Bronze begnügen musste.

"Ich weiß, dass sich viele mehr gewünscht hatten. Aber im Sport ist das so", sagte Putin. Sein überraschender Auftritt war der einzige Moment, in dem am Final-Abend richtig Stimmung aufkam. Davon ließen sich die Kanadier natürlich ihre ausgelassene Freude über den zweiten Titel nacheinander nicht trüben.

Ein Spektakel bot das Endspiel nicht, es war vor allem von Taktik geprägt. Aber ohne Zweifel standen sich die derzeit besten Eishockey-Nationen der Welt gegenüber, die glänzende Zukunftsaussichten haben und die kommenden Jahre und die WM 2017 in Köln und Paris prägen könnten. "In beiden Ländern spielen die besten Nachwuchsspieler der Welt. Das kann man also durchaus so sagen", befand Kanadas Coach Bill Peters.

Das Eishockey-Mutterland hat Spieler en masse, die eine Weltmeisterschaft gewinnen können. Die Finnen sind ebenfalls mit reichlich Talent gesegnet. Der Turnier-Favorit von Bundestrainer Marco Sturm vergab am Sonntagabend allerdings die Chance, sein hervorragendes Turnier zu krönen und als erste Nation nach den Titeln der U18 und U20 im gleichen Jahr auch Gold bei den Männern zu holen.

Das Finale ist auch die Geschichte zweier herausragender Talente. Auf der einen Seite die von Finnlands Patrik Laine, der nach der Entscheidung minutenlang mit leerem Blick auf dem Eis verharrte. Mit sieben Treffern war der 18-Jährige einer der Stars. Die einzige Turnier-Niederlage kassierte Finnland ausgerechnet, als es um Gold ging. In der Vorrunde hatte der Weltmeister von 1995 und 2011 Kanada noch mit 4:0 besiegt.

Die Auszeichnung als wertvollster Spieler der WM war für Laine nur ein schwacher Trost. "Er hat bewiesen, dass er bereits gegen die großen Teams mitspielen und den Unterschied ausmachen kann", lobte Finnlands Trainer Kari Jalonen.

Den Unterschied am Sonntagabend machte der 19-jährige Connor McDavid. Der Teamkollege von Leon Draisaitl in Edmonton entschied früh mit seinem sehenswerten Treffer die Partie (12. Minute). In der Schlusssekunde traf Matt Duchene noch ins leere finnische Tor.

Eine besondere Note hatte das Endspiel auch für den kanadischen Kapitän Corey Perry. Seine Vita wird nun nach dem Stanley Cup und zweimal Olympia-Gold auch mit dem WM-Titel aufgehübscht. Wie der diesmal fehlende Sidney Crosby im Vorjahr stieg der Stürmer der Anaheim Ducks in den elitären "Triple Gold Club" des Eishockeys auf. Als Erster bekam er von Putin und Weltverbands-Präsident René Fasel den Pokal in die Hände, stemmte ihn im Glitterregen in die Höhe.

Dank des Erfolgs bleibt Kanada Weltranglisten-Erster. Mit nun 26 mal WM-Gold rückte die Nation bis auf einen Titel an Russland heran und könnte im nächsten Jahr, wenn der Weltmeister in Köln gekürt wird, mit dem Rekordchampion gleichziehen. Den Russen um Superstar Alexander Owetschkin gelang mit dem 7:2 über die USA im Spiel um Platz drei ein versöhnlicher Abschluss.

dpa

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